DEUTSCHLAND/WELT

07.02.2011 | Sydney
Australien droht neue Naturkatastrophe
Nach Überschwemmungen und Wirbelstürmen kämpft Australien mit einer weiteren Naturkatastrophe: In der Nähe der Westküstenstadt Perth ist ein Waldbrand außer Kontrolle geraten. Wie die Behörden mitteilten, haben die Flammen bereits 42 Häuser zerstört.
Die Polizei sperrte die Straßen in den Gebiet nur rund 40 Kilometer vom Stadtzentrum der Hauptstadt des Bundesstaates Westaustralien entfernt ab. Die Feuer- und Notfallbehörde FESA ordnete die Evakuierung Dutzender weiterer Häuser an. Die Betroffenen fanden Unterschlupf in einer Turnhalle. Mehrere Hausbesitzer wurden festgenommen, nachdem sie versucht hatten, zu ihren Häusern zurückzukehren und diese zu schützen.
Wind, der die Flammen in dem sehr trockenen und felsigen Gelände immer wieder anfachte, erschwerte die Arbeit hunderter Feuerwehrleute. Auch sechs Löschhubschrauber waren im Einsatz. Im Osten Australiens kämpfen die Menschen seit Wochen mit schweren Überschwemmungen. Und erst vor wenigen Tagen hatte der Zyklon «Yasi» an der Nordostküste schwere Schäden angerichtet.
Quelle: dpa

04.02.2011 | Sydney
Erstes Todesopfer nach Zyklon in Australien
Nach dem Durchzug des Mega-Zyklons «Yasi» in Australien ist jetzt ein erstes Todesopfer vermeldet worden. Ein 23-Jähriger sei in einem Haus erstickt, als er sich vor dem Wirbelsturm habe in Sicherheit bringen wollen, berichteten Medien am Freitag.
Der Mann wurde in dem Ort Ingham gefunden. Vermutlich hatte er in dem Haus die Abgase von einem Dieselgenerator eingeatmet.
Zahlreiche Touristen sitzen nach dem Zyklon noch fest. Heftiger Platzregen behinderte die Menschen an der Nordostküste am Freitag am Versuch zu fliehen. Der Zyklon habe eine große Menge Regen mitgebracht, sagte Daini Danu von der australischen Meteorologie-Behörde. Die heftigen Niederschläge werden voraussichtlich bis zum frühen Samstag andauern.
«Yasi» war in den vergangenen Tagen mit rasender Geschwindigkeit an der Küste aufgetroffen und hatte eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es sei eine traumatische Erfahrung gewesen, berichtete die deutsche Rucksacktouristin Lara Ziegler dem TV-Sender ABC. Mit dem ersten Bus, den sie bekommen könne, wolle sie aus dem Ort Tully fliehen. Der Busservice auf der Hauptroute ist allerdings eingestellt.
Quelle: dpa
Australian Government Bureau of Meteorology...»
Hintergrundinfos zur Flut in Australien von Januar 2011... »

02.02.2011 | Sydney
Schwere Schäden durch Zyklon «Yasi»
Zyklon «Yasi» hat in Australien schwere Schäden angerichtet. Die befürchteten Überflutungen blieben aber weitgehend aus. Menschen kamen bis 2. Februar nicht ums Leben. Der Wirbelsturm zog stark abgeschwächt ins Landesinnere.
Der gigantische Zyklon «Yasi» hat an der australische Nordostküste auf mehreren hundert Kilometern Verwüstungen angerichtet. Die zunächst befürchteten verheerenden Schäden durch große Flutwellen blieben aber aus, weil der Wirbelsturm nicht zeitgleich mit der normalen Flut auf Land traf. Ums Leben kam nach ersten Berichten niemand.
«Es scheint, als seien wir mit Glück gesegnet», sagte der Katastrophenschutz-Koordinator von Queensland, Ian Stewart. Zum Aufatmen sei es aber noch zu früh, warnte Premierministerin Julia Gillard. «Die Gefahr ist noch nicht vorüber», sagte sie in Canberra, und verwies auf mögliche Überschwemmungen und Gefahren durch abgerissene Stromleitungen.

Der riesige Zyklon mit einem Durchmesser von mehr als 400 Kilometern war in der Nacht zu Donnerstag Ortszeit über die Küste hereingebrochen. Zehntausende Menschen saßen in Notunterkünften oder hatten sich in ihren Häusern verbarrikadiert. Der Zyklon war mit Spitzenböen von bis zu 300 Kilometern in der Stunde über das Land gefegt. Überall hingen abgerissene Stromleitungen auf den Straßen. Cairns wurde zwar von größeren Zerstörungen verschont, doch war Zweidrittel der Stadt mit 122 000 Einwohnern ohne Strom. In Townsville waren es 85 Prozent.
Ein deutsch-japanisches Ehepaar hatte mitten im Zyklon-Chaos etwas zu feiern: Akiko Pruss brachte in einem Notlager in Cairns ein Mädchen zur Welt. Das Kind werde aber nicht auf den Namen «Yasi» getauft, versicherte der Vater, Christan Pruss. Die Familie lebt in Cairns.
Die wirtschaftlichen Schäden druch «Yasi» sind immens. Mission Beach 140 Kilometer südlich von Cairns lag mitten in der Einfallschneise. In der Umgebung werden fast alle Bananen Australiens sowie ein Drittel des Rohrzuckers angebaut. Es wird ein Schaden in Höhe von rund 500 Millionen australische Dollar (etwa 365,4 Millionen Euro) erwartet.

Auf seinem Weg über das Festland verlor der Zyklon aber an Kraft, da er dort auf kühlere Luftströme traf. Der Wirbelsturm wurde von der höchsten Kategorie fünf auf zwei herunter gestuft.
Bei ersten Überflügen wurde am Morgen das Ausmaß der Schäden deutlich: Tausende Häuser waren beschädigt. Manchen fielen wie Kartenhäuser zusammen, bei anderen wurden die Dächer abgedeckt und Wände eingedrückt. An den Stränden türmten sich entwurzelte Palmen. Auch in Townsville wurden riesige Bäume entwurzelt und rissen beim Umfallen geparkte Autos mit. In Innisfail waren die Blätter von den Bäumen gefegt. «Als hätte man hier Napalm versprüht, sagte der Lokalabgeordnete Bill Horsford. «Es ist alles braun.» Napalm ist eine Benzinwaffe, die unter anderem die Amerikaner im Vietnam-Krieg einsetzten, um Wälder zu entlauben und den Feind besser sehen zu können. In der Ortschaft Tully waren Ampel- und Straßenlaternen abgeknickt. Verkehrsschilder, Container und abgerissene Wellblechverkleidungen versperrten die Straßen.
In Cardwell nahm die Regierungschefin von Queensland, Anna Bligh, die Schäden in Augenschein: Dort war in manchen Straßen der Asphalt aufgerissen. Niedrig gelegene Siedlungen waren überschwemmt. Im Jachthafen von Hinchinbrook bei Cardwell haben die orkanstarken Winde 70 Boote durcheinandergewirbelt und teils auf die Anlegerstege gedrückt - die meisten waren schwer beschädigt. Die Glasfront eines mehrstöckigen Geschäftshauses in Ingham war völlig zerstört.
Quelle: dpa
Australian Government Bureau of Meteorology...»
Hintergrundinfos zur Flut in Australien von Januar 2011... »
02.02.2011 | Sydney
Stichwort: Der tropische Wirbelsturm Zyklon
Zyklone sind tropische Wirbelstürme über dem Indischen Ozean und Australien. Der Name ist von dem griechischen Wort kiklonas abgeleitet und bedeutet «der Rotierende». Ein Zyklon entsteht, wenn das Oberflächenwasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. In der Nähe des Äquators ist die Erdrotation stark genug, um daraus Wolkenwirbel zu bilden. Vergleichbare Wirbelstürme in anderen Teilen der Welt werden Taifun oder Hurrikan genannt.

Diese Wirbelstürme können einen Durchmesser von bis zu 1000 Kilometern haben. In ihrem Mittelpunkt, dem 20 bis 40 Kilometer großen Auge, herrscht Windstille. Im Randbereich können dagegen Windgeschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Zyklone werden je nach Stärke auf einer Skala von 1 (119 bis 153 Stundenkilometer) bis 5 (schneller als 249 Stundenkilometer) eingeteilt.
So lange der Wirbel über das Meer zieht, ist seine Kraft ungebrochen. Über dem Festland fällt er schnell in sich zusammen, weil Nachschub an verdunstendem Wasser fehlt. Heftige Zyklone können selbst gemauerte Gebäude zerstören. Eine Gefahr für Menschen birgt nicht nur der Sturm selbst, sondern oft auch eine Flutwelle, die er vor sich hertreibt, und starke Regenfälle.
Bei der Namensgebung für Wirbelstürme gibt es in verschiedenen Regionen unterschiedliche Regeln. Für die «Taufe» von Zyklonen vor Australien steht dort dem staatlichen Meteorologie-Büro eine Auswahl von insgesamt rund 100 männlichen oder weiblichen Vornamen zur Verfügung. Anders als zum Beispiel bei der Namensgebung für Hoch- und Tiefdruckgebiete in Deutschland sind dabei weder das Geschlecht noch die alphabetische Reihenfolge vorgeschrieben. Jeder australische Zyklon-Name wird nur einmal vergeben.
Quelle: dpa
Meteorologie-Büro Australien: http://www.bom.gov.au/cyclone/




Kommentare