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  • Wimbledon: Haas weiter

SPORT

 

24.06.2009

24.06.2009 | London (dpa)

Haas weiter - Bruchlandung für Schüttler

 

Thomas Haas hat nach einer halben Stunde Kurzarbeit die dritte Runde in Wimbledon erreicht. Sieben Spiele waren auf dem leinen Center Court bei den All England Championships gespielt, da gab der Franzose Michael Llodra mit schmerzverzerrtem Gesicht gegen den Hamburger auf.

 

Der 31-jährige Haas hatte zu diesem Zeitpunkt mit 4:3 in Führung gelegen. Einem Stoppball war Llodra so ungestüm hinterher gerannt, dass er in den Schiedsrichterstuhl krachte und ein Ballmädchen unter sich begrub. Die junge Dame überstand den Zusammenstoß mit dem 29 Jahre alten Tennisprofi unverletzt, Llodra aber warf nach zwei Ballwechseln das Handtuch.

 

Eine Bruchlandung erlebte auch Rainer Schüttler. Nach dem Höhenflug des Vorjahrs bis ins Halbfinale stürzte der Korbacher diesmal schon in der zweiten Runde ab. Gegen seinen Angstgegner Dudi Sela aus Israel kassierte der 33-Jährige mit 6:7 (3:7), 3:6, 2:6 eine bittere Niederlage, die der Erstrundenpleite in Melbourne Anfang des Jahres in Nichts nachstand. Schon zum dritten Mal verlor der Korbacher gegen den neun Jahre jüngeren Israeli, der nach der Premiere 2008 erst sein zweites Match auf dem «Heiligen Rasen» gewann und ihn streckenweise vorführte

Die erwartete Zweitrunden-Niederlage kassierte Qualifikant Simon Greul gegen den übermächtigen Serben Novak Djokovic. Der Reutlinger unterlag dem Mitfavoriten auf den Titel 5:7, 1:6, 4:6. Zwar trumpfte der 28-Jährige zunächst auf und knöpfte dem Weltranglisten-Vierten sogar gleich den Aufschlag ab. Doch am Ende blieb dem 102 Plätze schlechter eingestuften Greul nur das Trostpflaster des ersten gewonnenen Grand-Slam-Matches. Nach fünf Erstrundenpleiten hatte er im Qualifikanten-Duell den Amerikaner Michael Yani geschlagen.

 

Eine herbe Enttäuschung erlebte auch Maria Scharapowa. Trotz allen Stöhnens, das sich im Verlaufe der Partie zu einem Dezibel-Orkan entwickelte, unterlag die Wimbledon-Siegerin von 2004 auf dem Center Court Gisela Dulko aus Argentinien mit 2:6, 6:3, 4:6. Auch im Vorjahr war die 22-jährige Russin in Runde zwei ausgeschieden und danach zehn Monate verletzt gewesen. Deshalb war ihre Devise vor dem Kurztrip nach Wimbledon: «Ich bin froh, überhaupt wieder hier zu sein.»

 

«Heute war definitiv nicht mein Tag», sagte Schüttler. «Aber ich muss auch neidlos akzeptieren, dass Dudi nach dem ersten Satz einfach der Bessere war.» Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad im Schatten hatte Schüttler nicht einmal schlecht angefangen gegen den Israeli, der nach seinem Debüt 2008 erst sein zweites Match auf dem «Heiligen Rasen» gewann. Doch ein paar verpatzte Bälle - und der Vorteil war vergeben.

 

Danach hatte Schüttler nichts mehr zu Lachen. Die beiden verlorenen Duelle in Melbourne und Peking 2008 im Hinterkopf lähmten seine Bemühungen - oder der quirlige Israeli machte sie zunichte. «Er hat nach dem ersten Satz konstant gut gespielt - und ich mal gut und mal weniger gut», ärgerte sich Schüttler, der beim Davis-Cup- Viertelfinale in Spanien nicht dabei sein wird. «Ich spiele in Stuttgart und Hamburg.»

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