DEUTSCHLAND/WELT

24.03.2011 | Berlin
Bundesfreiwilligendienst ersetzt den Zivildienst
Der Zivildienst wird am 1. Juli durch einen 6- bis 24-monatigen Bundesfreiwilligendienst ersetzt. Der Bundestag beschloss am Donnerstag die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür. Das Familienministerium hofft, 35 000 Männer und Frauen für den neuen Dienst gewinnen zu können.
Die Bezahlung sollen die Organisationen und Verbände mit den Freiwilligen selbst aushandeln. Der zuletzt nur noch sechsmonatige Zivildienst fällt mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli weg. Der neue Freiwilligendienst soll in der Regel ein Jahr dauern, mindestens aber sechs Monate und höchstens zwei Jahre. Er soll nicht zur Verdrängung regulärer Arbeitsplätze führen und das bereits bestehende Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr stärken. Der Bund fördert die Stellen bei sozialen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden oder in den Bereichen Kultur, Sport und Integration mit 350 Millionen Euro pro Jahr.
Quelle: dpa

24.03.2011 | Berlin
Hintergrund: Aussetzung der Wehrpflicht
Die Wehrpflicht soll zum 1. Juli nach 55 Jahren ausgesetzt werden. Schon jetzt werden aber keine jungen Männer mehr gegen ihren Willen zur Bundeswehr eingezogen. Am 3. Januar traten die letzten Wehrpflichtigen ihren sechsmonatigen Dienst an. Ab dem 1. Juli ist die Bundeswehr damit eine reine Freiwilligenarmee. Die Wehrpflicht bleibt aber im Grundgesetz verankert und kann bei Bedarf per einfachem Gesetz wieder eingeführt werden.
Ersetzt wird der bisherige Wehrdienst durch einen 12- bis 23-monatigen Freiwilligendienst, für den sich auch Frauen melden können. Eine erste Umfrage des Verteidigungsministeriums ergab, dass weniger als fünf Prozent der jungen Männer Interesse an dem Freiwilligendienst haben. Von rund 165 000 angeschriebenen Personen, die bereits im letzten Jahr noch vor der Entscheidung über die Wehrpflichtaussetzung gemustert wurden, zeigten sich 7000 aufgeschlossen für das Angebot.

Das Verteidigungsministerium rechnet mit bis zu 15 000 Freiwilligen im Jahr. Zum ersten Einberufungstermin für Freiwillige am 1. März traten 1255 Männer ihren Dienst an. Die Bundeswehr soll künftig bis zu 185 000 Berufs- und Zeitsoldaten haben, derzeit sind es 228 000 Soldaten, darunter sind noch rund 16 000 Grundwehrdienstleistende und rund 23 000 freiwillig länger Dienende.
Die Aussetzung der Wehrpflicht bedeutet auch das Ende des Zivildienstes. Er soll durch einen Bundesfreiwilligendienst ersetzt werden, der in der Regel 12, mindestens 6 und höchstens 24 Monate dauern soll. Das Bundesfamilienministerium hofft, jährlich rund 35 000 Männer und Frauen für einen gemeinnützigen Vollzeit-Einsatz zu gewinnen.




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