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  • Mehr Schutz für Passivraucher

DEUTSCHLAND/WELT

 

24.05.2011 | Berlin

Aktionsbündnis fordert besseren Nichtraucherschutz

Mehr Schutz für Passivraucher hatte Deutschland schon 2003 mit der Unterzeichnung einer WHO-Konvention angekündigt. Doch in manchen Gegenden sind rauchfreie Kneipen auch heute nur schwer zu finden.

Nichtraucherschutz ähnelt in Deutschland nach Ansicht von Gesundheitsorganisationen einem Flickenteppich. Anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai fordern sie deshalb eine bundesweit einheitliche Regelung. «In den 16 Bundesländern gibt es 16 unterschiedliche Gesetze», beklagte Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe am Dienstag in Berlin. Das sei ineffektiv.

Erst jüngst hatte eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) aufgezeigt, dass vier von fünf Kneipen in Deutschland nach wie vor verraucht sind. Nur in Bayern und Saarland ist das Rauchen in Gaststätten generell verboten. Die meisten Ausnahmeregelungen gibt es in Nordrhein-Westfalen.

Schon 2003 hatte Deutschland die internationale Tabak-Rahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation WHO unterzeichnet, wonach Passivraucher effektiv geschützt werden sollen. «Doch davon sind wir auch acht Jahre später noch weit entfernt», sagte Uwe Prümel-Philippsen, Sprecher des Aktionsbündnisses Nichtrauchen. «Die verschiedenen gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern mit ihren zahlreichen Ausnahmeregelungen sind unhaltbar.»

Experten des DKFZ hatten rund 3000 Gastronomiebetriebe in den Innenstädten von Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz, Magdeburg, Schwerin, Stuttgart und Wiesbaden sowie von Berlin und München aufgesucht: In 80 Prozent der Kneipen und Bars und 90 Prozent der Spielhallen wird weiter gequalmt. Oft wird gegen Auflagen verstoßen.

In den Speisegaststätten sieht es zwar besser aus - hier darf nur in manchen Ländern und mit Ausnahmeregelung geraucht werden. Doch: «Acht Prozent aller untersuchten Restaurants waren faktisch Rauchergaststätten», berichteten die Forscher. Ihr Fazit: «Wer abends ein Bier trinken will, muss vielerorts lange suchen, wenn er nicht zum Passivrauchen gezwungen werden will.» Vor allem in Düsseldorf, aber auch in Schwerin gibt es demnach viele verrauchte Gaststuben.

Vor allem die Mitarbeiter dieser Gaststätten hätten unter den Ausnahmeregelungen zu leiden, kritisiert das Aktionsbündnis. Dies sei zweitklassiger Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland: Jedes Jahr sterben nach Angaben der Deutschen Krebshilfe etwa 110 000 Raucher vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums, weitere 3 300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Quelle: dpa

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