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Keine Entwarnung in Rio
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17.01.2011 | Rio de Janeiro

Keine Entwarnung in Rios Katastrophengebiet: 640 Tote

 

In den Bergen von Rio de Janeiro läuft die Bergung der Toten auf Hochtouren. Immer mehr Hilfsgüter treffen ein. Doch die Arbeiten werden immer wieder von neuem Regen behindert. Experten warnen vor der Ausbreitung ansteckender Krankheiten.

Nach der Unwetterkatastrophe mit inzwischen mindestens 640 Toten wächst im Hinterland von Rio die Furcht vor Seuchen. Die Armee richtete ein Feldlazarett ein, in dem täglich bis zu 400 Patienten behandelt werden können. Die Gesundheitsbehörden verteilten tausende Impfdosen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und die ansteckende Atemwegserkrankung Diphtherie. Noch immer sind viele Menschen in der bergigen Region etwa 100 bis 200 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro von der Außenwelt abgeschnitten. Sie werden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht.

Nach einer Bilanz des Zivilschutzes vom Sonntagabend (Ortszeit) wurden bislang 640 Leichen aus Trümmern und Schlammmassen geborgen. In der Stadt Nova Friburgo wurde mit 294 Toten die höchste Opferzahl registriert. In Teresópolis starben mindestens 271 Menschen, in Petrópolis 56 und in Sumidouro 19.

Neue Regenfälle erschwerten am Wochenende die Arbeiten der Rettungsteams erheblich. In der Region kam es nach Medienberichten in Teresópolis erneut zu Erdrutschen, bei denen drei Menschen ums Leben kamen. «Die Erde ist sehr aufgeweicht. Es gibt keine Entwarnung», sagte ein Zivilschutz-Koordinator.

Viele Straßen der Serrana-Region blieben gesperrt. Im Einsatz waren tausende Feuerwehrleute, Soldaten, Zivilschutzmitarbeiter und freiwillige Helfer. Sie arbeiteten sich langsam zu den isolierten Orten durch, in denen die Bewohner seit Tagen ohne Strom, Telefon, ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser auskommen mussten. In der Region trafen Spendenlieferungen aus dem ganzen Land ein.

Meteorologen sagten für Dienstag und Mittwoch erneut schwere Regenfälle voraus. Rios Gouverneur Sérgio Cabral verhängte für sieben Städte den Ausnahmezustand.

Quelle: dpa
Regenfälle bei Rio
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14.01.2011 | Rio de Janeiro

Unwetter-Tragödie in Brasilien: Mehr als 500 Tote

 

Das Wetterdrama im Hinterland der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro nimmt immer katastrophale Ausmaße an. Schon ist vom schlimmsten Unwetter in der Geschichte des Landes die Rede.

 

Die Behörden zählten mehr als 500 Tote. Rettungskräfte bargen auch am Freitag Leichen aus den Erdmassen. Tausende Menschen sind obdachlos.

 

Am schwersten betroffen war die Stadt Nova Friburgo, wo der Zivilschutz 225 Tote zählte. In Teresópolis, rund 100 Kilometer von Rio entfernt, starben 223 Menschen. Aus der historischen Stadt Petrópolis meldete die Stadtverwaltung 39 Tote, in dem Ort Sumidouro kamen 19 Menschen um.

Die gewaltigen Schlammmassen zerstörten viele Stadtviertel. Schlammfluten rissen Autos und Lastwagen mit. Tausende Menschen mussten in Notunterkünften übernachten. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz. Bis Freitag wurden nach Polizeiangaben 470 Opfer identifiziert. Brasilianische Medien sprachen von «der größten Klimatragödie in der Geschichte des Landes».

 

Experten machten das unkontrollierte Wachstum der Städte im Bergland des Bundesstaates Rio de Janeiro für das Ausmaß der Katastrophe mit verantwortlich. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff sagte: «Die Vorbeugung ist nicht nur eine Frage des Zivilschutzes, sie ist eine Frage der Kanalisation, der Entwässerung und der Wohnungspolitik der Regierung.» Zuvor hatte sie die Katastrophenregion überflogen. «Das Leben in Risikozonen ist in Brasilien die Regel, nicht die Ausnahme», fügte sie hinzu. Rousseff sicherte den betroffenen Städten schnelle Hilfe zu.

 

Anhaltende Regenfälle erschwerten die Bergungsarbeiten. In Nova Friburgo musste die Suche nach Überlebenden wegen der Gefahr neuer Erdrutsche zeitweise unterbrochen werden. Und die Meteorologen sagten weitere Regenfälle voraus. Das Rote Kreuz sprach von chaotischen Zuständen.

In Teresópolis suchten am Freitag 800 Kräfte des Zivilschutzes und der Feuerwehr nach Verschütteten. Der Umweltminister des Staates Rio de Janeiro, Carlos Minc, sprach von der schlimmsten Katastrophe in der Geschichte der Stadt. «Die Häuser der Reichen, die Häuser der Armen - alles wurde zerstört», zitierte die Onlineausgaben von «O Globo» die Hausangestellte Fernanda Carvalho.

 

Wie «O Globo» weiter meldete, wurde auch der nahe Petrópolis liegende Ort Poço Fundo von den Fluten verwüstet. Er hatte Bossa- Nova-Legende Antônio Carlos Jobim (1927-1994) einst zu dem Hit «Aguas de Março» («Wasser des Märzes») inspiriert, in dem er die Stimmung dort in der Regenzeit besingt. Während des aktuellen Januarhochwassers hielt sich nach dem Bericht der Enkel des Musikers in Poço Fundo auf. Er teilte seinen Eltern per Handy mit, dass er wohlauf sei.

 

Quelle: dpa

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