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SPORT

 

07.06.2009

07.06.2009 | Istanbul (dpa)

Button-Triumph auch am Bosporus - Vettel Dritter

 

 

Ein fataler Fahrfehler raubte Vettel nach wenigen Metern alle Siegchancen und machte den Weg für Formel-1-Dominator Button am Bosporus zum erneuten Triumph frei.

 

Beim Großen Preis der Türkei geriet die deutsche WM-Hoffnung in der tückischen Kurve 10 aufs Gras und musste nach einem Klasse-Start von der Pole Position aus den BrawnGP-Piloten an sich vorbeiziehen lassen. Eine Dreistopp-Strategie kostete Vettel dann auch noch Rang zwei.

 

«Ich glaube, wir hätten heute ohnehin keine Chance gehabt», meinte der allerdings wegen das taktischen Fehlgriffs auch angesäuerte Vettel zur Übermacht von Button. Der Brite fuhr im siebten Saisonlauf seinen sechsten Sieg vor Vettels Teamkollegen Mark Webber ein und machte fast im Schongang den nächsten Schritt Richtung WM-Thron. Im Kampf um die Krone der «Königsklasse» büßte Vettel mit nunmehr 32 Zählern Rückstand weitere vier Punkte gegenüber Button ein.

 

«Was soll ich sagen, Jungs, was soll ich sagen, Jungs. Danke, danke», sagte Button via Boxen-Funk. «Das Auto war von einer anderen Welt», meinte er. «Das war ein Wahnsinnssieg», freute sich Button auch noch auf dem Podium der Pressekonferenz. Sechs Erfolge in den ersten sieben Rennen - das gelang zuvor lediglich Rekordweltmeister Michael Schumacher und Jim Clark.

Fünfter wurde in Istanbul der Wiesbadener Williams-Mann Nico Rosberg. Timo Glock aus Wersau rettete im Toyota noch einen Punkt als Achter, Nick Heidfeld konnte seinen Miseren-Kurs im BMW-Sauber mit Rang 11 nicht verlassen. «Ich bin definitiv enttäuscht», gab der Mönchengladbacher zu. Adrian Sutil kam im Force India mit Mercedes-Motor nicht über Platz 17 hinaus. Weltmeister Lewis Hamilton kam im McLaren-Mercedes auf Rang 13. «Er muss auch durch die harten Zeiten durch», meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, der den Champion gern wieder auf Erfolgskurs bringen würde. Die Ferraris mit Ex- Champion Kimi Räikkönen und Felipe Massa spielten im sonnigen Istanbul nur eine Statistenrolle mit den Rängen neun und sechs.

 

In der WM-Wertung führt Button mit 61 Punkten vor Teamkollege Rubens Barrichello (35), der nach völlig verpatztem Start sein Auto zehn Runden vor Schluss in der Garage abstellen musste. In der Teamwertung holte das Red-Bull-Duo dagegen etwas auf: Brawn führt dennoch mit 96 Zählern immer noch klar vor Vettel und Webber (56,5 Punkte).

 

Die Freude über seinen Top-Start währte bei Vettel nur kurz. Den ersten Angriff des voll auf Attacke gepolten Button, der sein Auto ungewöhnlicherweise schräg in seiner Start-Box postiert hatte, wehrte der Heppenheimer ab. Doch bei der Anfahrt auf die Schikane passierte ihm der Faux-Pas: Vettel lenkte seinen Boliden übers Gras, konnte den Red Bull zwar noch abfangen, doch Button zog mit seinem weißen Brawn-Mercedes am «Roten Bullen» vorbei.

Auf die Hilfe Barrichellos konnte Button nicht hoffen: Der Brasilianer blieb am Start fast stehen und wurde nach Runde eins auf Rang 12 registriert. Rosberg, der neben Vettel zu den begehrtesten Fahrern auf dem Markt gehört, betrieb weitere Werbung in eigener Sache und raste mit seinem Williams-Toyota vom 9. Startrang erstmal auf Platz fünf vor.

 

Als erster zum Nachtanken an die Box kam Vettel in der 15. Runde - nicht überraschend, sein Auto war nach dem Qualifying das zweitleichteste. Button stoppte einen Umlauf später. Vettels Strategie, sich mit einem erneut leichteren Auto an den «Brawnie» ranzupirschen, ging erstmal auf. Nach 24 Runden saß Vettel Button im Nacken. Nur kam der Hesse an dem 29-Jährigen einfach nicht vorbei, im 28. Durchgang musste er dann die Verfolgungsjagd wieder aufgeben und erneut an die Box zum Tanken. «Die Dreistopp-Strategie war der Versuch, ihn zu überholen. Als das nicht gelang, war es gelaufen», meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. «Das machte meiner Ansicht nach nicht ganz so viel Sinn», monierte Vettel, dass man die Taktik nicht kurzfristig auf zwei Stopps umgestellt habe.

 

Vor seinem finalen Stopp musste sich Vettel wieder einen Vorsprung gegenüber Webber herausfahren. Während Button ungefährdet seinem Sieg in 1:26:24,848 Stunden über die Gesamtdistanz von 309,396 Kilometern entgegenfuhr, kam Vettel nach seinem dritten Halt hinter Webber zurück auf die Strecke. «Sebastian, schon dein Auto», so die Anweisung fünf Runden vor Schluss über den Funk an Vettel, «Mark ist schneller». Im Ziel war aber auch der Australier um über sechs Sekunden langsamer als «Boost»-Button.

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