SPORT
28.06.2009

28.06.2009 | Berlin (dpa)
Box-Weltmeister Abraham verteidigt Titel
Arthur Abraham bleibt Box-Weltmeister des Verbandes IBF im Mittelgewicht. Der 29 Jahre alte Berliner gewann in seiner Wahlheimat durch technischen K.o. in der zehnten Runde gegen den Hamburger Mahir Oral.
Der gebürtige Armenier siegte damit auch in seinem 30. Profikampf und absolvierte seine zehnte Titelverteidigung mit Erfolg. Der ebenfalls 29 Jahre alte Herausforderer Oral kassierte in seinem 29. Profikampf seine zweite Niederlage.
Oral erwischte den besseren Start und konterte den Favoriten in den ersten drei Runden immer wieder gut aus. Doch in der vierten Runde machte Abraham urplötzlich ernst und schickte Oral mit einer Rechten erstmals auf den Ringboden. Auch danach musste der offensiv agierende Herausforderer, der sich nach Kräften wehrte, immer wieder schwere Treffer einstecken und kassierte in der sechsten Runde den nächsten Niederschlag. Nachdem Oral in der zehnten Runde noch dreimal angezählt wurde, warf sein Trainer Hans-Jürgen Witte das Handtuch.
Abraham müsste seinen Titel wieder im September gegen Pflichtherausforderer Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik auf das Spiel setzen. Der Champion wird nach Gewichtsproblemen in der Vergangenheit möglicherweise aber in das Supermittelgewicht aufsteigen.

26.06.2009| Berlin (dpa/bb)
Boxen: Abrahams zwei Gegner: Erst das Gewicht, dann Oral
Erst das Gewicht, dann der Herausforderer: Box-Weltmeister Arthur Abraham hat noch einmal zwei Gegner, bevor sich der Berliner wohl aus dem Mittelgewicht verabschieden wird. Der Kampf gegen die Pfunde fiel dem IBF-Champion diesmal aber leichter, und der Hamburger Mahir Oral ist am Samstagabend in der Hauptstadt klarer Außenseiter bei der freiwilligen Titelverteidigung.
«Bei mir ist nur wichtig, Gewicht zu machen - der Rest kommt von allein», sagt Abraham, der nicht müde wird, vor seinem einstigen Sparringspartner zu warnen. Promoter Wilfried Sauerland registrierte zwar zufrieden, dass der gebürtige Armenier dank seines speziellen Fitness- und Ernährungsprogramms im Trainingslager an der Ostsee dem Kampfgewicht schon sehr nah kam. Doch ganz sorgenfrei wirkt Sauerland nicht. «Ich hoffe, dass er nicht zu viel Substanz verloren hat, denn die braucht er. Mahir Oral ist nicht nur ein sympathischer, sondern auch ein guter Sportler. Es hat andere gegeben, die den Kampf abgelehnt haben», unterstreicht Sauerland.

Oral hat nur einen seiner bisher 28 Profikämpfe verloren und fühlt sich bei allem Respekt vor der Schlaghärte des Weltmeisters für seine erste WM-Chance gerüstet. «Ich bin zum Kampftag topfit und mache mir deswegen gar keine Sorgen. Ich denke es wird ein toller Abend», meint der 29-Jährige, für den sich ein Traum erfüllt.
Während Sauerland noch abwiegelt und betont, erst nach der zehnten Titelverteidigung werde über einen Aufstieg von Abraham ins Supermittelgewicht entschieden, deutet doch alles darauf hin. Beim Wahl-Berliner tickt unaufhaltsam die biologische Uhr, wie er selbst einräumt: «Ich bin schon älter geworden, fast 30 - es wird schwieriger, abzunehmen. Die Knochen und die Muskulatur werden schwerer.» Trainer Ulli Wegner bescheinigt seinem Schützling zwar, er habe das ständige Gewichtmachen verinnerlicht, weiß aber auch: «Das ist nicht so einfach, da ist jedes Gramm sehr schwer.»

Beim 29. Sieg im 29. Profifight musste sich Abraham im März mehr mühen als erwartet. Der erhoffte 24. K.o.-Erfolg war in Kiel gegen den Amerikaner Lajuan Simon ausgeblieben. Simon tritt in der Max-Schmeling-Halle am Samstag gegen Ex-Europameister Sebastian Sylvester an. Der Sieger wird in der IBF-Rangliste die Nummer zwei hinter dem Italiener Giovanni Lorenzo, der im September Abraham
herausfordern dürfte - oder vielleicht gegen Sylvester oder Simon boxt.
Womöglich tritt «König» Arthur dann schon im Supermittelgewicht an, wo attraktive Gegner aus Übersee und damit auch etwas bessere Börsen locken. «Für die Fans ist uninteressant, in welcher Gewichtsklasse ein Boxer boxt. Wichtig ist, dass ein Boxer gewinnt und eine gute Leistung bringt», sagt Abraham, der mit 50 Jahren gern 50 Millionen Euro hätte.
Max-Schmeling-Halle, Am Falkplatz 1, 10437 Berlin - Prenzlauer Berg




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