DEUTSCHLAND/WELT


09.04.2011 | Berlin
Goldene Lola für Roadmovie «Vincent will Meer»
Das tragikomische Roadmovie «Vincent will Meer» hat die Goldene Lola als bester deutscher Film gewonnen. Bei der Verleihung des 61. Deutschen Filmpreises wurde Vincent-Darsteller Florian David Fitz am Freitagabend in Berlin außerdem als bester Schauspieler mit der Lola-Trophäe geehrt.
Fitz spielt in Ralf Huettners Film einen am Tourette-Syndrom leidenden Jugendlichen. «Vincent will Meer» ist auch an den Kinokassen ein Renner: Mehr als eine Million Menschen haben den Film bislang gesehen.
Gleich vier Preise räumte Chris Kraus' Historiendrama «Poll» über die Schriftstellerin Oda Schaefer ab: Schauspieler Richy Müller nahm den Preis als bester Nebendarsteller entgegen, weitere Auszeichnungen gab es für Kamera, Szenenbild und Kostümbild. Drei Lolas bekam Tom Tykwers Liebesdrama «Drei». Hauptdarstellerin Sophie Rois wurde zur besten Schauspielerin gekürt. Tykwer erhielt den Preis als bester Regisseur, eine weitere Auszeichnung gab es für den Schnitt von «Drei».

Die Einwandererkomödie «Almanya - Willkommen in Deutschland» von Yasemin Samdereli erhielt die Silberne Lola in der Kategorie bester Film und den Preis für das beste Drehbuch. Die Bronzene Lola ging an Andres Veiel für sein RAF-Drama «Wer wenn nicht wir».
Regisseur Wim Wenders gewann für seinen 3D-Tanzfilm «Pina» den Preis für den besten Dokumentarfilm. Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk nahm der gerührte Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase («Sommer vorm Balkon») entgegen. «Ich bin nicht nur erfreut, sondern auch ermutigt - und das braucht man in jedem Alter», sagte der 80-Jährige.

Gewohnt launig und viel über sich selbst plaudernd führte Barbara Schöneberger durch die Gala. Doch es gab auch nachdenkliche Momente. Viele Filmemacher erinnerten an den Anfang des Jahres überraschend gestorbenen Produzenten Bernd Eichinger, dessen Witwe Katja und Tochter Nina im Publikum saßen. Die Deutsche Filmakademie stiftete einen Bernd-Eichinger-Preis, der vom nächsten Jahr an denjenigen Filmemachern verliehen werden soll, die Filme im Sinne von Eichinger drehen.
Die Goldene Lola ist die höchste Auszeichnung für die deutschen Filmschaffenden, es werden Preisgelder in Höhe von insgesamt knapp drei Millionen Euro vergeben. Allein der Gewinner der Goldenen Lola für den besten Film erhält 500 000 Euro. Zur Verleihung des 61. Deutschen Filmpreises waren am Freitagabend mehr als 1800 Prominente in den Friedrichstadtpalast gekommen. Anschließend wurde mit Currywurst und Champagner gefeiert.
Quelle: dpa
Die Preisträger des Deutschen Filmpreises 2011

Bester Spielfilm
- Filmpreis in Gold: „Vincent will Meer“ von Ralf Huettner
- Filmpreis in Silber: „Almanya – Willkommen in Deutschland“ von Yasemin Samdereli
- Filmpreis in Bronze: „Wer wenn nicht wir“ von Andres Veiel
Bester Dokumentarfilm
Filmpreis in Gold: „Pina“ von Wim Wenders
Bester Kinderfilm
Filmpreis in Gold: „Chandani und ihr Elefant“ von Arne Birkenstock, Helmut G. Weber
Beste weibliche Hauptrolle
Sophie Rois („Drei“)
Beste männliche Hauptrolle
Florian David Fitz („Vincent will Meer“)
Beste weibliche Nebenrolle
Beatriz Spelzini („Das Lied in mir“)
Beste männliche Nebenrolle
Richy Müller („Poll“)
Bestes Drehbuch
Nesrin und Yasemin Samdereli („Almanya“)
Beste Regie
Tom Tykwer („Drei“)
Beste Kamera / Bildgestaltung
Daniela Knapp („Poll“)
Bester Schnitt
Mathilde Bonnefoy („Drei“)
Bestes Szenenbild
Silke Buhr („Poll“)
Bestes Kostümbild
Gioia Raspé („Poll“)
Bestes Maskenbild
Kitty Kratschke, Heike Merker („Goethe!“)
Beste Filmmusik
Matthias Klein („Das Lied in mir“)
Beste Tongestaltung
Ansgar Frerich, Sabine Panossian, Niklas Kammertöns („Pianomania – Die Suche nach dem perfekten Klang“)




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