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SPORT

 

05.06.2009

04.06.2009 | Frankfurt/Main (dpa)

Wieder fünf Meistertitel für Hambüchen

 

Er kniff die Augen zu und atmete tief durch: Fabian Hambüchen hat bei den deutschen Turn-Meisterschaften eine furiose und kraftraubende Titeljagd hingelegt.

 

Nach dem Gewinn des Mehrkampf-Titels sicherte sich der deutsche Ausnahmeturner in den Gerätefinals wie im Vorjahr weitere vier Siege und steigerte sein nationales Titelkonto auf 25. Damit ist der kleine Hesse dem Rekordmeister Eberhard Gienger (34) wieder ein großes Stück näher gekommen. Beim 75. Championat im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfestes in Frankfurt am Main wurde der Superstar von den fast 10 000 Besuchern bei den beiden Final-Veranstaltungen für seine Glanz-Leistungen euphorisch gefeiert.

 

Die größte Freude löste bei dem Wetzlarer der Erfolg an den Ringen aus: Es war der erste an jenem Gerät, das noch vor Jahren als Schwachstelle des Mehrkampf-Königs galt. Mit gestreckten Armen genoss er nach dem Doppelbücksalto mit halber Schraube beim Abgang unter den Ringen die Ovationen des Publikums und heizte die Menge mit seinen Gesten immer wieder an. «Das war echt geil. Schön, dass es jetzt auch an den Ringen geklappt hat», meinte er nach der Premiere, schränkte aber ein: «Vorjahresmeister Thomas Andergassen ist ja nicht mehr aktiv.» Auch Vater Wolfgang Hambüchen unterstrich die Außergewöhnlichkeit des Moments: «Das war für uns ein Vorbeimarsch.»

Die Titel am Barren, Sprung und Reck waren hingegen für den Champion schon fast Routine. Am Königsgerät war es der fünfte Sieg in Serie, am Barren der fünfte insgesamt, beim Sprung der vierte.

Am Reck war Hambüchen froh, dass er nicht alle Höchstschwierigkeiten zeigen musste und das Stressprogramm endlich bewältigt war. In der Holmengasse war wegen der brillanten Darbietung (15,325) des Hessen selbst Spezialist Marcel Nguyen aus Unterhaching chancenlos. Obwohl der Zweite der Champions Trophy seinen spektakulären Tsukahara-Abgang präsentierte, den zur Zeit nur er beherrscht, reichte es nur zu Platz zwei. «Das ist meine bisher stabilste Woche», freute sich Nguyen. «Nur die Stuttgarter WM und Olympia waren noch toller.»

 

Der Auftakt war für Hambüchen nur wenig erbaulich verlaufen. Gleich zweimal musste der Europameister die Bodenmatte verlassen. «Irgendwie kam er mit dem Belag nicht so richtig klar», bedauerte Wolfgang Hambüchen. Damit war der Weg frei für Philipp Boy. Der Cottbuser holte sich den ersten Meistertitel seiner Karriere. «Das erste Gold ist mir eine Genugtuung für die Patzer der letzten Tage», meinte der EM-Vierte. Hambüchen, der an diesem Gerät 2003 mit 15 Jahren seine Titelpremiere bei den Senioren gefeiert hatte, kassierte damit seine erste Niederlage in Frankfurt. Beim Sprung konnte er aber den Spezialisten Matthias Fahrig aus Halle knapp in Schach halten.

 

Bei den Frauen unterstrich Mehrkampfmeisterin Kim Bui ihre Ausnahmestellung mit der Titelverteidigung beim Sprung und am Boden. «Es ist optimal gelaufen. Beim Abgang war ich gefährlich nah am oberen Holm, aber es hat gepasst», meinte die Tübingerin, nachdem sie am Stufenbarren hinter der EM-Dritten Anja Brinker aus Herkenrath auf den Silberrang gekommen war. Am Balken dominierte Joeline Möbius aus Chemnitz.

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