SPORT
18.06.2009

17.06.2009 | Rustenburg
Spanien im Halbfinale - Südafrika wahrt Chance
Spaniens Rekordjäger sind beim Confederations Cup als erste Mannschaft ins Halbfinale eingezogen, Gastgeber Südafrika hat einen großen Schritt Richtung Vorschlussrunde gemacht.
Nach dem 5:0-Schützenfest zum Auftakt gegen Neuseeland begnügte sich der Fußball-Europameister von der iberischen Halbinsel in Bloemfontein gegen den Irak mit einem 1:0-Pflichtsieg und stellte die Bestmarke von 14 Erfolgen in Serie ein. Vor 30 512 Zuschauern gelang EM-Torschützenkönig David Villa (54. Minute) gegen den Asien-Meister das goldene Tor für den EM-Champion, der damit vorzeitig unter die Top-4 gelangte. Seine Chance wahrte Südafrika durch das 2:0 über Neuseeland. In Rustenburg war der zweifache Torschütze Bernard Parker (21./52.) umjubelter Mann beim Gastgeber, der mit 4 Punkten aussichtsreich im Rennen liegt. Der Irak (1) trifft allerdings noch auf «Schlusslicht» Neuseeland (0).

«Wichtig waren allein die drei Punkte», analysierte Matchwinner Villa nach seinem 30. Länderspieltreffer. «Ich bin zufrieden. Wir haben unser erstes Ziel erreicht, den Halbfinal-Einzug. Der Irak hat uns das Leben schwer gemacht», kommentierte sein Trainer Vicente del Bosque die wenig berauschende Vorstellung seiner «Serientäter». 14 Siege nacheinander waren zuvor nur Australien (1996-97), Brasilien (1997) und Frankreich (2003-04) gelungen. Und dem nächsten Weltrekord ist Spanien auch ganz nah: Seit 34 Spielen ist der EM-Champion schon ungeschlagen, Brasiliens Spitzenwert von 35 Partien (1993-96) kann schon im letzten Gruppenspiel gegen Südafrika egalisiert werden. «Die Rekorde sind eine Extra-Motivation», betonte del Bosque.
Anders als bei der Tor-Gala gegen die «Kiwis» tat sich seine auf vier Positionen veränderte Elf gegen die von Weltenbummler Bora Milutinovic trainierte Irak-Auswahl sehr schwer. Vor allem die extrem defensive Ausrichtung von Milutinovic, der mit neun Abwehrkräften die Verknappung der Räume verordnete, zeigte Wirkung. Villa (25.) und Cazorla (29.) vergaben Top-Chancen, Stürmerstar Torres blieb dagegen weitgehend wirkungslos. Nach 54 Minuten hatte das zähe Geduldsspiel ein Ende. Der von zahlreichen Spitzenclubs in Europa umworbene Valencia-Torjäger Villa sorgte nach einer perfekt getimten Flanke Capdevilas mit seinem zweiten Turniertreffer für die Erlösung. Da der Irak dank des knappen 0:1 noch Chancen auf das Weiterkommen hat, frohlockte auch Milutinovic und sprach von einer seiner «süßesten Niederlagen».

Während für die Neuseeländer der WM-Testlauf nach der zweiten Niederlage schon vor dem letzten Duell gegen den Irak gelaufen ist, würde Südafrika ein Unentschieden gegen Spanien im abschließenden Vorrundenspiel sicher zum Einzug in die Runde der letzten Vier reichen. Im Fernduell müssen die Regenbogen-Kicker aber immer noch den Irak im Auge behalten, der mit einem Sieg über Neuseeland auch noch auf vier Punkte kommen könnte. Gegen die «All Whites» vergab Südafrika sogar einen höheren Sieg und die Aufbesserung des vielleicht entscheidenden Torverhältnisses.
Südafrikas stark unter Druck stehende Trainer Joel Santana brachte in Pienaar nur einen neuen Spieler in seine Startformation. Der frühere Borusse kurbelte nach seiner auskurierten Verletzung das beim 0:0 gegen den Irak noch so arg stotternde Offensivspiel an. Die «Jungs» (Bafana) legten unter Pienaars Regie schwungvoll los. Thembinkosi Fanteni (3.) und Teko Modise (4.) hatten frühe Chancen. Pienaar (17.) prüfte Kiwi-Keeper Glen Moss mit einem Distanzschuss. Parker erlöste die zuletzt leidgeprüften Fans dann mit seinem Treffer aus 15 Metern.
10 000 Freikarten für Kinder hatte der König der Bafokeng, der höchste politische Repräsentant der Region Rustenburg, spendiert. Die von unaufhörlichen Vuvuzela-Klängen geprägte Stimmung in der Arena war prächtig. Die Hausherren wollten nachlegen, doch Moss parierte gegen Parker (32.). Neuseeland Offensiv-Bemühungen blieben auch in einer kurzen Drangphase vor der Pause rudimentär.
In der zweiten Halbzeit bestimmte Südafrika weiter die Partie, und der bei Roter Stern Belgrad unter Vertrag stehende Parker baute mit seinem zweiten Tor die Führung aus. Einen möglichen Parker-Dreierpack verhindert der starke Moss (63.), der einen Kopfball des Stürmers abwehrte. Technisch deutlich überlegen brachte «Bafana Bafana» den Sieg sicher nach Hause. Neuseeland war viel zu harmlos.




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