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SPORT

 

07.06.2009

07.06.2009 | Berlin (dpa)

ALBA lebt noch - Bonn hofft auf Heimvorteil

 

 

Fast 14 000 ALBA-Fans feierten das Lebenszeichen ihres Teams stürmisch, doch die Diagnose für den deutschen Basketball-Meister fiel zurückhaltend aus. «ALBA atmet noch», stellte Sportdirektor Henning Harnisch nach dem 65:39 (28:22)-Kantersieg gegen die Telekom Baskets Bonn fest.

 

Der Titelverteidiger verhinderte damit den vorzeitigen Finaleinzug von der Konkurrenz vom Rhein. Doch schon am 09. Juni will der Vizemeister aus Bonn in eigener Halle endlich eine Playoff-Serie gegen den achtmaligen Champion gewinnen und in das Endspiel einziehen.

 

Das Debakel in Berlin, das an die 44:69-Schlappe im Pokalfinale erinnerte, beeindruckte Trainer Michael Koch nicht. «Das Ergebnis spielt gar keine Rolle. Wir haben ein Spiel verloren und uns mit den beiden Siegen zuvor die Chance erspielt, am Dienstag zu Hause diese Serie zu gewinnen», sagte Koch. Dem pflichtete Harnisch bei, der einst gemeinsam mit Koch als Spieler in Leverkusen ALBA so manche Pleite zugefügt hatte. «Der Abstand ist letztlich sekundär. In Bonn wird es merklich schwerer», betonte Harnisch.

 

ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi erklärte, warum: «Wir hatten 14 000 Leute im Rücken, in Bonn haben wir 6000 gegen uns. Doch wenn wir mit der selben Konsequenz spielen, haben wir eine Chance.» Trainer Luka Pavicevic lobte, wie seine Spieler mit dem Druck umgingen. «Wir haben uns eine Chance erkauft. Aber in Bonn zu gewinnen, ist eine Herausforderung», sagte der Serbe.

Die Mannschaft des Titelverteidigers, der den an der Bandscheibe angeschlagenen Immanuel McElroy gut ersetzte, ging nach dem Spielende auch nicht mit strahlenden, sondern ernsten Gesichtern in die Kabine. «Wir dürfen uns ein bisschen freuen, aber nicht zu lange», sagte Regisseur Steffen Hamann, der zu Beginn als einziger Deutscher neben neun Amerikanern auf dem Feld stand. Hamann hatte 2004 mit Bamberg im Halbfinale eine 2:0-Führung gegen ALBA verspielt, mit einem Gala- Auftritt aber das fünfte Spiel in Berlin entschieden, wo die Bonner bei einer weiteren Niederlage am Donnerstag erneut antreten müssten.

 

Trainer Koch, der als einstiger Griechenland-Legionär magere Ergebnisse aus den Playoffs kennt, verging die gute Laune nach der anfänglichen 18:13-Führung. Mit 65 zugelassenen Punkten war der Europameister von 1993 zwar zufrieden, «doch wenn ALBA um einige Klassen besser verteidigt als man selbst, muss man das anerkennen», meinte Koch, dessen Mannschaft im zweiten und im letzten Viertel jeweils nur sechs Zähler markierte. Mit gerade einmal elf Punkten war der Bonner Brandon Bowman bester Werfer, bei ALBA trafen nur Julius Jenkins und Casey Jasobsen mit je zehn Punkten noch zweistellig.

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