DEUTSCHLAND/WELT

21.06.2011 | Berlin
Helios-Kliniken durchsucht - Abrechnungsbetrug?
Die Helios-Kliniken in Berlin stehen im Verdacht des Abrechnungsbetruges. Die Polizei durchsuchte am Dienstag mehrere Standorte. Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der «Berliner Zeitung» (Mittwochausgabe), wonach 150 Beamte im Einsatz waren und mehrere Orte überprüften. Laut Zeitung wird gegen mehrere Ärzte unter anderem aus den Bereichen Radiologie und Kardiologie ermittelt. Details wollte der Polizeisprecher wegen der laufenden Ermittlungen nicht nennen. Um 14.00 Uhr ist im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke eine Pressekonferenz geplant.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte zwar die Razzia, wollte sich aber nicht näher dazu äußern, berichtet die Zeitung. Zur Helios Kliniken Gruppe gehören 64 eigene Kliniken und 29 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). In Berlin gibt es Helios-Kliniken in den Ortsteilen Buch und Zehlendorf. Sitz der Zentrale ist ebenfalls Berlin.
Im vergangenen Jahr machten bereits die DRK-Kliniken bundesweit Negativschlagzeilen. Am Medizinischen Versorgungszentrum der DRK-Kliniken in Berlin soll es über mehrere Jahre hinweg einen großangelegten Abrechnungsbetrug gegeben haben. Der Vorwurf: Das Zentrum rechnete zum Beispiel in der Radiologie teure Chefarzt- und Facharztbehandlungen über die Krankenkassen ab, die in Wirklichkeit von nicht fertig ausgebildeten Assistenzärzten erbracht wurden.
Quelle: dpa

21.06.2011 | Berlin
Betrugsverdacht: Klinik will bei Aufklärung helfen
Nach der Polizei-Razzia wegen Betrugsverdachts wollen die Berliner Helios-Kliniken bei der Aufklärung helfen. «Wir haben nach unserer Einschätzung alles getan, um fehlerhafte Abrechnungen zu vermeiden», teilten die Kliniken am Dienstag mit. Zu den laufenden Ermittlungen selbst könnten keine Details genannt werden, hieß es.
Die Pressestelle erklärte, Beamte des Landeskriminalamtes Berlin hätten am Klinikum Berlin-Buch und in der Konzernzentrale Büros durchsucht. Dabei seien Abrechnungsunterlagen zu den ambulanten Leistungen der Poliklinik von Buch beschlagnahmt worden. Helios unterstütze die Aufklärung der Sachverhalte.
Quelle: dpa
Helios Kliniken Gruppe: www.helios-kliniken.de

21.06.2011 | Berlin
Hintergrund: Die Helios Kliniken Gruppe
Zur Helios Kliniken Gruppe (Fresenius Konzern) gehören deutschlandweit 64 eigene Kliniken, darunter zwei in Berlin-Buch und Berlin-Zehlendorf. Außerdem hat die Gruppe 29 Medizinische Versorgungszentren. Sie beschäftigt 34 000 Mitarbeiter. Helios ist zusammen mit Asklepios und der Rhön-Klinikum AG der größte private Klinikbetreiber in Deutschland. Eigenen Angaben zufolge versorgt er jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon etwa 650 000 stationär.
Mit fünf Maximalversorgern, darunter auch der Standort in Berlin-Buch mit rund 1000 Betten, nimmt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen mit insgesamt 19 000 Betten einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Sitz der Zentrale ist Berlin.
Vor allem im Klinikum Buch, das zuvor überschuldet, in städtischem Besitz und auf fünf marode Standorte verteilt war, gab es nach der Übernahme durch Helios 2001 jedoch auch immer wieder Ärger: Strikter Sparkurs und massiver Stellenabbau sorgten für Unruhe. Auch der moderne Neubau wies nach der Fertigstellung 2007 so starke Mängel etwa im OP-Bereich oder der Geburtshilfestation auf, dass umgehend nachgebessert werden musste.
Quelle: dpa
Helios Kliniken Gruppe: www.helios-kliniken.de




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