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22.05.2011 | Cannes
Goldene Palme für Malicks «The Tree of Life»
Es war ein ungewöhnlich starker Wettbewerb mit vielen großen Namen - und auch am Ende setzten sich beim 64. Internationalen Filmfestival vor allem alte Cannes-Bekannte durch.
Der US-Amerikaner Terrence Malick gewann am Sonntag bei dem wichtigsten Filmfest der Welt die Goldene Palme für sein episches Familiendrama «The Tree of Life». Und die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne konnten sich ebenso wie der Türke Nuri Bilge Ceylan über einen großen Preis der Jury freuen. Sie alle hatten in Cannes für frühere Werke bereits Auszeichnungen gewonnen.

Das philosophische und spirituelle Werk «The Tree of Life» ist eher schwer zugängliches, aber bildgewaltiges Kino. In rund zweieinhalb Stunden erzählt Malick, der bei den Filmfestspielen in Cannes 1979 für «In der Glut des Südens» bereits den Preis für die Beste Regie gewonnen hatte, ein Familiendrama mit den Hollywoodstars Brad Pitt und Sean Penn - und kombiniert dies mit imposanten Aufnahmen zur Schöpfung der Erde und der menschlichen Existenz. Das wurde vom Publikum in Cannes gleichermaßen gefeiert und ausgebuht, überzeugte die Jury unter Vorsitz ihres Präsidenten Robert De Niro aber doch und bescherte Malick seine erste Goldene Palme.
Der 67 Jahre alte US-Regisseur Malick gilt als das «Phantom der Filmszene», denn er ist öffentlichkeitsscheu und Bilder gibt es von ihm kaum. Konsequenterweise erschien er dann auch nicht zur Preisverleihung am Prachtboulevard Croisette der französischen Stadt.

Andere Preisträger ließen sich dagegen gerne feiern. Hollywoodstar Kirsten Dunst zum Beispiel strahlte nicht nur in einem silberfarbenen Kleid, sondern auch vor Glück. Denn die 29-Jährige bekam die Auszeichnung als beste Darstellerin überreicht: für ihre Rolle als depressive, junge Frau in dem Weltuntergangs-Szenario «Melancholia» des Dänen Lars von Trier. Der Regisseur hatte mit provokanten Äußerungen zu Hitler und den Nazis für einen Eklat gesorgt und wurde daraufhin vom Festival ausgeschlossen.
«Puh, was für eine Woche», beschrieb Dunst («Spider-Man») ihre Berg-und-Talfahrt der vergangenen Tage, schloss von Trier dann aber auch in ihre Rede ein: «Ich möchte mich bei Lars bedanken, dass er mir die Chance gegeben hat, in diesem Film so mutig zu sein.»

Die beiden Großen Preise der Jury gingen an zwei sozialkritische Filme. Das Dardenne-Brüderpaar stellte in «The Kid with a Bike» erneut einen jungen Protagonisten in den Mittelpunkt, den elfjährigen Cyril. Der wird von seinem Vater ins Heim gesteckt, findet in einer Frisörin (Cécile de France) aber eine liebevolle Ersatzmutter. Und in «Once Upon a Time in Anatolia» - ebenfalls zweieinhalb Stunden lang - erzählte der Türke Ceylan von einem Polizeieinsatz. Komische Momente verwoben sich mit Familienschicksalen und Gesellschaftsstudien zum ländlichen Anatolien.
Um den Alltag einer Polizeieinheit ging es auch in «Polisse» von der französischen Regisseurin Maïwenn. Für ihre Beobachtungen einer Kinderschutz-Spezialeinheit wurde sie mit dem Preis der Jury geehrt. Der israelische Regisseur Joseph Cedar erzählte in «Footnote» (Fußnote) hingegen vom wissenschaftlichen Krieg eines Vaters mit seinem Sohn und gewann dafür den Drehbuchpreis. Der Däne Nicolas Winding Refn wurde für seine stylische Action-Inszenierung «Drive» mit Ryan Gosling als bester Regisseur ausgezeichnet.

Aus dem Wettbewerb stach auch «The Artist» des Franzosen Michel Hazanavicius hervor, immerhin handelt es sich dabei um einen schwarz-weißen Stummfilm. Die Hommage an das Kino vergangener Zeiten erhielt dann auch einen Preis: der 38 Jahre alte Franzose Jean Dujardin wurde als bester Darsteller geehrt.
Der deutschsprachige Beitrag im Wettbewerb ging dagegen leer aus: Der Debütfilm «Michael» des Österreichers Markus Schleinzer um einen Pädophilen gewann keinen Preis. Der Deutsche Andreas Dresen hingegen war bereits am Samstag für sein Krebsdrama «Halt auf freier Strecke» mit dem Hauptpreis der renommierten Nebenreihe «Un certain regard» ausgezeichnet worden.
Quelle: dpa

19.05.2011 | Cannes
Lars von Trier in Cannes «unerwünschte Person»
Seit Jahren sorgt der Däne Lars von Trier in Cannes für Wirbel. Nun hat der bekennende Neurotiker den Bogen überrissen. Seine jüngsten Worte über Hitler und die Nazis haben Konsequenzen - obwohl er sich kurz danach entschuldigte.
Nach seinen Äußerungen über Adolf Hitler ist der dänische Regisseur Lars von Trier vom Festival in Cannes offiziell zur «unerwünschten Person» erklärt worden. Ab sofort gelte von Trier als «Persona non grata», teilte das Festival am Donnerstag mit.
Am Mittwoch hatte der 55 Jahre alte Däne auf der Pressekonferenz zu seinem diesjährigen Wettbewerbsbeitrag «Melancholia» erzählt, dass seine Familie deutsche Wurzeln habe. «Ich bin ein Nazi», sagte er vor laufenden Kameras. «Ich verstehe Hitler. Ich glaube, dass er ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende.» Wenige Stunden später ließ er über seine Agentur allerdings eine Entschuldigung verbreiten.

Von Trier, der sich selbst gern als neurotischen, seelisch gestörten Menschen beschreibt, ist regelmäßig zu Gast in Cannes. Hier hat er auch in der Vergangenheit schon wiederholt für Skandale gesorgt - sei es mit pornografischen oder extrem gewalttätigen Szenen in seinen Filmen oder mit provozierenden Äußerungen. Doch immer wieder wurde von Trier für seine emotional geladenen, ästhetisch herausragenden Werke auch gefeiert und ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erhielt er die Goldene Palme für «Dancer in the Dark».
Seine jüngsten Kommentare seien «nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und stehen im Gegensatz zu den Idealen der Humanität und Großzügigkeit» des Festivals, heißt es in der Erklärung der Festivalmacher. Die Organisatoren verurteilten die Aussagen aufs Schärfste und erklärten von Trier für das derzeit laufende Festival «zur Persona non grata, mit sofortiger Wirkung».

Wie vom Festival zu erfahren war, soll der Film «Melancholia» allerdings weiter im Wettbewerb um die Goldene Palme bleiben. Die Jury unter dem Vorsitz des US-Stars Robert De Niro vergibt ihre Preise am Sonntagabend. Zum Skandal um von Trier gab es von der Jury am Donnerstag zunächst keine Reaktion. In «Melancholia» spielen viele internationale Stars mit, darunter Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourgh, Kiefer Sutherland - und auch der deutsche Udo Kier.
Lars von Trier hat möglicherweise selbst geahnt, dass er mit seine jüngsten Provokationen über das Ziel herausgeschossen ist. Über seine Agentur hatte er am Mittwochabend eine Entschuldigung verbreiten lassen: «Wenn ich heute Morgen jemanden durch meine Worte verletzt habe, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Ich bin weder antisemitisch, habe keine rassistischen Vorurteile, noch bin ich ein Nazi.»
Quelle: dpa

16.05.2011 | Cannes
Kontrastprogramm in Cannes: Dramen und Piraten
Filme über Krankheit, Tod, Pädophilie und Piraten, die den Schatz der ewigen Jugend suchen: Kontrastreicher hätten die Filme, die am Wochenende in Cannes gezeigt wurden, nicht sein können.
Mit der Auszeichnung der «Carrosse d'or» an den zu mehrjähriger Haft verurteilten, unter Hausarrest stehenden iranischen Filmemacher Jafar Panahi (50) bekam das Festival auch eine politische Note.
Für bunte und leichte Unterhaltung sorgten die Hollywoodstars Johnny Depp, Penélope Cruz und Geoffrey Rush. Sie ließen sich für den vierten Teil der «Fluch der Karibik»-Reihe auf dem roten Teppich feiern. Ihr Piraten-Spektakel «Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten», das diesen Donnerstag in die Kinos kommt, bot Ähnliches wie schon die drei äußerst erfolgreichen Vorgängerwerke: schwarz umrandete Augen, zottelige Haare, klirrende Schwerter und krachende Actionszenen. Der 47 Jahre alte Johnny Depp, der erneut den nuschelnden Piraten Jack Sparrow spielt, hat dabei zum ersten Mal die Spanierin Penélope Cruz an seiner Seite.

Deutlich schwergewichtiger waren die deutschsprachigen Beiträge des offiziellen Programms. Der Deutsche Andreas Dresen stellte am Sonntag sein Krebsdrama «Halt auf freier Strecke» vor. Das Werk, das in der renommierten Nebenreihe «Un certain regard» läuft, rührte die Zuschauer zu Tränen. Dresen («Sommer vorm Balkon», «Wolke 9») erzählt die Geschichte von Frank (Milan Peschel), der mit seiner Familie ein glückliches Leben führt, doch dann bekommt er eine furchtbare Diagnose: Hirntumor, nicht operabel, nur noch wenig Zeit zu leben. Frank muss Abschied nehmen. Von seiner Frau Simone (Steffi Kühnert), seinen Kindern, seinem Leben.
Auch der Film «Michael» des Österreichers Markus Schleinzer wühlte Cannes auf - und polarisierte. Denn das Erstlingswerk, das als einziger deutschsprachiger Beitrag im Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele läuft und an das Schicksal der entführten und Jahre später geflohenen Natascha Kampusch erinnert, dreht sich um Pädophilie: Ein Mann hält im Keller einen Jungen gefangen und missbraucht ihn. Bilder der Gewalt werden nicht gezeigt, und das Drama kommt ohne reißerische Misshandlungsszenen aus. Stattdessen beschreibt es den beklemmenden Alltag des 35-jährigen Michael mit dem Jungen.

Um das Schicksal eines Jungen geht es auch in dem Film «The Kid with a Bike» (etwa: Der Junge mit dem Fahrrad) der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne. Der 11-jährige Cyril wird von seinem Vater ins Kinderheim gesteckt und will nicht glauben, dass der ihn nicht mehr sehen will. Durch Zufall begegnet er der Friseurin Samantha und findet in ihr eine Ersatzmutter - bis er sich mit einem Kleindelinquenten anfreundet. Auch in diesem Film bleiben die Brüder wie in ihren früheren Werken dem menschlichen Drama treu.
Filmemacher Jafar Panahi (50), der im vergangenen Jahr Jury-Mitglied des Festivals sein sollte, wurde mit dem «Carrosse d'or» geehrt, einer Auszeichnung, die vom Verband der Filmregisseure (SRF) vergeben wird. Panahi wurde wegen «Propaganda gegen das System» zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt.
Quelle: dpa

13.05.2011 | Cannes
Angelina Jolie und andere starke Frauen in Cannes
Das Filmfestival Cannes ist in den Händen starker Frauen - zumindest am ersten Tag nach der Eröffnung: Die gut gelaunte Angelina Jolie präsentierte sich am Donnerstag als kämpfende Tigerin des Animationsfilms «Kung Fu Panda 2».
Tilda Swinton musste in dem Wettbewerbsbeitrag «We Need To Talk About Kevin» mit ihrem Amok laufenden Sohn fertig werden, und Jungstar Emily Browning gab sich als «Sleeping Beauty» hin. Hinzu kam, dass alle drei Werke von Frauen gedreht wurden. Viel mehr weibliche Präsenz an einem Festivaltag war kaum möglich.
Angelina Jolie reiste zwar nicht für das Festival direkt an, war aber dennoch heiß begehrt.

Die 35-Jährige nutzte nämlich den Rummel am Prachtboulevard Croisette, um den Film «Kung Fu Panda 2» vorzustellen. Darin spricht die Mehrfach-Mutter und Dauerfreundin von Brad Pitt eine mutige Tigerin, die neben dem Panda Po (gesprochen von Jack Black) und dem Meister Shifu (gesprochen von Dustin Hoffman) neue Abenteuer erlebt.
Professionell wie sie ist, gab Jolie dann auch ein paar gut dosierte Häppchen ihres Privatlebens preis: «Ja, wir sind gerade alle in Frankreich und wir sind alle sehr glücklich», erzählte sie auf einer Pressekonferenz am Rande des Festivals. Die Kinder tobten durchs Hotels und hätten eine tolle Zeit, ergänzte sie. Und eben die Kinder seien auch das, was sie glücklich mache: «Wenn du aufwachst und deine Kinder sind gesund.» Dass die meisten Fragen an dem Vormittag an seine Kollegin gingen, nahm Dustin Hoffman mit Humor: «Ich habe mich noch nie so berühmt gefühlt wie derzeit und noch nie vor so vielen Kameras gesessen», sagte er augenzwinkernd.

Denkbar weit entfernt von den heiteren Animationen in «Kung Fu Panda 2» startete der Wettbewerb des 64. Internationalen Filmfestivals mit düsteren Werken. Die australische Regisseurin Julia Leigh erzählt in «Sleeping Beauty» von der jungen Lucy, die emotional ziemlich abgestumpft durchs Leben läuft und für die Sex mit fremden Männern kein Tabu ist. Schließlich landet sie in einer Agentur, bei der ältere Männer unter anderem dafür bezahlen, mit schlafenden jungen Mädchen wie Lucy zusammen zu sein.
Emily Browning, die zuletzt als Psychiatriepatientin und toughe Kämpferin in dem Actionwerk «Sucker Punch» zu sehen war, überzeugt in «Sleeping Beauty» als zarte Schönheit, die verführerisch und abgeklärt-kühl gleichermaßen ist. Warum sie so handelt und wer sie eigentlich ist, ergründet der Film allerdings kaum.

Ähnlich verstörend, aber auf ganz andere Weise einprägsam, ist der Wettbewerbsbeitrag der schottischen Regisseurin Lynne Ramsay. In «We Need to Talk About Kevin» erzählt sie von Eltern, deren Sohn in der Schule Amok gelaufen ist und zahlreiche Jugendliche getötet hat. Während der Vater (John C. Reilly) mit der Zeit aus dem Blickfeld gerät, fokussiert das Werk ebenfalls vor allem auf die Frau.
Die 50-jährige Tilda Swinton («Orlando», «The Beach») spielt diese verzweifelte Mutter mit ungeheurer Intensität, wobei die innere Zerrissenheit und Getriebenheit stets in ihrem Gesicht ablesbar ist. Sie habe so ein Drama personalisieren wollen, sagte Regisseurin Ramsey. Ihr Film versucht daher auch zu ergründen, wie der Sohn Kevin zum Massenmörder wurde - und flüchtet sich da etwas zu sehr in simple Erklärungsmuster. Denn eine nicht liebende Mutter als Ursache für einen Amok laufenden Sohn scheint doch etwas zu kurz gegriffen. Dennoch hinterließ das Werk unter anderem wegen seiner eindringlichen Bilder einen starken Eindruck.
Quelle: dpa

12.05.2011 | Cannes
Woody Allen eröffnet Filmfestival in Cannes
Zeitreisen? Nichts für Woody Allen. Der amerikanische Regisseur von Werken wie «Manhattan» mag noch so sehr an seinem Leben verzweifeln - trotzdem möchte er es nicht gegen ein anderes tauschen. «Jeder will dem Leben entkommen, das er gerade lebt.
Immerhin ist es ziemlich hart und macht nicht viel Spaß», sagte der 75-Jährige beim Filmfestival in Cannes. Aber ein Leben wie zum Beispiel vor 100 Jahren sei auch nicht viel besser. Immerhin habe es da keine Klimaanlagen und beim Zahnarzt kein Betäubungsmittel gegeben. Trotzdem schickt er Owen Wilson in seiner aktuellen Komödie «Midnight in Paris» auf eben so eine Zeitreise und eröffnete damit am Mittwoch die 64. Internationalen Filmfestspiele.
Zur feierlichen Gala am Abend kamen zahlreiche Stars im Smoking oder eleganten Abendkleidern - das Kreischen hunderter Fans und das Blitzlichtgewitter der Fotografen wollte gar nicht aufhören. Hauptgast des Tages war aber der US-Regisseur Woody Allen.

«Es ist eine Falle zu glauben, dass das Leben in einer anderen Zeit und Welt besser wäre», sagte Allen vor der Premiere. Denn wenn man an frühere Zeiten denke, denke man nicht an die Nachteile, sondern nur an die schönen Dinge. Auch seinem Protagonisten Gil (Owen Wilson) ergeht es so in «Midnight in Paris»: Zusammen mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) macht er Urlaub in Paris. Als er eines Nachts alleine durch die Stadt schlendert, entdeckt er nach Mitternacht eine Art Zeitfenster. Durch das kann er in die 20er Jahre reisen, trifft F. Scott Fitzgerald, Gertrude Stein (Kathy Bates), Salvador Dalí (Adrien Brody) und Ernest Hemingway.
Allen nutzt diese Ausgangsbasis für eine beschwingte romantische Komödie. Denn schon bald findet sich Owen Wilson zwischen zwei Frauen wieder: Rachel McAdams gibt die verführerische Verlobte, Marion Cotillard die geheimnisvolle Femme Fatale in der Parallelwelt.
Die Geschichte verliert in der zweiten Hälfte etwas an Fahrt und Witz, und doch ist «Midnight in Paris» ein gelungener Auftakt für die 64. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals: intelligent, leicht, unterhaltsam und prominent besetzt. So reisten dann auch die Stars des Films mit Allen an den Pracht-Boulevard Croisette.

Owen Wilson präsentierte sich mit gewohnt strubbelig-ungekämmten Haaren, Rachel McAdams strahlte in die Kameras und Oscar-Preisträger Adrien Brody, der im Film Dalí spielt, erzählte, er habe schon oft die Rolle des spanischen Malers angeboten bekommen, aber nur bei Allen zugesagt.
Den Trubel um das Filmfestival nutzten andere Stars dagegen ganz bewusst: Antonio Banderas und Salma Hayek warben für ihren neuen Film «Der gestiefelte Kater». Der kommt zwar erst Ende des Jahres in die Kinos, doch die beiden Hollywoodstars präsentierten sich schon mal an der Croisette den Fotografen.
Die Jury mit Filmschaffenden wie Uma Thurman und Jude Law wird das alles leidlich wenig interessieren. Die Mitglieder können dagegen auf 20 höchst unterschiedliche Werke im Wettbewerb gespannt sein. Und das ist auch genau das, worauf sich Jury-Präsident Robert De Niro freut: in Ruhe viele Filme gucken. Denn dazu habe er sonst wenig Zeit, erzählte der 67-jährige Schauspieler, Regisseur und Produzent.
Feste Kriterien müssten die Werke dabei nicht erfüllen, um am 22. Mai gute Chancen auf die begehrte Goldene Palme zu haben, sagt De Niro. «Ich habe keine feste Meinung.» Auch feste Vorgaben, worauf er in Filmen achte, gebe es nicht. «Ich weiß nicht genau, was ich suche, aber ich werde es wissen, wenn ich es sehe.»
Quelle: dpa
Zum 11.05.2011 | Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes 2011
Die Internationalen Filmfestspiele in Cannes gelten als das bedeutendste Filmfestival weltweit. 2011 findet das Filmfest zum 64. Mal statt. Das erste Festival an der französischen Riviera wurde im September 1946 gefeiert und in den Folgejahren - außer 1948 und 1950 - fortgesetzt. Seit 1952 läuft das Festival im Mai.
Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren werden in Cannes gleichermaßen gefeiert. Der wichtigste Preis des Festivals, die Goldene Palme, wird seit 1955 vergeben. Heute ist sie einer der begehrtesten Filmpreise. 2009 gewann Michael Haneke die Goldene Palme für «Das weiße Band». Im vergangenen Jahr ging sie an den thailändischen Autorenfilmer Apichatpong Weerasethakul für «Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben».
Mit Stars wie Liz Taylor oder Robert Mitchum wurde die Küstenpromenade Croisette in der ersten Dekade zum Boulevard der Hollywood-Träume. Schönheiten wie Brigitte Bardot und Sophia Loren verliehen dem Festival in den 50er Jahren seinen Glamour und begründeten den südfranzösischen Starkult auf dem roten Teppich.
Offizielle Seite vom Filmfestival in Cannes 2011...»




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