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  • Deutscher Soldat tot

DEUTSCHLAND/WELT

 

02.06.2011 | Kundus/Berlin

Deutscher Soldat in Afghanistan gefallen

 

Beim dritten Anschlag innerhalb weniger Tage ist am Donnerstag in Afghanistan erneut ein Bundeswehr-Soldat getötet worden. Die traurige Bilanz der vergangenen neun Tage: Insgesamt vier Tote und ein Dutzend verwundeter deutscher Soldaten.


Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: «Wir trauern um den gefallenen Soldaten.» Er bekräftigte aber auch: «Vor Gewalt darf man nicht weichen. Wenn wir jetzt gingen, würde das Vertrauen der Afghanen erschüttert.» Die deutsche Strategie sei richtig.


Bei dem Sprengstoffanschlag am Donnerstag in der Provinz Baghlan auf eine Einheit des Ausbildungsschutzbataillons Masar-e-Sharif wurden außerdem zwei Bundeswehr-Soldaten schwer und drei weitere leicht verletzt. Einer der Verwundeten befindet sich in einem kritischen Zustand. Der gefallene 23-jährige Oberstabsgefreite und die Verletzten gehören alle der Panzerbrigade 21 «Lipperland» aus dem nordrhein-westfälischen Standort Augustdorf an.


Zu dem Anschlag kam es nach Bundeswehr-Angaben um 9.54 Uhr Ortszeit (07:24 Uhr MESZ) 36 Kilometer südlich von Kundus. Die Verletzten wurden per Hubschrauber in Rettungszentren in Kundus und Masar-e-Sharif gebracht. Der getötete Soldat sei noch «am Anschlagsort gefallen». Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

In der Unterrichtung des Einsatzführungskommandos ans Parlament hieß es: «Bei dem Anschlag wurde ein Schützenpanzer "Marder" angesprengt.» Das Kommando hob hervor, dass es sich dabei um den «Marder 1A5» handle, den modernsten Typ des Schützenpanzers. In Afghanistan werde ausschließlich dieser Typ eingesetzt. In der Vergangenheit war der «Marder» wegen eines nicht ausreichenden Minenschutzes ins Gerede gekommen.


De Maizière sagte in Dresden, die Strategie der Bundeswehr «greift, die Taliban verlieren an Boden». Die deutschen Soldaten würden weiter auf Patrouille gehen. «Wir wollen Sicherheit und Entwicklung, nicht Terror und Unterdrückung.» Er sagte weiter: «In unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei dem Gefallenen und seinen Angehörigen.» Auch die Fraktionen im Bundestag drückten ihre Anteilnahme aus.


Erst am vergangenen Samstag waren bei einem Anschlag am Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar zwei deutsche Soldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Unter den Verletzten von Talokan ist der deutsche Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf für Nordafghanistan, General Markus Kneip. Eine Soldatin wurde schwer verwundet und befindet sich weiter in einem kritischen Zustand, aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr.


Am Mittwoch vergangener Woche war außerdem bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in der Provinz Kundus ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat und ein afghanischer Übersetzer waren bei der Attacke verletzt worden.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag in Talokan wurden unterdessen fünf einheimische Polizisten festgenommen. Ein Offizier sowie vier einfache Polizisten stünden im Verdacht, die Attentäter unterstützt zu haben, sagte Tachars Vize-Polizeichef Hadschi Abdul Salam. Zuvor hatte die Isaf bereits mitgeteilt, dass ein mutmaßlicher Unterstützer der Attentäter gefasst worden sei. Bei dem Attentat waren neben den Bundeswehrsoldaten auch mehrere Afghanen ums Leben gekommen, darunter der Polizeichef für Nordafghanistan, Daud Daud.

 

Ein Bundeswehrsprecher sagte am Donnerstag, der Zustand der dabei schwer verletzten Soldatin sei über Nacht stabil geblieben. Die Dolmetscherin liegt auf der Intensivstation im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz im künstlichen Koma und muss beatmet werden. Die 56-Jährige ist nach Angaben der Bundeswehr die erste deutsche Soldatin, die bei einem Auslandseinsatz derart schwer verwundet wurde.

 

Die Soldatin, Generalmajor Kneip und ein weiterer Soldat waren am Dienstag in die Klinik in Koblenz gebracht worden. Aus Kneips Körper soll noch ein Schrapnell operativ entfernt werden.

 

An diesem Freitag will die Bundeswehr in Hannover von dem in Kundus Gefallenen und seinen beiden in Talokan getöteten Kameraden Abschied nehmen. Ob Kneip an der Trauerfeier teilnehmen kann, war zunächst unklar. «Es gibt eine feste Absicht zu kommen», sagte ein Bundeswehrsprecher in Hannover.

Quelle: dpa

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