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31.07.2011 | Budapest
Button siegt beim Formel 1 Rennen in Budapest
Weltmeister Sebastian Vettel ist mit einem Podiumsplatz in der Puszta in die Formel-1-Ferien gerast und hat seinen zweiten Titel fast schon in der Tasche. Im irren Ungarn-Reifenpoker musste sich der WM-Spitzenreiter nur Jubilar Jenson Button geschlagen geben.
Der Engländer krönte im McLaren seinen 200. Grand Prix in Budapest mit seinem insgesamt elften Triumph. «Es nagt ein bisschen, weil ich das Gefühl hatte, das Rennen gewinnen zu können», bekannte Vettel mit gemischten Gefühlen. «Ich bin natürlich zufrieden mit dem zweiten Platz, was die Punktesituation angeht. Aber ich bin nicht ganz glücklich.»
Immerhin blieb Vettel bei dem Regenrennen mit zahlreichen Ausrutschern, Boxenstopps, Strategiefehlern und Führungswechseln eine Enttäuschung wie sieben Tage zuvor auf dem Nürburgring erspart. Dort hatte der Red-Bull-Pilot als Vierter zum bislang einzigen Mal in dieser Saison das Podium verpasst. «Es war ein gutes Rennen für uns, viele meiner Konkurrenten sind hinter mir gelandet», resümierte der 24-Jährige aus Heppenheim.

Der zweite Sieg eines McLaren-Piloten hintereinander verdarb ihm allerdings etwas die Vorfreude auf die Sommerferien. «Dass McLaren in den letzten Rennen sehr wettbewerbsfähig war, das gefällt uns nicht», räumte er ein. «Wir haben nicht mehr das schnellste Auto.» Schließlich hatten nur eine falsche Reifenwahl, ein Dreher und eine Durchfahrtsstrafe für den lange führenden Nürburgring-Sieger Lewis Hamilton einen Doppelerfolg des Teams der Stunde vereitelt. Der Brite wurde beim Großen Preis von Ungarn Vierter.
Regen-Künstler Button schwelgte nach der Champagner-Dusche in den höchsten Tönen: «Ein großartiger Moment. Aus irgendeinem Grund mag ich diese Bedingungen. Keine Ahnung, warum. Ein unglaubliches Wochenende.» Der Brite hatte bereits den Chaos-Grand-Prix in Kanada gewonnen und in Budapest vor fünf Jahren seinen ersten Formel-1-Sieg gefeiert. Papa John verdrückte in einen «Union Jack» gehüllt ein paar Tränen, von Model-Freundin Jessica Michibata gab es ein Küsschen.
Aber auch wenn Vettel bei nass-kalten, ungemütlichen 17 Grad und ständig wechselnden Witterungs- und Streckenbedingungen auf dem Hungaroring den erhofften Sieg verpasste, durfte er sich als heimlicher Sieger fühlen. Durch seinen zehnten Podestplatz im elften Saisonrennen konnte der Red-Bull-Pilot seinen großen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter ausbauen.

Nach elf von 19 WM-Läufen liegt Vettel (234 Punkte) nun 85 Zähler vor seinem Teamkollegen Mark Webber (149). Der Australier belegte in Ungarn Rang fünf. Hamilton (146) verteidigte den dritten WM-Rang vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso (145), der Tagesdritter wurde.
Der zweite Jubilar, Nico Rosberg, musste sich in seinem 100. Grand Prix mit Platz neun begnügen. Zwischendurch hatte der Mercedes-Pilot als vorübergehender Vierter nach einem Superstart sogar an einem Podestplatz geschnuppert. «Es waren sehr schwierige Bedingungen. Ich war mit harten Reifen unterwegs, die komplett abgefahren waren. Wir sind dann auf Intermediates gegangen - in dem Moment hat es geregnet. Das war's dann», begründete er die Positionsverluste.
Für Teamkollege Michael Schumacher gab es die nächste herbe Enttäuschung: Der Ungarn-Rekordsieger musste seinen Mercedes in der 28. von 70 Runden abstellen. «Der sechste Gang ist letzten Endes ausgefallen», wies der 42-Jährige auf einen Getriebeschaden hin. Adrian Sutil (Gräfelfing) belegte im Force India Rang 14. Timo Glock (Wersau) wurde 17. im Virgin.
Nick Heidfeld war nach einem unauffälligen Rennen als erster Deutscher in der 25. Runde ausgefallen. Gerade noch rechtzeitig konnte der Mönchengladbacher nach einem Stopp seinen brennenden Lotus-Renault in der Auslaufzone hinter der Boxengasse abstellen und herausspringen. «Es hat noch extremer gebrannt als in Barcelona», berichtete Heidfeld nach seinem zweiten Feuerunfall. «Die Flammen kamen mir etwas näher. Zum Glück ist nichts passiert.»

Vettel startete - anders als zuletzt am Nürburgring - glänzend und verteidigte auf der glitschigen Piste seine Pole-Position vor dem McLaren-Duo. Hamilton attackierte jedoch trotz des Regens wild und brachte den Weltmeister ständig in Bedrängnis. Im fünften Umlauf hatte der Brite dann Erfolg: Vettel bremste etwas zu spät, geriet auf den rutschigen Rand, und Hamilton zog vorbei. «Ich bin zu spät in die Kurve rein. Dann war die Führung futsch», sagte Vettel.
Die widrigen Streckenbedingungen bereiteten beinahe allen Piloten Probleme, obwohl sie mit Intermediate-Regenreifen starteten. Reihenweise rutschten sie - teilweise auch ins Gras. Nachdem die Strecke langsam abtrocknete, riskierten die ersten nach elf Runden einen Wechsel auf Slicks.
Dramatik dann in der 47. Runde, nachdem wieder Regen eingesetzt hatte. Hamilton drehte sich und musste Button passieren lassen - und Vettel war wieder dichter dran. Wie schon zu Beginn rutschten die Piloten wild hin und her.
Weil die Bedingungen auf der nassen Strecke immer schwieriger wurde, ließen Hamilton und einige Kollegen sich erneut Intermediates aufziehen. Ein Fehler, wie sich bald herausstellte. Aber im Reifenpoker verloren auch die Chefstrategen den Überblick. Nach spannenden 306,630 Kilometern siegte Button in 1:46:42,337 Stunden. Vettel lag 3,588 Sekunden zurück.
Quelle: dpa

30.07.2011 | Budapest
Vettel ist Schnellster im Ungarn-Abschlusstraining
Nach einer Nachtschicht seiner Mechaniker hat Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel im Abschlusstraining zum Großen Preis von Ungarn die schnellste Runde gedreht. Der WM-Spitzenreiter benötigte für den 4,381 Kilometer langen Hungaroring in seinem Red Bull 1:21,168 Minuten.
Zweiter wurde Ferrari-Pilot Fernando Alonso mit 0,301 Sekunden Rückstand. Jenson Button (+0,471) belegte im McLaren Rang drei vor Mark Webber im zweiten Red Bull. McLaren-Fahrer Lewis Hamilton, am Freitag noch Trainingsschnellster, musste sich mit Rang sieben begnügen.
Für Vettel zahlte sich damit wohl eine Sonderschicht seiner Crew in der Nacht zum Samstag aus. Zum ersten Mal in dieser Saison verstieß das Red-Bull-Team damit gegen die Sperrstunde, wie der Internationale Automobilverband FIA mitteilte. Die Arbeiten in der Garage dauerten demnach bis über die erlaubte Uhrzeit 2.00 Uhr morgens an. Die Sperrstunden-Regelung gilt seit diesem Jahr. Vier Ausnahmen hat jedes Team zur Verfügung, Red Bull nutzte diese Möglichkeit zum ersten Mal.
Wie die BBC berichtete, seien umfangreiche Änderungen am Auto von WM-Spitzenreiter Vettel vorgenommen worden. Vor allem am Heck wurde demnach gearbeitet. «Wir müssen uns verbessern, um nach vorn zu kommen», hatte Vettel nach Platz fünf im Freitagstraining gefordert. Der Weltmeister hatte zuletzt am Nürburgring zum ersten Mal in dieser Saison das Podium verpasst und bangt wegen der erstarkten Verfolger um sein komfortables Polster in der Gesamtwertung.
Vor dem elften Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) hat der Titelverteidiger 77 Zähler Vorsprung auf Webber. Hamilton liegt 82 Punkte zurück, Alonso sogar 86.
Zweitbester Deutscher im letzten Training vor der Qualifikation am Nachmittag war Mercedes-Fahrer Nico Rosberg als Sechster. Michael Schumacher fuhr im zweiten Silberpfeil auf Rang acht. Nick Heidfeld kam im Lotus-Renault als Elfter zurück an die Box. Für Force-India-Pilot Adrian Sutil reichte es nur zu Rang 16, Timo Glock musste sich im Marussia-Virgin mit Platz 23 begnügen.




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