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01.06.2009

01.06.2009 | Paris (dpa)
Nach Nadal-Sturz: Aus für Haas und Kohlschreiber
Einen Tag nach dem spektakulären Sturz von Roland-Garros-König Rafael Nadal haben sich Thomas Haas und Philipp Kohlschreiber als letzte deutsche Darsteller von der bedeutendsten Sandplatz-Bühne der Welt verabschiedet.
Haas musste sich trotz 2:0-Satzführung und einer starken Vorstellung auf dem Center Court von Paris dem Weltranglisten-Zweiten Roger Federer noch mit 7:6 (7:4), 7:5, 4:6, 0:6, 2:6 geschlagen geben. Kohlschreiber unterlag wenig später dem Spanier Tommy Robredo mit 4:6, 7:5, 6:7 (4:7), 2:6. Trotz des «Au revoir» am Pfingstmontag hatten Haas und Kohlschreiber für das beste deutsche French-Open-Ergebnis seit 13 Jahren gesorgt.

Dabei wackelte vor allem Federer bedenklich im Match gegen Haas, mit 31 Jahren der älteste noch im Turnier verbliebene Spieler und der einzige ungesetzte. Erst nach einem packenden Fünf-Satz-Thriller über 3:07 Stunden auf dem voll besetzten Court Philippe Chatrier verwandelte der 13-malige Grand-Slam-Sieger aus der Schweiz seinen zweiten Matchball. «Es ist frustrierend, wenn du so nah dran bist. Das war wie ein Boxkampf und tut am Ende verdammt weh», sagte Haas.
Zwischen 12.29 Uhr und 15.37 Uhr bekamen die Zuschauer ein ganz besonderes Drama in fünf Akten zu sehen. Im ersten Durchgang gab Federer bei eigenem Aufschlag bis zur 6:5-Führung keinen Punkt ab. Nach 47 Minuten entschied Haas dann im Tiebreak den Satz für sich. Federer wirkte nervös, machte ungewohnt viele Fehler und wirkte angeschlagen. Das Nadal-Aus tags zuvor schien ihn eher zu lähmen denn zu beflügeln. Als er dann auch noch den zweiten Satz verlor, bahnte sich die dritte große Überraschung nach dem Nadal- und Djokovic-K.o. an.
Im dritten Durchgang hatte Haas bei 4:3-Führung sogar eine weitere Breakchance, doch Federers Ball landete genau auf der Linie. Beim Stand von 4:4 und 40:30-Führung unterlief Haas einer von insgesamt drei Doppelfehlern. «Wenn da zwei, drei Punkte anders laufen, muss er die Koffer packen», sagte der Hamburger. Kurz darauf gelang Federer das Break zum 5:4 und schließlich der Satzgewinn zum 6:4. Den vierten Durchgang schenkte Haas in nur 21 Minuten her und sammelte seine letzten Reserven für den fünften, in dem ihm aber die Puste ausging.
«Tommy war ein sehr starker Gegner. Er hat mich am Anfang ganz schön unter Druck gesetzt. Aber ich habe versucht, ruhig zu bleiben. Es war ein großartiger Kampf für mich», sagte Federer. Nach der Erlösung sprang der 27-Jährige in die Luft, stieß einen langen Schrei aus und schmiss sein schwarzes Stirnband in die Menge.

Das zweite «Erdbeben» blieb aus, nachdem der viermalige Champion Nadal nach 31 Spielen erstmals auf dem roten Ziegelmehl von Roland Garros verlor und im Achtelfinale gegen den Schweden Robin Söderling 2:6, 7:6 (7:2), 4:6, 6:7 (2:7) ausgeschieden war. «Das Unmögliche ist geschehen auf dem Court Philippe Chatrier. Rafael Nadal hat verloren. Ich wiederhole: Rafael Nadal hat verloren, der Herrscher, der Unbesiegbare, der Tyrann, der seit seiner Machtergreifung 2005 ununterbrochen über Roland Garros regiert hat», schrieb die Sportzeitung «L'Équipe» am Montag. Martialische Worte wählte das spanische Blatt «El Mundo»: «Söderling guillotiniert Nadal».
Dreieinhalb Stunden standen sich Söderling und Nadal auf dem Center Court gegenüber, ehe ein Volley des Spaniers im Aus landete und das Ergebnis auf der Anzeigetafel zu lesen war. «Das musste eines Tages passieren. Es ist keine Tragödie, ich muss diese Niederlage akzeptieren», sagte Nadal. Angesprochen auf seine Wimbledon- Vorbereitung sagte der 22-Jährige mit einem Lachen: «Jetzt bereite ich mich erstmal auf den Swimmingpool meines Hauses vor.»




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