DEUTSCHLAND/WELT


01.05.2011 | Tripolis
Gaddafis jüngster Sohn und Enkelkinder bei Nato-Luftschlag getötet
Der jüngste Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Arab al-Gaddafi, ist bei einem Luftschlag der Nato getötet worden. Das teilte Libyens Regierung in Tripolis mit. Laut einem Regierungssprecher kamen dabei auch drei Enkelkinder Gaddafis gestern Abend ums Leben. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Gaddafi selbst und seine Frau hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs ebenfalls in dem Haus des 29 Jahre alten Sohnes aufgehalten. Beide seien unverletzt, hieß es. Die Nato hat einen Angriff auf ein «Kommando- und Kontroll-Gebäude» in Tripolis inzwischen bestätigt.
Quelle: dpa

27.04.2011 | Washington
Nato will Angriffe auf Libyen verstärken
Die Nato will einem Medienbericht zufolge mehr Luftangriffe auf Gebäude von Machthaber Muammar al-Gaddafi in Libyen fliegen. Bei dieser verstärkten Bombardierung sollen vor allem Paläste, Quartiere und Kommandozentralen ins Visier genommen werden, schreibt die «New York Times». Die Zeitung beruft sich auf Beamte des Weißen Hauses. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das Gaddafi-Regime erneut verurteilt. Die Regierung schütze ihr Volk nicht mehr und missachte den Willen nach politischer Veränderung.
Quelle: dpa

25.04.2011 | Tripolis
Nato beschädigt Gebäude auf Gaddafis Areal in Tripolis
Die Nato hat bei nächtlichen Angriffen auf Tripolis Gebäude in dem vom Diktator Muammar al-Gaddafi benutzten Areal getroffen. Wie der Sender BBC am frühen Morgen unter Berufung auf Regierungsbeamte und Augenzeugen berichtete, wurden mehrere Gebäude schwer beschädigt.
Dort soll Gaddafi Konferenzen abgehalten haben. Unklar blieb, wo sich der Machthaber zum Zeitpunkt des Angriffs aufhielt. Ein Regierungssprecher verurteilte den Angriff als Versuch, den Machthaber zu töten, hieß es im arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. 15 Menschen seien schwer verletzt worden. Es wurde am frühen Morgen noch nach Vermissten gesucht.

Am Samstag hatte es zunächst geheißen, die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi hätten den Befehl erhalten, sich aus Misurata zurückzuziehen. Ein Kämpfer der Rebellen in der Stadt sagte einem der neuen libyschen Fernsehsender, ein verletzter Soldat, der ihnen in die Hände gefallen sei, habe erklärt, die Truppen hätten tatsächlich den Befehl zum Abzug bekommen. Dies allerdings nur, um bei einem geplanten Raketenbeschuss keine Opfer in den eigenen Reihen zu riskieren. Am Sonntag seien mehrere Grad-Raketen auf Misurata abgeschossen worden.
Misurata liegt 210 Kilometer östlich von Tripolis und ist derzeit nur auf dem Seeweg zu erreichen. Die Versorgungslage in der drittgrößten libyschen Stadt ist sehr schlecht. Tausende afrikanische Gastarbeiter, Dutzende verletzte Kämpfer und Zivilisten wurden per Schiff in Sicherheit gebracht.
Quelle: dpa

Nach lauten Explosionen in Tripolis sei das Programm von drei Fernsehsendern in der Nacht für rund eine halbe Stunde ausgefallen, hieß es bei BBC.
Auch auf Ziele in der umkämpften westlibyschen Stadt Misurata seien am frühen Montagmorgen offensichtlich von Nato-Maschinen Angriffe geflogen worden. Das berichtete ein Arzt dem US-Nachrichtensender CNN. Am Sonntag seien in der Stadt mindestens 16 Menschen getötet und 71 verletzt worden. Ein Augenzeuge sagte, die Truppen Gaddafis hätten die Stadt unter starken Beschuss genommen. Alle fünf Minuten seien Explosionen zu hören gewesen.
Der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagte nach CNN-Angaben, die Armee habe ihren Rückzug aus Misurata fortgesetzt. Dabei sei sie von Rebellen angegriffen worden und hätte sich zur Wehr gesetzt. Ein Bewohner der drittgrößten libyschen Stadt sagte CNN, am Sonntag seien mindestens vier Menschen getötet worden.

24.04.2011 | Washington
US-Kampfdrohnen greifen in Libyen an
Mit dem ersten Angriff einer US-Kampfdrohne hat Washington am Wochenende sein militärisches Engagement in Libyen wieder verstärkt. Nach Angaben aus libyschen Regierungskreisen wurden Ziele in der Stadt Sirte und in der Hauptstadt Tripolis bombardiert. In Sirte seien fünf Menschen getötet worden, sagte ein Militärsprecher. Heute ging die Schlacht um die westliche Stadt Misurata weiter. Gestern hatte es geheißen, die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi hätten den Befehl erhalten, sich aus Misurata zurückzuziehen.
Quelle: dpa

22.04.2011 | Washington/Bengasi
USA setzen Drohnen in Libyen ein
Das US-Militär geht jetzt auch mit unbemannten Drohnen gegen die Bodentruppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi vor. Präsident Barack Obama habe den Einsatz genehmigt, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates.
Durch den Einsatz der Drohnen hätten die Nato-Kommandeure nun mehr Möglichkeiten, sagte Gates. Der stellvertretende US-Generalstabschef James Cartwright erklärte, dass die ferngesteuerten und bewaffneten Flugzeuge vor allem in besiedelten Gebieten sinnvoll eingesetzt werden könnten, um Kollateralschäden zu minimieren. «Sie haben die Möglichkeit, tiefer zu fliegen, deshalb können sie eine bessere Sicht auf bestimmte Ziele bekommen.» Das sei hilfreich, weil Gaddafis Truppen begonnen hätten, sich «einzugraben».
Bis zu zwei Drohnen könnten gleichzeitig im Einsatz sein. Laut Cartwright gab es bereits erste Angriffsflüge, die jedoch wegen schlechten Wetters abgebrochen worden seien. Unbewaffnete Drohnen seien bereits zuvor zu Aufklärungszwecken in Libyen zum Einsatz gekommen.
Die Nato setzte ihre Luftangriffe offenbar auch in der Nacht zum Karfreitag fort. Der Korrespondent des US-Senders CNN berichtete von schweren Explosionen und Triebwerkslärm von Kampfflugzeugen über der libyschen Hauptstadt Tripolis. Über mögliche Angriffsziele wurde zunächst nichts bekannt.




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