SPORT
12.06.2009

12.06.2009 | Berlin (dpa)
Startschuss zum Abschied: ISTAF mit Stars
Startschuss zur Abschiedstour, Superstars auf blauer Bahn und dicke Berliner Luft: Wenn die Leichtathleten im Olympiastadion die letzte Golden-League-Saison einläuten, ist die Zukunft des ISTAF ungewiss.
Noch steht in den Sternen, ob auch in der historischen Arena die Diamanten funkeln, wenn der Weltverband IAAF im kommenden Jahr die Diamond League aus der Taufe hebt. «Das ISTAF wird es auch im nächsten Jahr geben. Ob wir uns für die Diamond League bewerben, werden wir nach den Gesprächen an diesem Wochenende entscheiden», sagte ISTAF-Direktor Gerhard Janetzky in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Stabhochsprung-«Kosmonautin» Jelena Issinbajewa, das Hochsprung-Duell zwischen Blanka Vlasic und Ariane Friedrich, dazu Kenenisa Bekele, Tero Pitkämäki, Andreas Thorkildsen und viele deutsche Asse wie Weitspringer Sebastian Bayer und Sprinter Stefan Schwab sollen 65 000 Leichtathletik-Fans ins Stadion locken. «Mr. ISTAF» Janetzky hat bei einem vergleichsweise bescheidenen Etat von 2,7 Millionen Euro alles für eine perfekte Generalprobe der Weltmeisterschaften (15. bis 23. August) getan.
Sonnenschein, 23 Grad und nur zehn Prozent Regenwahrscheinlichkeit lassen auf eine stimmungsvolle Mini-WM hoffen. Dennoch haben dunkle Wolken die Vorfreude getrübt, Janetzky ist «verärgert» über jüngste Äußerungen von Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Der Jurist aus Kelheim hatte Verhandlungen mit der IAAF angekündigt, um die «Diamond League im kommenden Jahr in Berlin zu präsentieren». Und dann nachgeschoben: Der Verband würde das Meeting auch in Eigenregie organisieren.
24 Stunden später stellte der DLV klar, dass sein Vorstoß nicht gegen das ISTAF gerichtet war. Ziel des Verbandes sei es aber, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um auch nach 2009 im Olympiastadion ein Top-Sportfest zu präsentieren. Es müsse Anspruch und Selbstverständnis der deutschen Leichtathletik und des deutschen Sports sein, auch nach der WM zumindest mit einem Meeting im Top- Bereich der internationalen Leichtathletik vertreten zu sein, heißt es in einer DLV-Mitteilung: «Dieses Ziel ist in keiner Weise gegen das ISTAF gerichtet.»
«Ich halte diese Diskussion drei Tage vor dem Meeting für unschön. Das lenkt die Berichterstattung der Medien von den Hauptdarstellern, den Sportlern, ab. Ich bin zufrieden, dass wir eine so hochkarätige Besetzung haben», meinte Janetzky. «Wenn wir eine gute Veranstaltung liefern, ist das sicher auch eine schöne Vorlage für die WM im gleichen Stadion.» Das sieht auch IAAF-Präsident Lamine Diack so, der das ISTAF unbedingt in der neuen Premium-Serie Diamond League sehen möchte. Auf einem «Gipfeltreffen» mit Diack, Janetzky und Prokop könnten am Wochenende schon Weichen gestellt werden.
Und im Stadion für die Athleten. Die große Frage: Wer wird Millionär? Die Verlierer in den jeweils fünf (Männer/Frauen) Golden-League-Disziplinen sind schon raus aus dem Rennen um Goldbarren im Wert von einer Million Dollar. Nur wer auf allen sechs Stationen siegt, knackt den Jackpot oder muss ihn - wie so oft - mit ebenso erfolgreichen Konkurrenten teilen. Seit dem Start im Jahr 1998 gab es nur drei «echte» Millionäre - und das waren Frauen: Tatjana Lebedewa (Russland/2003), Maria Mutola (Mosambik/2005) und im Vorjahr Kenias junges Mittelstreckenwunder Pamela Jelimo.




Kommentare