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28.11.2011 | Berlin
Hertha: Nur blaues Auge - Rätsel um Babbel-Verlängerung
Hertha BSC hat die schnelle Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ein finanzielles Minus von 6,7 Millionen Euro gebracht. Ein nichtgenannter Spender half. Mehr rätselten die Mitglieder auf ihrer Jahresversammlung um die Zukunft von Trainer Babbel. Verlängert er?
Der Hertha-Gönner, der mit einer Spende von acht Millionen Euro den finanziellen Verlust aus dem Betriebsunfall Abstieg gelindert hat, blieb ungenannt. Und auch das zweite große Rätsel wurde für die Mitglieder des Hauptstadtclub am Montagabend nicht gelüftet: Bleibt Markus Babbel über den Sommer 2012 hinaus Trainer von Hertha BSC? «Nein, habe ich nicht», hatte Babbel schon zuvor auf die Frage geantwortet, ob er einen neuen Vertrag bei der Jahreshauptversammlung mit in der Tasche habe. «Es gibt heute abends leider nichts Neues», erklärte Manager Michael Preetz und kündigte eine Entscheidung bis zum Rückrundenauftakt Ende Januar an.

Mit dem Aufstieg im vergangenen Sommer hatte sich der Kontrakt von Babbel automatisch um ein Jahr verlängert. Manager Michael Preetz sprach kurz danach von der «Sehnsucht nach einer langfristigen Zusammenarbeit». Doch der Vollzug zieht sich hin, Babbel will sich nicht unter Druck setzen lassen. Im Berliner ICC verfolgte er wie seine Spieler eine Stunde den Mitgliederabend lediglich von einem Zuschauerplatz am Rande des Saales. Auf eine Ansprache auf der Bühne verzichtete der 39-jährige Coach. Auch das Team präsentierte sich anders als in den Jahren zuvor nicht im großen Rampenlicht.
Hertha bemühte sich auch nach einem ordentlichen Wiedereinstieg in die 1. Liga um Demut. «Wir bleiben auf dem Boden, auf dem Teppich, bauen keine Luftschlösser», betonte Manager Preetz und erntete den Beifall der 1352 Mitglieder. «Momentan geht es nicht um Visionen. Es geht einzig und allein um den Klassenerhalt.»
Den Zweitliga-Absturz hat Hertha ein finanzielles Minus von 6,7 Millionen Euro beschert - damit ist der Hauptstadtclub vor allem dank eines anonymen Spenders mit einem blauen Auge davongekommen. Einem Aufwand von 61,8 Millionen Euro, davon 22,7 Millionen Personalkosten, stand in der abgelaufenen Spielzeit 2010/11 ein Umsatz von 55,1 Millionen Euro entgegen. Dieses wirtschaftliche Ergebnis gab Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller am Montag den Mitgliedern des Vereins bekannt. Geplant hatte der Hauptstadtclub mit einem Verlust von 13,3 Millionen Euro.

«Wir haben das erfüllt, wofür wie angetreten sind. Ein Jahr konnten wir das Niveau in der 2. Liga erhalten», sagte Schiller. Durch den «Sonderertrag» von acht Millionen Euro, die ein nicht genannter Spender überwiesen hat, sowie Abschreibungen auf Spielerwerte konnte Hertha die Verbindlichkeiten sogar von 37,35 Millionen Euro im Juni 2010 auf 34,73 Millionen Euro zum 30. Juni 2011 senken. Nachgezahlt hat der Verein zudem rund zwei Millionen Euro Stadionmiete, die Berlin als Eigentümer des Olympiastadions im Zweitliga-Jahr gestundet hatte, bestätigte Schiller.
Die laufende Saison in der Bundesliga plant der Aufsteiger eher konservativ mit einem Etat von 57,6 Millionen Euro, davon entfallen 24,8 Millionen Euro auf Personalkosten. Schiller geht von einer ausgeglichenen Bilanz zum Saisonende aus, zumal Hertha in den Punkten Zuschauerschnitt und DFB-Pokal derzeit mit mehr Einnahmen rechnen könne. Auch die stille Reserve in Form der Spielerwerte sei von 30,3 Millionen Euro am 15. Mai dieses Jahres auf derzeit 48,175 Millionen Euro gestiegen. Mit einem weiteren wesentlichen Schuldenabbau aber rechnet der Hertha-Geschäftsführer in dieser Saison nicht.




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