SPORT
29.06.2009

28.06.2009 | Johannesburg (dpa)
Brasilien gewinnt zum dritten Mal Confed Cup
Ein Kopfballtor von Kapitän Lucio hat Rekord-Weltmeister Brasilien den dritten Gewinn des Confederations Cups nach 1997 und 2005 beschert. Der Pokal-Verteidiger machte im Endspiel in Johannesburg gegen die USA einen 0:2-Pausenrückstand wett und siegte noch mit 3:2.
Luis Fabiano (46./74.) mit seinen Turniertoren vier und fünf sowie Bayern-Abwehrspieler Lucio in der 84. Minute drehten die Partie vor 52 291 Zuschauern im Ellis-Park-Stadion, die nach Treffern von Clint Dempsey (10.) und Landon Donovan (27.) bereits zugunsten der US-Boys entschieden zu sein schien. Für den kaum noch für möglich gehaltenen Erfolg beim WM-Testlauf strichen die Sieger 2,7 Millionen Euro ein, die geschlagenen US-Amerikaner erhielten 2,3 Millionen.
Während die Brasilianer ihren Triumph schon wie den sechsten WM-Titel feierten, heulte Siegtorschütze Lucio nach dem Schlusspfiff wie ein Schlosshund. «Das Tor hat für mich eine ganz große Bedeutung. Es war ein hartes Turnier, aber die Mannschaft hat gekämpft bis zum Schluss. Ich danke Gott und der Mannschaft», meinte der Wahl-Münchner Lucio wenig später. US-Coach Bob Bradley war trotz der bitteren Niederlage stolz auf seine Jungs. «Wir haben der Welt bewiesen, dass wir ein gutes Team haben. Luis Fabiano hat das Spiel entschieden. Das tut wirklich weh.» Auch Torschütze Donovan war niedergeschlagen. «Es ist eine große Enttäuschung.»

Im Spiel um den dritten Platz hatten sich die Spanier zuvor in Rustenburg mühevoll mit 3:2 (2:2, 0:0) nach Verlängerung gegen Gastgeber Südafrika durchgesetzt. Mit einem Freistoßtor in der 107. Minute sicherte Xabi Alonso den urlaubsreifen Iberern eine Erfolgsprämie von 1,9 Millionen Euro. Mit 300 000 Euro weniger wurde die unterlegene Bafana Bafana vom Weltverband FIFA honoriert.
In einem phasenweise hochklassigen Finale fehlte den Brasilianern zwar die Frische, dafür zeigte die Mannschaft von Carlos Dunga Kampfgeist und große Moral. Das US-Team, das nach zwei Niederlagen zum Turnierstart von vielen bereits abgeschrieben worden war und dann mit dem 2:0 gegen Europameister Spanien wie Phönix aus der Asche stieg, befand sich lange Zeit auf der Siegerstraße, hielt dem enormen Druck des Favoriten aber am Ende nicht mehr stand. Nach dem fünften Sieg im fünften Turnierspiel wird die Selecao in der nächsten FIFA- Weltrangliste Spanien wieder als Nummer eins ablösen.
Zehn Tage nach dem mit 0:3 verlorenen Gruppenspiel gegen den Cup-Verteidiger zeigten die US-Boys im zweiten Duell mit den Brasilianern keinerlei Respekt und nutzten gleich die erste Chance zur Führung. Eine Flanke von Jonathan Spector lenkte Dempsey per Direktabnahme an Julio Cesar vorbei. Das dritte Turniertor des Angreifers vom FC Fulham irritierte die Südamerikaner, die wie schon beim mühevollen 1:0 im Halbfinale gegen Südafrika nicht zu ihrem Spiel fanden.
Wie man dagegen mit einfachsten Mitteln zum Erfolg kommen kann, demonstrierte das US-Team mit einem Weltklasse-Konter. Nach einem abgefangenen Angriff der Selecao ging es im Duett zwischen Charlie Davies und Donovan blitzschnell nach vorne und der bei seinem Kurzgastspiel beim FC Bayern München glücklose Angreifer vollstreckte zum 2:0. Auf der Gegenseite bewies Everton-Keeper Tim Howard gegen Robinho (13.), Maicon (26.) und Andre Santos (35.) seine Klasse.
Doch die Champions gaben sich noch nicht geschlagen und witterten nach dem Anschlusstor durch Luis Fabianos Schuss von der Strafraumgrenze nur 39 Sekunden nach Wiederbeginn wieder ihre Chance. Nach einer Stunde lag der Ausgleich förmlich in der Luft, als Howard einen Kopfball von Kaka mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte. Dabei schien der Ball sogar schon hinter der Torlinie. Beim Treffer von Luis Fabiano zum 2:2 nach Robinhos Lattenkopfball und dem 3:2 durch Lucio war aber auch der Schlussmann machtlos.




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