SPORT
08.07.2009

07.07.2009 | Lausanne (dpa)
Bolt siegt auch im Regen mit Superzeit: 19,59 Sek.
«Rain Man» Usain Bolt hat der Konkurrenz auch in der Olympia-Hauptstadt Lausanne keinen Stich gelassen und im strömenden Regen seinen fabelhaften 200-Meter-Weltrekord nur um 29/100 Sekunden verfehlt.
Beim ersten Super-Grand-Prix in Europa schockte der dreifache Olympiasieger seine chancenlosen Mitläufer auf seiner Lieblingsstrecke mit sensationellen 19,59 Sekunden bei Gegenwind und kühler Witterung. Bolt blieb bei seinem Sturmlauf nur um 1/100 Sekunde über der Jahresweltbestzeit von Weltmeister Tyson Gay (USA).
«Bei solchen Wetterbedingungen habe ich nicht mit einer so guten Zeit gerechnet. Für mich war das okay bei dieser Kälte. Ich war hier, um meinen Rivalen eine Botschaft zu schicken», sagte Bolt, der über 200 Meter nun schon seit dem 14. September 2007 ungeschlagen ist; sein Weltrekord steht seit dem Olympia-Finale von Peking bei 19,30 Sekunden. Bolt startet vor der WM (15. bis 23. August) zwar noch bei Meetings in Paris und London, aber nicht mehr über 200 Meter.

Ex-Weltrekordler Asafa Powell hatte beim Angriff auf die 100- Meter-Saisonbestmarke seines befreundeten Rivalen Bolt (9,86 Sekunden) keine Chance: Der Jamaikaner siegte ebenfalls bei Gegenwind und Regenschauern aber in fast noch beachtlichen 10,07 Sekunden.
Zwei Tage nach ihrem Sieg in Ulm hat die deutsche Speerwurf- Meisterin Steffi Nerius auch international überzeugt. Die 37-Jährige aus Leverkusen gewann zum Auftakt mit 65,37 Metern vor der tschechischen Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova (64,38). Nur Dritte wurde die Weltjahresbeste, Christina Obergföll (Offenburg), die sich Nerius mit 62,31 Metern wie bei den nationalen Titelkämpfen geschlagen geben musste. «Ich habe heute keinen Speer vor die Finger gekriegt», meinte die Olympia-Dritte frustriert. «Jetzt geht's nach Kienbaum - zehn Tage volle Kanne trainieren.»

Stabhochsprung-Altmeister Tim Lobinger (München) schied nach einem klassischen «Salto nullo» - drei Fehlversuche über 5,45 Meter - aus und wurde Letzter. Es gewann Olympiasieger Steve Hooker (Australien/5,75 Meter), bester der fünf gestarteten Deutschen war der Leverkusener Malte Mohr als Fünfter (5,60). Wegen Regens musste die Konkurrenz unterbrochen werden. Im Weitsprung begnügte sich Sebastian Bayer (Bremen) drei Tage nach seinem Satz von 8,49 Metern mit 7,70 - das reichte beim Sieg des Südafrikaners Godfrey Mokoena (8,05) nur für Platz acht.
100-Meter-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser aus Jamaika setzte sich in 11,03 Sekunden knapp vor der WM-Dritten Carmelita Jeter (USA/11,06) durch, verfehlte ihre Jahresweltbestzeit aber um 15/100. Weltrekordler Dayron Robles gewann die 110 Meter Hürden in 13,18 Sekunden - auf den Tag genau vor 50 Jahren hatte der Kölner Martin Lauer den Weltrekord in Zürich sensationell auf handgestoppte 13,2 verbessert.




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