DEUTSCHLAND/WELT

01.07.2011 | Zella-Mehlis
Polizei nimmt DNA-Proben von Nachbarn im Fall Mary-Jane
Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod von Mary-Jane aus Zella-Mehlis hat die Polizei ihre Nachbarn um freiwillige DNA-Tests gebeten. Alle Frauen und Männer des Wohngebiets, in dem die Siebenjährige lebte, sollen Speichelproben zur Verfügung stellen. Zudem begannen Polizisten mit der Befragung aller Bewohner des Wohngebiets. Die Spuren-Suche wurde auch auf das benachbarte Suhl ausgedehnt. Polizisten durchsuchten nach einem Hinweis auf einen verdächtigen Radfahrer ein Waldgebiet. Außerdem wurde nochmals der Fundort der Leiche des Mädchens untersucht.
Quelle: dpa

29.06.2011 | Zella-Mehlis
Erneut Spurensuche am Fundort der toten Mary-Jane
Suchtrupps der Polizei haben am Mittwoch erneut den Fundort der Leiche von Mary-Jane weiträumig überprüft. «60 Beamte sind heute draußen im Gelände bei Zella-Mehlis, ohne Spürhunde», sagte ein Sprecher der Polizei im thüringischen Suhl.
Sie verstärkten die 50 Mitarbeiter der Sonderkommission. Die Leiche der Siebenjährigen war am Samstag von Wanderern in einem Bach nahe der Stadt entdeckt worden. Die Erstklässlerin war am Freitag vom Hort nicht nach Hause gekommen.
Die Suche konzentriert sich weiter auf einen etwa 40 Jahre alten Mann, der nach Zeugenaussagen als «zeitweiliger Begleiter» mit dem Mädchen kurz vor dessen Tod gesehen wurde.

Der Mann wird mit Hilfe eines Phantombildes gesucht. Mehrere hundert Hinweise sind laut Polizei bisher aus dem gesamten Bundesgebiet zu dem Gesuchten eingegangen. Die Ermittler prüften mit den Kollegen aus anderen Bundesländern Hinweise und Spuren. Verschwunden ist noch immer der signalrote Ranzen des Mädchens.
Die Polizei in Zella-Mehlis sucht zudem nach einer Wandergruppe. Sie soll aus sieben oder acht Personen bestehen und sich am vergangenen Freitag zwischen 19.30 und 20.00 Uhr in dem Waldgebiet aufgehalten haben, in dem später die Leiche des Kindes gefunden wurde. Nach ersten Erkenntnissen war die Gruppe auf einem Grillplatz im Wald. Wohin die Wanderer dann gingen, sei unklar, hieß es.
Quelle: dpa

28.06.2011 | Zella-Mehlis
Hunderte Hinweise nach Tod von Mary-Jane
Im Fall der ermordeten Mary-Jane aus dem thüringischen Zella-Mehlis sind bei der Polizei hunderte Hinweise eingegangen.
«Die Hinweise kommen aus ganz Deutschland, vor allem aber aus der Region», sagte ein Sprecher in Suhl am Dienstag. Kriminalbeamte sichteten, was vorrangig bearbeitet werden müsse. Auch in anderen Polizeistellen prüften die Beamten Hinweise, die nach der Veröffentlichung des Phantombildes eines «zeitweiligen Begleiters» der Siebenjährigen kurz vor ihrem Tod eingegangen sind.
Die Sonderkommission sei um weitere 30 Beamte auf etwa 80 aufgestockt worden. Mit den Suchkräften der Bereitschaftspolizei seien derzeit etwa 150 Kräfte im Einsatz. In den kommenden Tagen soll weitere Unterstützung aus anderen Polizeistationen kommen.

Unterdessen mussten die Ermittler einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Ein zweiter roter Schulranzen, der in einem Altkleidercontainer in Geraberg entdeckt worden war, gehört definitiv nicht dem toten Mädchen. Die Besitzer konnten ermittelt werden, wie die Polizei mitteilte.
In dem Ort war am Sonntag bereits eine rote Schultasche gefunden worden. Die kriminaltechnischen Untersuchungen dieses Ranzens sind noch nicht abgeschlossen. Die Polizei geht aber schon davon aus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um die gesuchte Tasche handelt.
Quelle: dpa

27.06.2011 | Zella-Mehlis
Polizei sucht mit Phantombild Begleiter von Mary-Jane
Ein Phantombild und ein roter Ranzen sollen auf die Spur des Täters führen: Nach dem gewaltsamen Tod von Mary-Jane aus Thüringen sucht die Polizei mit einer Zeichnung nach einem Mann, der mit der Siebenjährigen kurz vor ihrem Tod gesehen wurde.
Er wird als wichtiger Zeuge bezeichnet. Eine Sonderkommission (Soko) mit 50 Polizisten, unterstützt von mehr als 50 weiteren Spezialisten, sammelt Spuren und Hinweise, wie ein Polizeisprecher am Montag in Suhl sagte. Die Fahnder setzen ihre Hoffnungen auch auf den roten Tornister des Mädchens, der nicht bei der Leiche lag.

Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) zeigte sich nach einem Besuch der Friedrich-Schiller-Grundschule, in der Mary-Jane die erste Klasse besucht hatte, erschüttert. «Es ist ein Verbrechen, das unfassbar ist und das die ganze Stadt erschüttert und mitgenommen hat.» Das Mädchen war am Freitag nicht von der Schule nach Hause zurückgekehrt. Wanderer fanden am Samstag die Leiche der Siebenjährigen in einem Bach unweit ihres Wohnhauses.
Der per Phantombild Gesuchte soll einer Zeugenaussage zufolge zumindest am späten Freitagnachmittag in Zella-Mehlis ein «zeitweiliger Begleiter» der Erstklässlerin gewesen sein. Er soll etwa 40 Jahre alt sein, eine schlanke Statur und einen Drei-Tage-Bart haben. Auffällig sei seine graues Baseball-Kappe gewesen, hieß es.

Eine Tasche, die in Form und Aussehen dem Ranzen von Mary-Jane ähnelt, wurde am Sonntag in Geraberg entdeckt. Nach ersten Untersuchungen sei es eher unwahrscheinlich, dass es die gesuchte Schultasche sei, teilte die Polizei mit. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Geraberg liegt mehr als zehn Kilometer von Zella-Mehlis entfernt. Beide Orte haben Anschlussstellen zur Autobahn 71 nördlich und südlich des Rennsteigtunnels.
Matschie sagte, er habe am Montag an der Schule mit Lehrern gesprochen. «Ich habe den Eindruck, es wird in dieser schweren Situation alles getan, damit die Kinder die Krisensituation gut bewältigen können.» Schulpsychologen seien im Einsatz. Die Kinder könnten in Gesprächen und beim Malen ihre Gefühle ausdrücken. Einige, die Mary-Jane näher kannten, seien sehr betroffen.
Kerzen und Blumen seien in der Schule aufgestellt worden. Lehrer, Schüler und Psychologen hätten nach den ersten zwei Stunden beschlossen, den Unterricht fortzusetzen. In der Schule lernen insgesamt 168 Kinder. Der Hort wird länger geöffnet sein, damit Kinder nicht allein nach Hause gehen müssten,




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