• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Deutschland/Welt
  • Reporter im Iran frei

DEUTSCHLAND/WELT

 

19.02.2011 | Berlin/Teheran

Freigelassene Journalisten wieder in Deutschland

 

Erleichterung in Deutschland: Nach mehr als vier Monaten in iranischer Haft sind die beiden «Bild-am-Sonntag»-Reporter wieder in der Heimat. Begleitet von Außenminister Guido Westerwelle landeten sie am frühen Sonntagmorgen auf dem Flughafen Berlin-Tegel.

 

Der FDP-Chef war eigens in die iranische Hauptstadt geflogen, um die beiden Journalisten mit einem Regierungsflugzeug zurück nach Deutschland zu holen. Westerwelle zeigte sich ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erfreut über die Freilassung von Marcus Hellwig (45) und Jens Koch (29) nach 133 Tagen in iranischer Haft. Ausdrücklich bedankte er sich bei allen, die an der Freilassung mitgewirkt haben. «Viele haben geholfen, viele Räder haben ineinandergegriffen», sagte Westerwelle am Sonntag in Berlin.

Merkel sagte der «Bild am Sonntag»: «Ich bin sehr froh, dass Marcus Hellwig und Jens Koch endlich als freie Menschen zu uns nach Deutschland zurückkehren können.» Sie dankte «allen im Auswärtigen Amt in Berlin und der deutschen Botschaft in Teheran, die in den letzten Monaten unermüdlich für diese Freilassung gearbeitet haben.»

 

Die beiden Journalisten kehrten in der Nacht zum Sonntag an Bord eines deutschen Regierungsflugzeugs nach Berlin zurück. Westerwelle war dazu eigens nach Teheran geflogen, als erster deutscher Außenminister seit siebeneinhalb Jahren. Dort traf er auch mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad zusammen. Der Iran steht wegen Menschenrechtsverletzungen und wegen seines umstrittenen Atomprogramms international massiv in der Kritik.

Westerwelle betonte, sein Besuch in der iranischen Hauptstadt habe der Freilassung der beiden Deutschen gedient. Gleichzeitig sicherte der Außenminister der Demokratiebewegung in der arabischen Welt Unterstützung zu.

 

Die beiden Journalisten waren am Samstag in der iranischen Provinzhauptstadt Täbris freigelassen worden. Sie waren am 10. Oktober 2010 beim Versuch verhaftet worden, den Sohn und den Anwalt von Sakineh Mohammadi-Aschtiani zu interviewen. Die Frau war damals wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt worden. Den Reportern wurde ein Verstoß gegen Visum-Bestimmungen vorgeworfen - sie waren mit einem Touristenvisum eingereist, hätten daher nach offizieller Lesart nicht journalistisch arbeiten dürfen. Nach offiziellen Angaben mussten die beiden Deutschen jeweils 35 700 Euro Geldbuße zahlen.

 

Der Fall war eine Belastungsprobe für das Verhältnis zwischen Deutschland und dem Iran. Am 27. Dezember bestellte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter ein, nachdem an Weihnachten ein Treffen mit Verwandten verweigert worden war. Kurz danach durften die Angehörigen die beiden Männer in einem Hotel in Täbris für mehrere Stunden sehen.

Quelle: dpa
19.02.2011 | Berlin

Hintergrund: Deutsche Reporter 133 Tage in iranischer Haft

Mehr als vier Monate waren zwei deutsche Journalisten der «Bild am Sonntag» im Iran inhaftiert. Nach 133 Tagen sind sie nun frei. Eine Chronologie:

10. Oktober 2010: Die beiden Journalisten interviewen den Sohn und den Anwalt der zum Tode verurteilten Sakineh Mohammad-Aschtiani. Die in Deutschland lebende iranische Dissidentin Mina Ahadi übersetzt am Telefon. Mitten im Gespräch werden die Deutschen festgenommen. Sie waren mit einem Touristenvisum ins Land eingereist und daher ohne Akkreditierung einer journalistischen Tätigkeit nachgegangen.

12. Oktober: Irans Regierung wirft den Männern Kontakt mit Konterrevolutionären vor, wie der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, sagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert den Iran auf, die Deutschen freizulassen.

15. Oktober: Nach Angaben der iranischen Justiz haben die Deutschen gestanden, dass ihr Reporterstatus gefälscht war und eingesehen, dass dies im Iran ein Verstoß gegen die Gesetze ist.

21. Oktober: Den Journalisten geht es nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) den Umständen entsprechend gut. Mitarbeiter der deutschen Botschaft hätten jetzt Zugang zu ihnen.

1. November:
Einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA zufolge haben die beiden Inhaftierten um Begnadigung gebeten.

16. November: Die Deutschen würden so lange in Untersuchungshaft bleiben, bis das Rechtsverfahren abgeschlossen sei, sagt ein Sprecher des iranischen Außenministeriums.

5. Dezember: Die vier ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Walter Scheel fordern in der «Bild am Sonntag» die Freilassung der Reporter.

27. Dezember: Das Auswärtige Amt bestellt den iranischen Botschafter ein und kritisiert, dass den Reportern trotz Zusicherungen Teherans an Weihnachten kein Treffen mit Angehörigen ermöglicht wurde. Einige Stunden später dürfen die Journalisten im Hotel Pars in Täbris mit Familienmitgliedern und Botschaftsmitarbeitern reden.

28. Dezember: Nach zwölf gemeinsamen Stunden machen sich die Angehörigen auf den Rückweg nach Teheran, um nach Deutschland zurückzukehren.

29. Dezember: Der Staatsanwalt der Stadt Täbris kündigt an, dass die Überprüfungen im Fall der Deutschen bald beendet sein werden.

2. Januar 2011: 100 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport appellieren in der «Bild am Sonntag» an den Iran, die beiden Reporter freizulassen. Verleger- und Journalistenverbände starten eine Anzeigenkampagne. Bundespräsident Christian Wulff lässt den Journalisten persönliche Schreiben zukommen.

8. Januar:
Teherans neuer Außenminister Ali Akbar Salehi stellt eine Lösung des Falls in Aussicht.

26. Januar:
Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Wolf-Ruthart Born, bemüht sich im Iran um die Freilassung.

19. Februar: Der «Spiegel» berichtet über ein Gnadengesuch der Angehörigen an den Iran im Vorfeld des iranischen Neujahrsfestes. Kurze Zeit später wird die Freilassung bekannt.

Quelle: dpa

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap