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  • Mordfall Dennis

DEUTSCHLAND/WELT

 

18.04.2011 | Verden
Mordermittler im Fall Dennis haben noch viel Arbeit

Die Ermittlungen im Mordfall Dennis und weiterer Verbrechen werden trotz der Geständnisse des Pädagogen Martin N. noch länger dauern. «Wir müssen prüfen, ob er noch für weitere Taten infrage kommen könnte», sagte eine Polizeisprecherin am Montag in Verden.

Nach wie vor gingen zahlreiche Hinweise ein. Der 40-Jährige hatte zugegeben, den neunjährigen Dennis und zwei andere Jungen getötet zu haben. Außerdem soll er zahlreiche Kinder missbraucht haben - darunter möglicherweise auch Pflegekinder, die er nach Medienberichten in seiner Bremer Wohnung aufgenommen hatte. Die Polizei will diese Angaben früherer Nachbarn nun prüfen.

Quelle: dpa
17.04.2011 | Verden

Neue Hinweise: Pflegekinder bei Mordverdächtigem?

 

Die schaurigen Verbrechen schockieren ganz Deutschland. Kleine Jungen wurden ermordet, andere missbraucht. Nach dem Geständnis im Mordfall Dennis kommen immer neue Details ans Licht. So sollen dem festgenommenen Pädagogen einst Pflegekinder anvertraut gewesen sein.

Nach dem Mordgeständnis des Pädagogen Martin N. geht die Polizei Hinweisen auf weitere Verbrechen des 40-Jährigen nach. «Jetzt melden sich auch frühere Nachbarn und Menschen, die den Mann kennen», sagte eine Sprecherin der Sonderkommission im niedersächsischen Verden am Wochenende. Der Verhaftete hat gestanden, 2001 den neunjährigen Dennis und zuvor zwei andere Jungen getötet zu haben. Zudem soll er dutzende Jungen - möglicherweise auch Pflegekinder - missbraucht haben. Die Polizei hatte die Festnahme des sogenannten «Maskenmanns» am Freitag verkündet.

Martin N. soll nach einem «Spiegel»-Bericht früher auch Pflegekinder betreut haben. Nach Angaben ehemaliger Nachbarn habe N. Ende der 90er Jahre wiederholt «etwa 10 bis 15 Jahre alte Pflegekinder» in seiner damaligen Wohnung in Bremen-Neustadt bei sich aufgenommen, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Die Kinder hätten aus sozial benachteiligten Familien gestammt und seien zur vorübergehenden Betreuung an N. vermittelt worden. Ob die Angaben zutreffen und wer für die Vermittlung der Kinder an den offenbar pädophilen N. verantwortlich war, werde in der Bremer Sozialbehörde geprüft. Eine Polizeisprecherin wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren.

Die Ermittler wollen zunächst alle eingehenden Informationen und Hinweise sammeln und intern auswerten, um dann gezielt Zeugen anzusprechen. Die Prüfung könne noch Wochen dauern. Dabei werde auch untersucht, ob noch weitere Kindermorde und Missbrauchsfälle auf das Konto des Mannes gehen.

Martin N. sei in den Jahren 2005 und 2006 aktenkundig als Straftäter in Erscheinung getreten, bestätigte Wilhelm Möllers von der Hamburger Staatsanwaltschaft einen Radiobericht von NDR 1 Niedersachsen. Der Mann soll zwei Jungen am Bauch gestreichelt haben - jedoch ohne Misshandlungen. Ein Verfahren sei gegen Zahlung einer Geldauflage von 1800 Euro eingestellt worden.

Später soll er einen Mann aus Berlin mit kinderpornografischen Fotos erpresst haben. Dabei ging es um eine Geldforderung von 20 000 Euro. Die Geldübergabe sei jedoch gescheitert. Ein Hamburger Gericht habe ihn zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. «Die Bewährungszeit hat er ohne Beanstandungen überstanden», sagte Möllers. «Diese Taten sind getilgt, erledigt und erlassen - auf dem Papier ist der Mann unbestraft.»

 

Quelle: dpa

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