DEUTSCHLAND/WELT
24.04.2011 | Damaskus
Trauer um 112 Opfer von Regime-Massakern - Wieder Tote
Syriens immer stärker werdende Opposition hat um 112 Demonstranten getrauert, die gestern bei den Anti-Regime-Protesten getötet worden waren. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad antwortete mit erneut mit Schüssen auf die Begräbniszüge. Dabei gab es mindestens 14 Tote. In der südsyrischen Stadt Isra wurden sechs, in Vororten von Damaskus acht Teilnehmer erschossen. Das berichteten syrische Aktivisten. Nach Angaben der Opposition waren am Vortag in ganz Syrien 112 Demonstranten getötet worden. Aktivisten sprachen von einem «Karfreitags-Massaker».
Quelle: dpa

23.04.2011 | Berlin
Westerwelle ruft Assad zu Kompromissen auf
Angesichts der andauernden Gewalt in Syrien hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Samstag den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu Zugeständnissen aufgerufen.
«Es ist an der Zeit, dass die syrische Regierung der Demokratiebewegung entgegenkommt und endlich auf die dringlichen Appelle der internationalen Gemeinschaft reagiert», erklärte Westerwelle (FDP) nach Angaben seines Amtes. «Gewaltanwendungen gegen friedliche Demonstranten müssen sofort eingestellt und das Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit garantiert werden.»

«Die erneute Gewalt gegen friedliche Demonstranten in Syrien ist inakzeptabel. Sie wird von der Bundesregierung auf das Schärfste verurteilt», erklärte Westerwelle. Die Vorgänge am Freitag müssten «genau untersucht und juristisch aufgearbeitet» werden.
Am Freitag waren nach Angaben der syrischen Opposition bei Kundgebungen in ganz Syrien 112 Demonstranten getötet worden. Bei Begräbnissen der Opfer seien am Samstag erneut Menschen erschossen worden. Hinter den Morden sollen syrische Sicherheitskräfte oder Geheimdienstler stehen.
Quelle: dpa

23.04.2011 | Damaskus/Beirut
Hunderttausende demonstrierten gegen die Gewaltherrschaft von Präsident Baschar al-Assad
Bei den Begräbnissen getöteter Demonstranten sind am Samstag nahe der südsyrischen Stadt Asraa Schüsse gefallen. Sicherheitskräfte hätten einen Trauerzug aus der nahen Stadt Daraa daran gehindert, die Stadt zu erreichen.
Das sagte ein syrischer Aktivist der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Fünf Teilnehmer seien verletzt worden. Syrische Sicherheitskräfte hatten am Freitag in Asraa 31 Menschen getötet. Darunter waren auch Demonstranten aus Daraa.

Nach Angaben der Opposition waren am Freitag in ganz Syrien 112 Demonstranten getötet worden. Oppositionsgruppen sprachen von einem «Karfreitags-Massaker». Landesweit waren Hunderttausende auf die Straße gegangen, um gegen die Gewaltherrschaft von Präsident Baschar al-Assad zu demonstrieren, so viele wie noch nie.
Auch in den anderen Städten des Landes werden am Samstag Begräbnisse erwartet. Die Lage wurde von Augenzeugen als extrem angespannt bezeichnet. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete indes, bei «Angriffen» von Bewaffneten auf Polizei- und Armeeposten seien zehn Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Polizisten sowie zusammen acht Armeesoldaten und angebliche Angreifer.
Auf die große Zahl getöteter Demonstranten gingen die Regimemedien nicht ein. Ausländische Journalisten erhalten kaum Arbeitsvisa für Syrien und werden von den Behörden obendrein daran gehindert, die Proteste selbst zu beobachten.




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