SPORT
10.06.2009

10.06.2009 | Halle (dpa)
Deutsche Festspiele in Halle - Zverev überrascht
Die deutschen Festspiele beim Rasen-Tennisturnier im westfälischen Halle gehen weiter. In Abwesenheit des übermächtigen Titelverteidigers Roger Federer zogen gleich drei Deutsche ins Viertelfinale ein.
Für einen Paukenschlag sorgte der 21- Jährige Mischa Zverev, der in einem wahren Tennis-Krimi München-Sieger Tomas Berdych aus Tschechien 3:6, 6:2, 7:6 (10:8) niederrang. Zehn Tage vor Wimbledon präsentierte sich im deutschen «Rasen-Mekka» auch Vorjahresfinalist Philipp Kohlschreiber weiter in Topform. Der Augsburger besiegte den an sechs gesetzten Russen Dimitrij Tursunow 6:4, 7:6 (8:6). Ebenfalls in der Runde der besten Acht steht Benjamin Becker. Der Weltranglisten-83. bezwang bei den mit 750 000 Euro dotierten Gerry Weber Open überraschend Altmeister Rainer Schüttler, den Wimbledon-Halbfinalisten des vergangenen Jahres, 6:4, 2:6, 6:4.
«Mischa hat ein fantastisches Match gezeigt und knüpft damit an die Leistungen der vergangenen Wochen an», lobte Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen den Hamburger Zverev, der sich immer mehr zur großen Nachwuchshoffnung im deutschen Tennis mausert. Als Weltranglisten-45. ist er derzeit so hoch notiert wie nie und steht bereits zum vierten Mal in diesem Jahr unter den besten Acht. Zuletzt hatte der gebürtige Moskauer beim World Team Cup in Düsseldorf an der Seite von Nicolas Kiefer (Hannover) mit vier Erfolgen im Doppel aufhorchen lassen.
Schon auf dem Weg zu seinem bisher größten Karriere-Erfolg, der Viertelfinalteilnahme beim Masters-Sandplatzturnier in Rom Ende April, hatte Zverev den Weltranglisten-21. Berdych knapp geschlagen. «Schon da hatte er Matchbälle gegen mich», sagte der Linkshänder. «Ich wusste, dass er irgendwann Angst kriegt und zittert», schilderte der 21-Jährige, der im Tiebreak des dritten Satzes schon 6:3 in Front lag, dann selbst zwei Matchbälle gegen den Halle-Champion von 2007 abwehrte, ehe er nach 2:32 Stunden alles klar machte - ganz zur Freude seiner Freundin und seines Trainer-Vaters Alexander Zverev, eines früheren sowjetischen Davis-Cup-Spielers.
Sein zweites Halbfinale auf der ATP-Tour nach Moskau im vergangenen Oktober will ihm entweder Thomas Haas oder Jo-Wilfried Tsonga streitig machen. Der in Florida lebende Hamburger und der französische Weltranglisten-Neunte spielten am Abend gegeneinander. Wer ihm lieber sei? «Egal, die sind beide interessant und bekannt.»
Der Mettlacher Becker trifft in seinem ersten Viertelfinale des Jahres entweder auf den Bayreuther Philipp Petzschner oder den belgischen Qualifikanten Olivier Rochus. «Nach so langer Zeit auf der Challenger-Tour genieße ich das hier jetzt. Ich bin aber noch nicht zufrieden und will noch mehr», sagte Becker. Kohlschreiber bekommt es entweder mit dem für Federer nachgerückten Lucky Loser Lukas Lacko aus der Slowakei oder dem Ravensburger Andreas Beck zu tun. Als weiterer Deutscher hat noch Kiefer die Chance aufs Viertelfinale.




Kommentare