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SPORT

 

02.06.2009

01.06.2009 | Köln (dpa)

Gummersbach gewinnt EHF-Pokal: 26:22 über Velenje

 

Der VfL Gummersbach hat nach langer Zeit im tristen Niemandsland an alte, ruhmreiche Epochen angeknüpft. Mit dem 26:22 (16:8) im Final-Rückspiel gegen RK Gorenje Velenje gewann der Handball-Bundesligist den EHF-Pokal und damit den ersten europäischen Titel seit 26 Jahren.

Wie schon beim 29:28 vor einer Woche im Hinspiel bewahrte das Team von Trainer Sead Hasanefendic kühlen Kopf und setzte sich gegen den slowenischen Meister in souveräner Manier durch. Damit blieb dem deutschen Handball eine weitere Final-Pleite erspart: Kiel (Champions League) und Nordhorn (Pokalsieger) hatten in den vergangenen beiden Tagen bittere Endspiel-Niederlagen hinnehmen müssen.

Vor 14 329 Zuschauern in der Kölner Lanxess Arena waren Momir Ilic (7/3 Tore) und Vedran Zrnic (7) die besten Schützen des nunmehr neunmaligen Europapokalsiegers. «Die Emotionen sind sehr groß. Ich kann meine Freude kaum fassen», sagte VfL-Trainer Hasanefendic über seinen ersten europäischen Titel als Vereinstrainer. «Dieser Sieg kann ein Signal sein für die Zukunft, dass sich hier etwas bewegt und andere Zeiten kommen», meinte Bundestrainer Heiner Brand, der als ehemalige Gummersbacher Handball-Größe wie auch Petre Ivanescu einen Start nach Maß der Gastgeber beobachtete. Bereits nach 14 Minuten lagen die Oberbergischen mit 8:2 vorn.

Vor allem Goran Stojanovic erwies sich in dieser Phase als großer Rückhalt. Der VfL-Keeper parierte allein in der ersten Halbzeit elf Würfe und einen Siebenmeter. Dank seiner Reaktionsschnelligkeit und der Wurfkraft von Rückraum-Star Ilic ging der VfL mit einem beruhigenden Acht-Tore-Polster in die Pause.

Eine Schwächephase des Altmeisters nach Wiederanpfiff blieb ohne große Folgen. Trotz schwindender Konzentration und zahlreicher Fehlwürfe rettete Gummersbach einen Teil des Vorsprungs über die Zeit. Schon Minuten vor dem Ende der Partie erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen und feierten frenetisch die Rückkehr ihres Clubs in den europäischen Handball-Adel.

Der Triumph soll bei der Bewältigung der finanziellen Probleme helfen. Nur ein Verzicht der Spieler auf Teile ihres Gehalts verhinderte vor rund vier Wochen die Zahlungsunfähigkeit. Gummersbach hatte mit seinen Profis eine Gehaltsreduzierung für die Monate März, April und Mai um 25 Prozent vereinbart. Erst im Juni sollen diese gestundeten Beträge überwiesen werden. Die Lizenz für die kommende Spielzeit erhielt der VfL nur unter Auflagen, die bis zum 4. Juni erfüllt sein müssen. Nicht zuletzt deshalb halten sich Gerüchte über einen schon in dieser Woche anstehenden Verkauf von Star Momir Ilic, der mit THW Kiel in Verbindung gebracht wird.  

Ein ähnliches Schicksal wie beim Ligakonkurrent TuSEM Essen befürchtet die Vereinsspitze jedoch nicht. Die Essener hatten vor vier Jahren nur wenige Monate nach dem Triumph im EHF-Pokal zum ersten Mal Insolvenz angemeldet.

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