DEUTSCHLAND/WELT
15.02.2011 | Hamburg
DAK-Gesundheitsreport 2011: Krankmeldungen steigen trotz Aufschwung nicht
Der Krankenstand stieg auch im Wirtschaftsaufschwung 2010 nicht an. Er lag bei 3,4 Prozent wie ein Jahr zuvor in der Rezession. Die alte Faustformel, dass der Krankenstand steigt, wenn es der Wirtschaft gut geht und in Krisenzeiten wieder sinkt, ist heute nicht mehr haltbar. „Seit mehr als zehn Jahren liegt der Krankenstand auf einem niedrigen Niveau. Dies zeigt eine hohe Leistungsbereitschaft und Motivation der Arbeitnehmer, die nicht von Konjunkturzyklen abhängig ist“, kommentiert DAK-Chef Herbert Rebscher die Entwicklung.
Da der Krankenstand seit Jahren auf niedrigem Niveau liegt, ist der gegenläufige Trend bei den psychischen Erkrankungen umso alarmierender: Sie stiegen seit 1998 kontinuierlich und legten 2010 so stark zu wie noch nie. So gab es allein im letzten Jahr 13,5 Prozent mehr Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen. Damit machen Depressionen & Co heute ein Achtel des gesamten Krankenstandes aus und spielen eine fast doppelt so große Rolle wie noch 1998.
Neben den psychischen Erkrankungen sind auch Verletzungen gestiegen. „Dies liegt daran, dass der Eispanzer auf vielen Gehwegen zu Beginn des Jahres 2010 zu mehr Unfällen führte“, so Rebscher. Deutlich zurück gegangen sind Atemwegserkrankungen. 2010 war kein Grippejahr. Es gab rund 16 Prozent weniger Fehltage durch Erkältungen und Schnupfen als ein Jahr zuvor.
Ein DAK-Versicherter war 2010 durchschnittlich 12,5 Kalendertage krankgeschrieben. Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Versicherten (53,7 Prozent) meldete sich 2010 gar nicht krank.
Für den Gesundheitsreport hat die DAK die Krankschreibungen von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten mit Hilfe des IGES Instituts aus Berlin ausgewertet.






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