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  • Duisburg-OB Sauerland

DEUTSCHLAND/WELT

 

16.07.2011 | Düsseldorf

Duisburg-OB Sauerland: Rücktritt nur bei Fehlern

 

Auch ein Jahr nach der Loveparade-Katastrophe will der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nur bei nachgewiesenen Fehlern zurücktreten.

 

Der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» («FAS») sagte Sauerland: «Wenn in meinem Aufgabenbereich Fehler nachgewiesen werden, ziehe ich die politischen Konsequenzen. Dann trete ich zurück oder lasse mich abwählen, mache aber auf jeden Fall den Platz frei.» Dass es solche Fehler gegeben haben könnte, glaubt er aber nicht: «Die Verwaltung der Stadt Duisburg hat keinen Fehler gemacht, der ursächlich zu dieser schrecklichen Katastrophe geführt hat.» Er sei sich auch heute noch sicher, dass das Handeln der Verwaltung korrekt gewesen sei, sagte Sauerland. «Aber abschließend werden darüber selbstverständlich erst Gerichte entscheiden.»

Am 24. Juli 2010 waren bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen ums Leben gekommen. Schon damals hatte Sauerland seinen Rücktritt nicht ausgeschlossen, ihn aber an mögliche Ermittlungsergebnisse geknüpft: «Natürlich stelle ich mir die Frage, ob man das Amt nach so einem tragischen Ereignis weiter ausüben kann. Aber diese Antwort werde ich erst dann geben, wenn ich die Antworten auf die uns alle bedrückenden Fragen habe», hatte er im August 2010 gesagt. Die Schuldfrage müsse geklärt werden.

 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Als Beschuldigte gelten derzeit 16 Menschen, darunter elf städtische Mitarbeiter. Ihnen wird vorgeworfen, das Konzept des Veranstalters trotz Mängeln ohne die nötigen kritischen Prüfungen übernommen zu haben. Am Montag hatte Sauerland vor dem Duisburger Stadtrat die moralische Verantwortung übernommen und sich bei Hinterbliebenen und Geschädigten entschuldigt.

Quelle: dpa
11.07.2011 | Düsseldorf

Loveparade-Genehmigung war rechtswidrig

 

Die Loveparade in Duisburg, bei der vor einem Jahr 21 Menschen ums Leben kamen, hätte so nicht genehmigt werden dürfen. «Die Erteilung der Genehmigung erfolgte rechtswidrig», heißt es in einem Bericht der Staatsanwaltschaft an die vorgesetzten Behörden vom Januar.

 

Der zuständige Duisburger Staatsanwalt Rolf Haferkamp bestätigte einen entsprechenden Artikel der «Rheinischen Post» vom Montag. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Als Beschuldigte gelten derzeit 16 Menschen, darunter 11 städtische Mitarbeiter. Ihnen wird laut Bericht vorgeworfen, das Konzept des Veranstalters trotz Mängeln ohne die nötigen kritischen Prüfungen übernommen zu haben. Haferkamp sagte, zu den Beschuldigten zähle auch ein leitender Polizeibeamter wegen seines Verhaltens bei der Loveparade am 24. Juli 2010.

 

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden wegen der enormen Menge an Daten und mehr als 3000 Zeugen noch einige Monate in Anspruch nehmen, sagte Haferkamp. Bis zum Abschluss der Ermittlungen und der Entscheidung über eine mögliche Anklageerhebung werde es daher voraussichtlich ebenfalls noch Monate dauern.

Quelle: dpa

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