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06.05.2009

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06.05.2009|Berlin (dpa/bb)

WM-Countdown läuft: «Berlino» startet in 100 Tagen

Braunbär «Berlino» grüßt schon vom 368 Meter hohen Fernsehturm, zwölf Kilometer weiter westwärts soll die Leichtathletik-Welt Mitte August ihr blaues Wunder erleben. Der Countdown für die Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion läuft, an diesem Donnerstag (7. Mai) sind es noch 100 Tage bis zum Start des größten Sportspektakels im Jahr zwischen Olympia und Fußball-WM. «Wir biegen auf die Zielgerade ein. Vorfreude und Spannung steigen», meinte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und des WM-Organisationskomitees (LOC).

Da lacht der Bär - das Wappentier der Spree-Metropole. Maskottchen «Berlino» hat den WM-Slogan längst drauf: «Have a good Time!»  Gute Zeiten brechen für die Macher um Geschäftsführer Heinrich Clausen aber erst an, wenn der Organisations-Marathon absolviert ist - am Abend des 23. August. Für spannenden Sport müssen an den neun Wettkampftagen rund 2000 Läufer, Werfer und Springer sorgen. Noch rollt der Fußball im Olympiastadion, die Hertha-Fans fiebern im Titelkampf mit ihrem Verein. Am 7. Mai startet in Bonn ein WM-Truck zur «Roadshow» durch die 60 größten deutschen Städte.

Noch wissen viele Hauptstädter gar nicht, was in der Arena mit der tiefblauen Laufbahn zwischen dem 15. und 23. August abgeht. Doch das soll sich schnell ändern. «Top-Leistungen der deutschen
Leichtathleten in der Freiluftsaison sind die beste Werbung für Berlin, und gute Ergebnisse bei der Weltmeisterschaft im Olympiastadion das beste Rezept für Nachhaltigkeit», erklärte Prokop in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Wie Stuttgart bei der ersten Leichtathletik-WM in Deutschland vor 16 Jahren will auch die Hauptstadt ein guter und charmanter Gastgeber sein - mit Herz und Schnauze als Berliner Markenzeichen. «Wir wollen nicht nur die Leichtathletik-Fangemeinde ansprechen, sondern auch das breite Berliner Publikum», kündigte Clausen an. Berlins «Regierender» Klaus Wowereit (SPD) hat «wunderbare Titelkämpfe» versprochen. Und der Bürgermeister baut «auf ein kleines Wunder, dass die Deutschen in Berlin ihre Liebe zur Leichtathletik wiederentdecken».

Ein kleines Wunder werden die Organisatoren wohl auch beim Ticketverkauf brauchen: Bis zum 1. August 375 000 sollen Karten abgesetzt werden. Bis Mittwoch waren knapp 220 000 der zur Verfügung stehenden 545 000 Tickets an den Fan gebracht. «Als Geschäftsführer bin ich erst zufrieden, wenn alle Eintrittskarten verkauft sind. Aber der Zwischenstand ist wirklich sehr positiv, er liegt über den Erwartungen», meinte Clausen, Verwalter eines 44-Millionen-Euro-Etats.

Aus der Wirtschaft sollen 24 Millionen Euro kommen - 15 Millionen aus dem Kartenverkauf, neun Millionen durch das Marketing. Die Stadt Berlin trägt 20 Millionen Euro in Form einer Ausfallbürgschaft. In Kürze soll der vierten nationale Sponsor - ein deutsches DAX-Unternehmen - präsentiert werden. Bislang sind die Deutsche Post, das Energie-Unternehmen Vattenfall und die Lufthansa eine  Partnerschaft mit dem OK eingegangen.

Unverzichtbar sind auch die 3500 Volunteers. «Ich finde das phänomenal, wie viele helfende Hände sich da regen», sagte Clausen. «Ohne die insgesamt 6000 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die kein Geld
bekommen, wäre so eine WM nicht organisierbar.» Zu den Volunteers kommen noch 1500 Helfer und 900 Kampfrichter.

Wenn die (Medaillen)-Jagd beginnt, muss auch der omnipräsente Braunbär «Berlino» in Deckung gehen: Denn punkt 10.05 Uhr fliegt am 15. August im Olympiastadion vor 54 000 Zuschauern die erste Kugel - in der Qualifikation der stoßkräftigen Männer.

 

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