SPORT

22.09.2011 | Gelsenkirchen
Schalke bestätigt: Trainer Rangnick zurückgetreten
Ralf Rangnick ist als Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurückgetreten. Der 53-Jährige sei «aufgrund eines Erschöpfungssyndroms momentan nicht in der Lage, die Kraft und Energie aufzubringen», die Mannschaft weiter zu führen, teilte der Verein am Donnerstag mit.
Rangnick hatte erst im März als Nachfolger von Felix Magath das Amt bei den Gelsenkirchenern übernommen. «Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich eine Pause brauche», wurde Rangnick in der Mitteilung zitiert. Der Entschluss sei ihm «unheimlich schwer gefallen», fügte der Coach hinzu. Manager Horst Heldt sagte: «Die Entscheidung von Ralf Rangnick verdient höchste Achtung. Wir sind ebenso der Auffassung, dass die Gesundheit in jedem Fall Vorrang vor allen beruflichen Zielen und Herausforderungen haben sollte.»
Der Verein will laut Aufsichtsratschef Clemens Tönnies weitere Details bei einer Pressekonferenz am Vormittag bekanntgeben. Eine Nachfolgelösung soll es noch nicht geben. «Wir haben heute ohnehin unsere turnusmäßige Aufsichtsratssitzung, da wird die Trainerfrage natürlich Thema Nummer 1 sein. Wir müssen die beste Lösung finden und nicht die schnellste», erklärte Tönnies dem Internetportal «Sport1». Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag betreut Co-Trainer Seppo Eichkorn die Mannschaft.
Quelle: dpa

22.09.2011 | Gelsenkirchen
Dokumentation: Ralf Rangnicks Rücktritts-Erklärung
Ralf Rangnick hat seinen Rücktritt als Trainer des FC Schalke 04 erklärt. In einer Pressemitteilung des Fußball-Bundesligisten wurde der 53-Jährige wie folgt zitiert:
«Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich eine Pause brauche. Die Entscheidung so zu treffen, ist mir unheimlich schwer gefallen. Doch mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen. Diesen Schritt gehe ich daher auch im Sinne meines Teams, denen ich für den weiteren Saisonverlauf den größtmöglichen Erfolg wünsche.»
Quelle. dpa
22.09.2011 | Berlin
Ralf Rangnick im Kurzporträt
Ralf Rangnick war erst im März diesen Jahres als Trainer zum FC Schalke 04 zurückgekehrt. Schon zwischen September 2004 und Dezember 2005 hatte er die Gelsenkirchener trainiert. Danach hatte der 53-Jährige als Chefcoach von 1899 Hoffenheim den Regionalligisten bis in die Bundesliga gebracht - einer seiner größten Erfolge.

Name: Ralf Rangnick
Geburtstag: 29.06.1958
Geburtsort: Backnang
Familienstand: verheiratet
Beruf: Fußballlehrer
Vereine als Profi-Trainer:
1997-1999 SSV Ulm 1846 (2. Liga)
1999-2001 VfB Stuttgart
2001-2004 Hannover 96
2004-2005 FC Schalke 04
2006-2010 1899 Hoffenheim
21.03.2011 bis 22.09.2011 Schalke 04
Größte Erfolge:
- Bundesliga-Aufstieg mit Hannover 96 (2002)
- Vizemeister mit Schalke 04 (2005)
- Durchmarsch mit 1899 Hoffenheim von Regionalliga Süd in die
Bundesliga (2006-2008)
- DFB-Pokalsieger mit Schalke 04 (2011)
- Champions-League-Halbfinalist mit Schalke 04 (2011)
22.09.2011 | Berlin
Hintergrund: Totale Erschöpfung: Burnout-Syndrom
Burnout bedeutet soviel wie «ausgebrannt sein». Das Erschöpfungssyndrom, an dem auch Fußballtrainer Ralf Rangnick leidet, bekommen meist Menschen, die über lange Zeit an ihrer Leistungsgrenze arbeiten. Sie überarbeiten sich in ihrem Beruf und stellen extrem hohe Erwartungen an sich selbst. Gerade weil Burnout vor allem ehrgeizige Menschen trifft, ist deren schleichendes Abgleiten in den Burnout oft nicht erkennbar.
Ausgangspunkt ist oft Überengagement im Beruf, der zum Lebensinhalt wird. Der Betroffene verleugnet seine Bedürfnisse. Anzeichen sind häufige Flüchtigkeitsfehler, völlige Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Energiemangel und Konzentrationsstörungen. Oft folgt ein reduziertes Engagement, einige Betroffene machen Schuldzuweisungen und werden aggressiv. Es kann aber auch zu Depressionen und Angststörungen kommen. Die Suchtgefahr steigt.
Wer einem Burnout-Syndrom vorbeugen will, sollte sein Privatleben stärker pflegen, Konfliktstrategien erlernen, häufiger Kompromisse durchsetzen und sich gegen Überforderung im Beruf wehren.




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