DEUTSCHLAND/WELT

08.04.2011 | Berlin
Papst-Gottesdienst am Schloss Charlottenburg
Papst Benedikt XVI. wird bei seinem Deutschlandbesuch im September seinen Gottesdienst in Berlin am Schloss Charlottenburg abhalten. «Das Erzbistum Berlin plant für den 22. September nun mit diesem Standort», sagte Bistumssprecher Stefan Förner am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Eine offizielle Bestätigung durch den Vatikan steht noch aus. Der Gottesdienst soll vor dem Ehrenhof an der Kreuzung von Spandauer Damm und Schlossstraße gefeiert werden. Benedikt XVI. wird vom 22. bis 25. September in Deutschland sein. Weitere Stationen sind Erfurt, das Eichsfeld und Freiburg.
Papstgegner haben unterdessen für den 22. September in Berlin eine Demonstration angekündigt. Sie wollen gegen die «menschenfeindliche» Sexualpolitik von Benedikt XVI. protestieren, wie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg mitteilte. Die Demonstration sei für 50 000 Teilnehmer angemeldet und soll vom Nollendorfplatz in Schöneberg bis zum Brandenburger Tor führen, wo eine Kundgebung geplant ist. Zahlreiche Organisationen haben sich dem Aufruf angeschlossen.

Nach den Berechnungen des Erzbistums können vor dem Schloss Charlottenburg bis zu 40 000 Menschen Platz finden. Die Kirche erwartet auch Besucher aus dem restlichen Bundesgebiet und Polen. Die Messe soll nicht nur ein Glaubenstreffen sein. Der Papst will auch Impulse für die Wertedebatte geben, wie das Erzbistum erklärt hatte. Eine längere Fahrt des Kirchenoberhaupts durch Berlin im Papa-Mobil hatte die Kirche ausgeschlossen.
Im Gespräch für die Berliner Papst-Messe war lange auch das Olympiastadion, in dem Johannes Paul II. vor 15 Jahren mit den Gläubigen gebetet hatte. Das Stadion hat Platz für rund 74 000 Menschen. Damals gab es einen Ansturm vor allem von polinischen Gläubigen. Da Benedikt XVI. auch in Thüringen und Freiburg Gottesdienste feiern wird, rechnet die Kirche diesmal nicht mit so großen Besucherzahlen in Berlin.

Die Deutschland-Reise steht unter dem Motto «Wo Gott ist, da ist Zukunft». In Berlin wird das Kirchenoberhaupt in der Apostolischen Nuntiatur, der Botschaft des Vatikans, in Kreuzberg wohnen. Nach Gesprächen mit Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie einer Rede im Bundestag will der Papst auch mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland zusammen kommen.
In Berlin wird Benedikt XVI. voraussichtlich vom neuen Erzbischof der Hauptstadt empfangen werden. Der Nachfolger des erkrankten Kardinals Georg Sterzinsky soll bis zum Sommer ernannt werden, wie die Diözese Mitte März angekündigt hatte. Wegen der Erkrankung des 75-jährige Kardinals ist das Bischofsamt seit Ende Februar vakant.




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