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  • Strauss-Kahn: Anklage auf der Kippe

DEUTSCHLAND/WELT

 

SEX-SKANDAL UM STRAUSS-KAHN   |   PORTRAIT STRAUSS-KAHN   |   HINTERGRUND IWF

10.07.2011 | New York

Skandal um Strauss-Kahn: Anklage  auf der Kippe

 

Darf der wegen versuchter Vergewaltigung angeklagte Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, bald in seine Heimat zurück?

 

Manhattans Oberstaatsanwaltschaft Cyrus Vance prüft nach einem Bericht des «Wall Street Journal» vom Samstag, ob er die Anklage gegen den 62-jährigen Franzosen wegen erheblicher Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin fallen lassen muss.

 

Verzögert wird die Entscheidung durch den Anwalt des Zimmermädchens. Kenneth Johnson wirft Vance mangelnde Fairness und Parteilichkeit vor, schreibt das Wirtschaftsblatt. Johnson erlaube der Staatsanwaltschaft nur noch begrenzten Kontakt zu seiner Mandantin. Die 32-Jährige stammt aus dem westafrikanischen Guinea und spricht nur gebrochen Englisch. Ihr Anwalt bezichtigt die Staatsanwaltschaft, seine Mandantin bei Vernehmungen eingeschüchtert und beschimpft zu haben.

In einem Schreiben verlangte Johnson vergangene Woche von Vance, sich aus dem Verfahren gegen Strauss-Kahn zurückzuziehen. Die Staatsanwaltschaft habe Informationen an die Medien durchsickern lassen, die «die Vorwürfe (des Zimmermädchens) gegen Strauss-Kahn infrage stellen», begründete Johnson seine Forderung dem Zeitungsbericht zufolge.

 

 

Beunruhigt über Widersprüche in den Aussagen des Zimmermädchens hatte die Staatsanwaltschaft zuletzt dafür plädiert, den strengen Hausarrest von Strauss-Kahn aufzuheben. Seitdem kann sich der Ex-IWF-Chef wieder frei in New York bewegen, darf aber nicht die USA verlassen.´

 

Quelle: dpa
06.06.2011 | New York

Anklage wegen versuchter Vergewaltigung wird verlesen

Dominique Strauss-Kahn muss heute Farbe bekennen. Bei einer Anhörung am Supreme Court von New York wird dem ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds heute die Anklage wegen versuchter Vergewaltigung verlesen. Anschließend muss sich der prominente Ex-Finanzier «schuldig» oder «nicht schuldig» erklären. Seine Verteidiger ließen bereits durchblicken, dass sich ihr Mandant nicht schuldig bekennen wird. Der Franzose soll ein Zimmermädchen im Penthouse eines New Yorker Hotels zum Oralsex gezwungen haben. Strauss-Kahn drohen 25 Jahre Gefängnis.

Quelle: dpa
24.05.2011 | New York

Strauss-Kahns DNA stimmt angeblich mit Spermaproben überein

Medienberichten zufolge gibt es neue Beweise, die belegen sollen, dass es tatsächlich zum Sex zwischen Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn und einem New Yorker Zimmermädchen kam. Bleibt die Frage, ob es gewaltsam geschah. Die Verteidigung des Franzosen bezweifelt das offenbar.

Das auf dem Kleid des mutmaßlich von Dominique Strauss-Kahn angegriffenen Zimmermädchens gefundene Sperma stammt nach Medienberichten tatsächlich von dem früheren Währungsfonds-Chef. Das habe der Abgleich der DNA des Franzosen mit den Spuren auf der Uniform des Zimmermädchens ergeben, wie der New Yorker Sender NBC und das «Wall Street Journal» am Montagabend (Ortszeit) übereinstimmend berichten. Beide stützen sich dabei auf Angaben von Ermittlern. Die Anwälte des Franzosen verweigerten zunächst einen Kommentar.

Das 32 Jahre alte Zimmermädchen hatte Strauss-Kahn beschuldigt, sie am Samstag vorvergangener Woche angegriffen und zum Oralsex gezwungen zu haben. Das Sperma des 62-Jährigen habe sie ausgespuckt. Die Polizei fand später Spuren auf dem Teppich der Hotelsuite und an der Uniform der Frau.

Es wird erwartet, dass Strauss-Kahns Anwälte vor Gericht zwar den Sexualverkehr bestätigen, ihn aber als einvernehmlich darstellen werden. Sie durchforsten derweil das Vorleben der 32-Jährigen, die erst vor wenigen Jahren aus dem westafrikanischen Guinea in die USA gekommen war. Wenn sie für Aufenthaltserlaubnis oder Sozialwohnung gelogen hat, könnte das ihre Glaubwürdigkeit erschüttern. Strauss-Kahn sei bereit für einen langen Kampf, sagte einer seiner Anwälte.

Zuvor war ein Schreiben Strauss-Kahns an die Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds bekanntgeworden. Darin hatte er sich verbittert gezeigt und die Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung scharf zurückgewiesen. «Ich bestreite in der am stärksten möglichen Form die Anschuldigungen, denen ich mich jetzt gegenübersehe. ... Ich bin zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und ich entlastet werde.»

Die Mitteilung falle ihm «so schwer wie kaum eine andere» in seinem Leben, schrieb der Franzose und drückte seine «tiefe Trauer und Enttäuschung, Sie unter solchen Umständen verlassen zu müssen», aus. Er trete mit größtem Bedauern zurück. «Ich kann nicht
akzeptieren, dass der Fonds - und Ihr, liebe Kollegen - meinen persönlichen Alptraum teilt. Deshalb muss ich gehen.» Der 62-Jährige beendet das etwa eine Seite lange Schreiben nach einigen Segenswünschen mit einem schlichten «Dominique».

 

Inzwischen steht der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminister (1997 bis 1999) unter Hausarrest, muss eine elektronische Fußfessel tragen und wird wegen Fluchtgefahr rund um die Uhr von bewaffneten Sicherheitsbeamten überwacht. Das kostet im Monat 200 000 Dollar - zu zahlen vom Angeklagten.

Quelle: dpa

NBC-Bericht: http://www.nbcnewyork.com/news/local/122463309.html

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