SPORT
19.06.2009

18.06.2009 | Pretoria (dpa)
Weltmeister Italien patzt - Brasilien brilliert
Der Weltmeister patzt, der Rekord-Champion brilliert: Auf höchst unterschiedliche Weise haben sich Italien und Brasilien auf ihr Gipfeltreffen beim Confederations Cup in Südafrika eingestimmt.
Während die «Azzurri» beim 0:1 (0:1) gegen Afrika-Meister Ägypten in Johannesburg sensationell ihre erste Turnier-Niederlage kassierten, bezwangen die Brasilianer in Pretoria mit launigem Samba-Fußball das US-Team mit 3:0 (2:0). Im ersten direkten Duell von zwei Top-Teams bei der WM-Generalprobe steht nun vor allem Italien unter Druck. Bei einem weiteren Punktverlust droht dem Team von Trainer Marcello Lippi sogar die vorzeitige Heimreise, denn auf Ägypten wartet im letzten Spiel der Gruppe B mit dem US-Team der vermeintlich leichtere Gegner.

Wie schon beim 3:1 zum Auftakt gegen die USA begannen die Italiener ohne Bayern-Stürmer Luca Toni und den nötigen Schwung. So hielten die respektlosen Ägypter mit dem Dortmunder Bundesliga-Profi Mohamed Zidan als einziger Spitze die Partie lange Zeit offen und brachten die Abwehr um Routinier Fabio Cannavaro sogar wiederholt in Schwierigkeiten. Beinahe folgerichtig geriet das Team von Marcello Lippi auch in seinem zweiten Turnierspiel in Rückstand. Im Anschluss an einen Eckball übersprang Mohammed Homos (40.) seinen Gegenspieler Daniele de Rossi und überwand Gianluigi Buffon per Kopf zum 1:0.
Anders als in der Partie gegen die Amerikaner gelang dem Weltmeister diesmal die Wende nicht mehr, obwohl sich Torchancen genug boten. Doch Vincenzo Iaquinta (54./70.) und Andrea Pirlo (74.) scheiterten am toll haltenden ägyptischen Torhüter Essam El Hadary. Auch der nach knapp einer Stunde eingewechselte Toni konnte das Blatt nicht mehr wenden. Da war Zidan, zweifacher Torschütze gegen Brasilien, wegen einer Oberschenkelverletzung bereits ausgewechselt.
Unmittelbar nach ihrem Pflichtsieg gegen die USA, den Felipe Melo (7.), Robinho (20.) und Maicon (62.) sicherstellten, dachten die Brasilianer bereits an den Sonntags-Hit. «Wir werden gegen Italien alles geben. Das ist kein Freundschaftsspiel», versprach Robinho, «wir haben eine starke Truppe, auch wenn wir mal ein paar Spieler austauschen.»

Trainer Carlos Dunga hatte auf die Defensivschwächen beim mühsamen 4:3 zum Auftakt gegen Ägypten mit vier Änderungen, davon drei in der Viererkette, reagiert - und diese Rotation machte sich bezahlt. Der neue Rechtsverteidiger Maicon, nach zweimonatiger Verletzungspause für Dani Alves in der Startelf, wurde zum Wegbereiter der Führung. Von Ermüdungserscheinungen bei den Brasilianern wenig zu sehen. Mannschaftsarzt José Luiz Runco hatte nach den Dauerstrapazen der vergangenen Wochen «Pyjama-Training» angeordnet, und die vorgeschriebene Schlafkur schien die Starkicker zu inspirieren.
Selbst mit angezogener Handbremse ließ der Favorit die verwirrte US-Defensive teilweise schlecht aussehen. «Wir haben den Ball laufen lassen, das hilft immer», meinte Dunga zufrieden. Die harmlosen US- Boys wurden erst nach der Pause etwas aktiver. Als allerdings Kljestan nach einer rüden Attacke an Ramires vom Platz flog, war es mit der Gegenwehr vorbei. Bei Lattentreffern der eingewechselten US- Profis Benny Feilhaber (83.) und Conor Casey (88.) waren die Brasilianer mit ihren Gedanken wohl bereits in der Kabine.




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