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SPORT

 

07.06.2009

07.06.2009 | Potsdam (dpa)

Happy-End im Titelkrimi: Potsdam gewinnt Meisterschale

Turbine Potsdam hat im dramatischen Finale der Frauenfußball-Bundesliga die Nerven bewahrt und den hauchdünnem Vorsprung über die Ziellinie gerettet. Dank eines 3:0 (1:0)-Erfolgs gegen den VfL Wolfsburg wehrte der Tabellenführer am letzten Spieltag im Fernduell den Angriff des punktgleichen Verfolgers FC Bayern München ab und sicherte sich nach 2004 und 2006 zum dritten Mal den Bundesliga-Titel. Im spannendsten Krimi der Liga-Historie mussten sich die Münchnerinnen nach dem 3:0 (0:0) bei Absteiger TSV Crailsheim mit Rang zwei begnügen. Am Ende fehlte ihnen ein einziger Treffer zur Meisterschaft. «So einen Erfolg hatten wir uns im tiefsten Innern nicht erhofft. Dank an den lieben Herrgott», kommentierte Turbine-Coach Bernd Schröder das Happy-End.

Trotz des sicheren Erfolg über Wolfsburg musste das Team aus Potsdam nach dem Schlusspfiff noch bange Minuten überstehen, ehe das Ergebnis aus Crailsheim für grenzenlosen Jubel sorgte. «Letzte Woche sind wir durch die Hölle gegangen. Wir wollten heute zeigen, dass wir besser sind als im Pokalfinale», sagte Torschützin Jenny Zietz.

Acht Tage nach dem 0:7-Debakel im Pokalfinale gegen Duisburg tat sich der Tabellenführer im Duell mit Wolfsburg zunächst schwer. Zwar bestimmte er das Spiel, machten aber zu wenig aus seinen Chancen. Erst der Elfmeter nach Foul von Rebecca Smith an Torjägerin Anja Mittag wendete das Blatt zugunsten der Gastgeber: Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff verwandelte Zietz vor 2516 Zuschauern sicher zur umjubelten Führung. Damit war der Bann gebrochen: Ein Doppelschlag von Tabea Kemme (56.) und Mittag (61.) beseitigten alle Zweifel an einem Sieg.

Lange Gesichter gab es dagegen beim FC Bayern. Wie schon bei der 0:4-Schlappe am Mittwoch gegen Duisburg blieb die Mannschaft, die ohne ihren erkrankten Trainer Günther Wörle nach Crailsheim gereist war, in der ersten Halbzeit hinter den Erwartungen zurück. Erst nach der Pause gelangen Treffer gegen das abwehrschwache Schlusslicht. Alle Hoffnungen, den Konkurrent aus Potsdam auf der Zielgeraden noch abfangen zu können, erwiesen sich trotz der Tore von Bianca Rech (48.), Nina Aigner (52.) und Nicole Banecki (75.) als Wunschdenken. In der hektischen Schlussoffensive gelang kein weiterer Treffer, der den Titelgewinn beschert hätte.

Das Foto-Finish an der Tabellenspitze wertete DFB-Präsident Theo Zwanziger als Indiz für die wachsende Attraktivität des Frauen-Fußballs: «Nach der enttäuschenden Niederlage im DFB-Pokal-Finale ist für Turbine Potsdam der Gewinn der deutschen Meisterschaft in einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen sicher eine große Freude und Genugtuung. Ich freue mich, das der letzte Spieltag das i-Tüpfelchen einer attraktiven und spannenden Saison war.»

Rang drei ging an den FCR Duisburg, der zuletzt mit deutlichen Siegen im UEFA-Pokal-Finale gegen Swesda Perm (6:0, 1:1) und im DFB-Pokalfinale gegen Potsdam für Furore gesorgt hatte. Nicht zuletzt
deshalb ließ sich der vergebliche Griff nach der Meistertrophäe verschmerzen. Im Anschluss an das 5:0 über den SC Freiburg stieg im Stadion eine große Party, bei der die Spielerinnen von NRW-Innenminister Ingo Wolf die Ehrensportmedaille des Bundeslandes erhielten.

Der spannende Zieleinlauf beschert der Bundesliga drei Startplätze für die neu geschaffenen Champions League. Potsdam und München sind als Meister und Vizemeister dabei, Duisburg qualifizierte sich über den Sieg im UEFA-Pokal. Hätte sich der FCR noch auf einen der ersten beiden Plätze verbessert, wäre die Bundesliga in der europäischen Königsklasse mit nur zwei Clubs vertreten gewesen.

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