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  • Mädchen-Mord in Langelsheim

DEUTSCHLAND/WELT

 

14.04.2011 | Astfeld/Goslar

Angehörige sind nach dem tödlichen Familiendrama vernehmungsunfähig

Nach dem tödlichen Familiendrama in Astfeld bei Goslar gehen heute die Ermittlungen der Polizei zu dem Motiv der verdächtigen Mutter weiter. Bisher konnte keiner der Angehörigen befragt werden.

Weder die tatverdächtige Frau noch die Großeltern waren vernehmungsfähig. Der Großvater hatte die Leichen der vier Monate alten Amelie und der fünf Jahre alten Laura am Dienstagmorgen gefunden. Lauras Zwillingsschwester entkam der Attacke nur knapp. Kurz nach der furchtbaren Entdeckung wurde die Mutter festgenommen.

Sie konnte wegen ihrer psychischen Verfassung bisher jedoch nicht vernommen werden. Auch die Väter der toten Kinder seien bislang nicht befragt worden - die Zwillinge und das Baby waren von verschiedenen Männern.

Die Mutter war seit Oktober vergangenen Jahres geschieden. Sie hat schwere seelische Probleme. Erst im März war sie aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. Vieles deute darauf hin, dass die alleinerziehende Mutter nicht die seelische Stabilität für die Alltagsbelastungen hatte, sagte ein Ermittler. Die unter dringendem Tatverdacht stehende 34-Jährige wurde nach dem Verbrechen vorübergehend wieder in eine Psychiatrie gebracht.

Die Mutter hatte nach Polizeiangaben beim Jugendamt Hilfe gesucht und auch bekommen. Spekulationen über mögliche Versäumnisse der Behörden könnten daraus aber nicht abgeleitet werden.

Am Abend hatten rund 300 Menschen in Astfeld der beiden getöteten Kinder gedacht. Die Bewohner versammelten sich zu einer Trauerandacht in der Dorfkirche. «Das, was geschehen ist, macht sprachlos und ratlos und wütend», sagte Pastorin Kathrin Reich.

Quelle: dpa
13.04.2011 | Goslar

Zwillingsschwester überlebt Familiendrama nur knapp

Goslar (dpa) - Schwere seelische Probleme der Mutter sind offenbar der Grund für ein Familiendrama im Harz, bei dem zwei kleine Mädchen erstochen wurden. Eine fünf Jahre alte Schwester entkam der Attacke nur knapp, erklärte Michael Blase von der Polizei Goslar bei einer Pressekonferenz.

«Vieles deutet darauf hin, dass die geschiedene und alleinerziehende Mutter nicht die seelische Stabilität für die Alltagsbelastungen hatte.»

In Langelsheim nahe Goslar waren am Dienstagmorgen die Leichen der vier Monate alte Amelie und der fünf Jahre alten Laura gefunden worden. Ihre Mutter wurde kurz danach unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Lauras Zwillingsschwester Louisa war kurz nach acht Uhr morgens zu ihrem Großvater ins Nebenhaus gerannt und hatte ihm gesagt, dass daheim etwas Schreckliches geschehen sei. Der Opa fand in der Wohnung seiner Tochter die kleine Laura tot im Flur. Die vier Monate alte Amelie lag mit schwersten Stichverletzungen in ihrem Kinderbett. Beide Kinder hatten massiv Blut verloren - offenbar hatte die Mutter mit einem simplen Haushaltsmesser immer wieder zugestochen.

Die 34-Jährige selbst habe mit leichten Stichverletzungen in der Wohnung gesessen und völlig apathisch gewirkt, berichtete Blase. Die Frau war in therapeutischer Behandlung und erst im März aus einer Klinik entlassen worden. Die Ärzte sahen bei ihr keine Anzeichen dafür, dass sie sich oder anderen Schaden zufügen könnte, berichteten die Ermittler.

Was sich genau im obersten Stock des kleinen Einfamilienhauses im Langelsheimer Ortsteil Astfeld abspielte, war zunächst weiter unklar. Auch zu einem möglichen Tatmotiv der Mutter konnte die Polizei noch keine Angaben machen, weil bisher keiner der Angehörigen befragt werden konnte. Weder die Frau noch die Großeltern seien vernehmungsfähig.

Auch die Väter der toten Kinder seien noch nicht befragt worden - die Zwillinge und das Baby hatten verschiedene Papas. Die Mutter war seit Oktober vergangenen Jahres geschieden. «Der Vater hätte es sicher auch gerne gehabt, dass die Zwillinge bei ihm gelebt hätten», sagte einer der Ermittler.

Die Mutter hatte von sich aus Kontakt zum Jugendamt gesucht. «Sie hat auch Hilfe bekommen dort», sagte einer der Ermittler. Spekulationen über mögliche Versäumnisse der Behörden könnten nicht abgeleitet werden, betonte er. Die Familie sei im Ort «normal» verankert gewesen. Die Einwohner Astfelds wollten am Abend bei einem Trauergottesdienst der toten Kinder gedenken.

Die Zwillingsschwester der getöten Laura wurde nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen und in die Obhut ihrer Großeltern gegeben. Außerdem wurde sie von psychologisch geschulten Beamten betreut.

Fast auf den Tag vor 19 Jahren hatte sich nur wenige Hundert Meter entfernt in dem kleinen Ort schon einmal ein ähnliches Familiendrama abgespielt. Damals brachte eine 30 Jahre alte Mutter ihren dreieinhalbjährigen Sohn mit einer Überdosis Tabletten um. Sie kam damals in die Psychiatrie.

Quelle: dpa
13.04.2011 | Goslar/Langelsheim

Mutter unter Verdacht

Eine Mutter aus Niedersachsen steht im Verdacht, zwei ihrer drei kleinen Mädchen getötet zu haben. Polizisten fanden die Leichen der vier Monate und fünf Jahre alten Mädchen am Dienstag in einem Einfamilienhaus in Langelsheim im Harz.

Das dritte Mädchen hatte Schnittverletzungen. Die 34 Jahre alte Mutter wurde festgenommen, nach Angaben der Polizei konzentrieren sich die Ermittlungen ganz auf die Frau. Details wollte Polizeisprecher Sascha Göritz nicht nennen. Für Mittwoch um 11.00 Uhr war eine Pressekonferenz in Goslar geplant.

Der Großvater der Kinder hatte die beiden toten Mädchen am Dienstagmorgen entdeckt und über Notruf Polizei und Rettungskräfte alarmiert. Wie die Kinder zu Tode kamen, teilten die Beamten nicht mit. Es hieß lediglich, dass sie Schnittverletzungen hatten. Zur Tatwaffe gab es keine Angaben, ebenso zum möglichen Tatmotiv oder dem Zustand der Mutter.

Die alleinerziehende Frau und ein weiteres Mädchen, das die Zwillingsschwester der getöteten Fünfjährigen sein soll, befanden sich beim Eintreffen der Beamten ebenfalls in dem Haus. Dieses dritte Mädchen hatte oberflächliche Schnittverletzungen. Es wurde im Krankenhaus behandelt und ist nun in der Obhut der Großeltern. Die «Goslarsche Zeitung» berichtete in ihrer Online-Ausgabe, die getöteten Kinder hätten verschiedene Väter.

Quelle: dpa

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