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  • Bundeswehrgelöbnis am Reichstag

DEUTSCHLAND/WELT

 

20.07.2011 | Berlin

Bundeswehrgelöbnis am Reichstag - Gastredner Wulff

Am 67. Jahrestag des Attentats auf Diktator Adolf Hitler werden 470 Bundeswehrsoldaten an diesem Mittwoch in Berlin (18.30 Uhr) ihr Gelöbnis ablegen. Zum vierten Mal sprechen sie den Eid vor dem Reichstagsgebäude, um die Verbindung von Bundestag und Bundeswehr zu symbolisieren.

Gastredner ist Bundespräsident Christian Wulff. Die Soldaten sind die ersten freiwilligen Wehrdienstleistenden nach Aussetzung der Wehrpflicht am 1. Juli. Sie kommen aus dem Wachbataillon beim Verteidigungsministerium und von Bundeswehrstandorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Das Gelöbnis wird jedes Jahr am 20. Juli im Gedenken an die Verschwörer des gescheiterten Attentats auf Hitler abgelegt. Offiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatten 1944 vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten.

Für das von einigen linken Bündnissen kritisierte Gelöbnis werden der Platz vor dem Reichstagsgebäude und die umliegenden Straßen weiträumig abgesperrt. Früher hatte es immer wieder Demonstrationen gegen die Bundeswehr gegeben, in den vergangenen Jahren flaute der Protest ab. Bis zum Dienstag gab es auch in diesem Jahr keine Anmeldung einer Demonstration.

Quelle: dpa

Gedenkstätte Plötzensee: www.gedenkstaette-ploetzensee.de

Hintergrund: Das Rekruten-Gelöbnis


Das Gelöbnis ist das Treuebekenntnis der Wehrpflichtigen zur Bundesrepublik Deutschland. Die Soldaten der Bundeswehr sollen sich damit zur Treue gegenüber der Werteordnung des Grundgesetzes bekennen. Die Rekruten sprechen dazu in der feierlichen Zeremonie den Satz: «Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.» Öffentliche Gelöbnisse gibt es nicht nur auf Ehrenhöfen von Kasernen, sondern auch auf zentralen Plätzen oder an historisch bedeutenden Orten. Kritiker verurteilen die Zeremonie als militärisches Ritual, wiederholt störten Demonstranten Gelöbnisse.

Hintergrund: 20. Juli 1944

Der 20. Juli 1944 ist ein Symbol des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. An diesem Tag versuchte der 36-jährige Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg Adolf Hitler mit einem Bombenattentat zu töten. Nach dem Tod des Diktators sollte mit den Westalliierten über ein Ende des Zweiten Weltkrieges verhandelt werden.

Stauffenberg stellte im ostpreußischen Führerhauptquartier «Wolfsschanze» eine Aktentasche mit einer Zeitbombe ab und flog nach Berlin zurück. Bei der Explosion starben 5 von 24 Anwesenden, Hitler wurde nur leicht verletzt. Von Hitlers Tod überzeugt, setzte Stauffenberg in Berlin die «Operation Walküre» in Gang. Sie war ursprünglich ein Plan der Wehrmacht zur Unterdrückung eines möglichen Aufstandes im Krieg, der von den Offizieren umfunktioniert wurde.

Am späten Abend des 20. Juli wurde klar, dass der Anschlag gescheitert war. Noch in der Nacht wurden Stauffenberg und weitere Beteiligte in Berlin im Bendlerblock - damals Sitz des Heeresamtes - hingerichtet. Insgesamt fielen rund 200 Mitverschwörer der
Nazi-Justiz zum Opfer.

Seit 1999 erinnert die Bundeswehr am 20. Juli mit einem Gelöbnis an den Widerstand der Offiziere gegen Hitler. Ihr Streben nach Frieden und für  Menschenrechte soll als Traditionslinie für die Bundeswehr bewahrt werden.

Quelle: dpa

Gedenkstätte Plötzensee: www.gedenkstaette-ploetzensee.de

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