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SPORT

 

26.05.2009

26.05.2009 | Hamburg (dpa)

Schock für den HSV: Trainer Jol wechselt zu Ajax

 

Schock für den Hamburger SV: Die «neue Ära», die Martin Jol beim Bundesliga-Dino begründen sollte, entpuppte sich nur als kurzes Intermezzo. Trainer Jol wechselt vom Fußball-Bundesligisten zu Ajax Amsterdam.

 

Wie der niederländische Traditionsclub mitteilte, erhält der 53- Jährige einen Dreijahresvertrag. Jol war erst am 1. Juli 2008 zu den Hamburgern gekommen und hatte die Hanseaten in die Europa League sowie in die Halbfinals des UEFA-Pokal-Wettbewerbs und im DFB-Pokal geführt. Der Niederländer hatte noch einen Kontrakt beim HSV bis 2010. Jol tritt in Amsterdam die Nachfolge des Anfang Mai

zurückgetretenen Marco van Basten an.

 

Beide Vereine hatten zuvor bestätigt, über einen möglichen Wechsel des Fußball-Lehrers zu diskutieren. Eine Ajax-Delegation soll in Hamburg sein, um den Deal über die Bühne zu bringen. Drei Tage nach dem Erreichen des Saison-Minimalziels Europa League schockte die spektakuläre Nachricht die Hamburger Fans. Schließlich sind die Hanseaten - trotz der bitteren 19 Derby-Tage gegen Werder Bremen - unter Jols Regie aufgeblüht. Die Hanseaten erreichten erstmals seit 26 Jahren wieder ein Europapokal-Halbfinale, zudem standen sie in der Vorschlussrunde des DFB-Pokals und spielten lange um die deutsche Meisterschaft mit.

Auch wenn keiner der Beteiligten zunächst für Klarheit sorgte: Jols abrupter Weggang nach nur 53 HSV-Pflichtspielen ist beschlossene Sache. Laut «Bild.de» ging es nur noch um die Ablöse. Der 53-Jährige soll für drei Jahre bei Ajax unterschreiben und die Nachfolge des ehemaligen Bondscoachs Marco van Basten antreten. Der Knackpunkt dürften die Ablösemodalitäten gewesen sein, da Ajax «den Deutschen keine Transfersumme bezahlen» wolle. Heißester Kandidat für die mögliche Jol-Nachfolge ist nach Informationen der «Hamburger Morgenpost» der frühere Schalke-Coach Mirko Slomka. «Natürlich würde ich mich über einen Anruf aus Hamburg sehr freuen», sagte Slomka «abendblatt.de».

 

Bereits eine Woche zuvor soll es erste Gespräche zwischen Jol und Ajax gegeben haben. Grund für die sich anbahnende Trennung könnten Differenzen zwischen Jol und den HSV-Machern um Bernd Hoffmann über das künftige sportliche Konzept sein. Doch auch die beiden waren sich zuletzt nicht immer einig. Nun soll nach Informationen von «Spiegel Online» in der Clubspitze über einen Nachfolger für den mit seinen Winter-Zugängen glücklosen Beiersdorfer nachgedacht werden. Angeblich soll Aufsichtsratsmitglied Sergej Barbarez als Kandidat bereitstehen. Während Hoffmann für ein vorsichtigeres Transfer-Gebaren plädiert, warb Jol für eine aggressive Einkaufspolitik und die Verpflichtung von millionenteuren Topstars.

 

Der TV-Sender NOS berichtete, Jol könne sich gar bis 2014 an Ajax binden. Ajax wolle auch die Mitglieder des technischen Trainerstabs von Jol beim HSV übernehmen. Jol war erst vor dieser Saison nach 177-tägiger Suche als Huub-Stevens-Nachfolger zum HSV gekommen und von Hoffmann als «absolute 1A-Wahl» vorgestellt worden, mit der eine «neue Ära» eingeleitet werden sollte.

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