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SPORT

 

28.05.2009

28.05.2009 | Paris (dpa)

Haas bei French Open weiter - Federer mit Mühe

 

Mit Routine, Lockerheit und auch ein bisschen Glück hat Paris-Rückkehrer Thomas Haas nach einem Fünf-Satz-Kraftakt die dritte Runde der French Open erreicht.

 

Der bald 32 Jahre alte Tennisprofi aus Hamburg entschied das Duell gegen den fast zehn Jahre jüngeren argentinischen Qualifikanten Leonardo Mayer mit 6:3, 7:6 (7:2), 3:6, 4:6, 6:3 für sich. Dagegen gingen für Andreas Beck die ersten French Open seiner Karriere zu Ende. Der 23 Jahre alte Linkshänder aus Stuttgart unterlag Schüttler-Bezwinger Marc Gicquel aus Frankreich mit 4:6, 7:6 (8:6), 6:7 (3:7), 5:7.

 

«Am Ende war es haucheng», sagte Haas. «Aber es ist ein unglaubliches Gefühl und ich will es genießen, hier mal wieder in der dritten Runde zu stehen.» Dort bekommt es der Wahl-Amerikaner mit Jeremy Chardy zu tun. Das bislang einzige Duell mit dem Franzosen hat Haas im Februar in der ersten Runde beim Hartplatz-Turnier in Delray Beach verloren. «Ich freue mich darauf und habe eine Chance, mich zu revanchieren», sagte er. «Das wird der erste große Test für mich.» Und als Belohnung für die ungeliebten Rutschpartien im roten Sand könnte im Achtelfinale sogar der Härtetest mit Roger Federer folgen.

 

Allerdings hatte der Weltranglisten-Zweite aus der Schweiz bei der Jagd auf seinen 14. Grand-Slam-Titel schon in Runde zwei mehr Mühe als erwartet. Erst nach 3:25 Stunden Schwerstarbeit auf dem Court Philippe Chatrier ballte Federer kurz die Faust, als der 7:6 (10:8), 5:7, 7:6 (7:2), 6:2-Erfolg gegen Jose Acasuso aus Argentinien feststand. Dabei wehrte der 27-Jährige im ersten Durchgang vier Satzbälle und im dritten Durchgang einen weiteren Satzball ab. «Ich bin zufrieden und erleichtert», sagte Federer. «Nachdem ich den dritten Satz gewonnen hatte, war ich körperlich und mental stärker.»

Körperlich stark präsentierte sich auch der Weltranglisten-63. Haas, der wieder auf dem kleinen Außenplatz sechs unterhalb des großen Center Courts ranmusste. Obwohl die gefallenen Temperaturen «Gift» (O-Ton Haas) für seine lädierte Schulter sind, biss der Wahl-Amerikaner auf die Zähne und rang den 30 Plätze tiefer notierten Sandplatz-Experten Mayer in fünf Sätzen nach 3:27 Stunden nieder.

 

Dabei war Paris für Haas seit seinem ersten Besuch 1998 nur selten eine Reise wert. Nur einmal, im Jahr 2002, erreichte er auf dem roten Ziegelmehl das Achtelfinale. Zweimal scheiterte er hier in Runde eins, einmal in Runde zwei und viermal in Runde drei. In den vergangenen beiden Jahren hatte er wegen seiner Schulterbeschwerden die Plackerei auf Asche vermieden. «Ich wusste nicht, ob ich hier noch einmal antreten würde und bin eigentlich nur dabei, weil ich mich gerade wohlfühle», sagte er nach seinem Erstrunden-Sieg. Angereist ist er mit seiner Verlobten Sara Foster und einem neuen Betreuerstab mit dem Schweden Thomas Hogstedt und Physiotherapeut Alex Stober, einst persönlicher Masseur von Superstar Pete Sampras.

 

Die Partie gegen Mayer war für Haas erst die siebte in diesem Jahr auf Sand. Die Mütze nach hinten gedreht und angetrieben von den zahlreichen deutschen Fans («Tommy, du bist der Geilste») steckte er auch die zwischenzeitliche Schwächephase weg. «Viermal in Folge ins Aus, das ist doch zum Kotzen», fluchte er nach einem Ballwechsel. Beim Stand von 4:3 glückte im fünften Durchgang das Break - im anschließenden Aufschlagspiel landete ein Ball von Haas vor dem ersten Matchball genau auf der Linie. «Da war es nochmal eng», sagte er. Doch mit dem zweiten Matchball machte Haas alles klar.

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