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12.07.2009

12.07.2009 | Tarbes (dpa)
Astana hat alles im Griff - Ferdigo siegt
Der Franzose Pierrick Fedrigo entschied die 9. Etappe der Tour de France, bei der 80 km vor dem Ziel als letzte Pyrenäen-Anstieg der Klassiker Tourmalet zu bewältigen war, für sich und feierte den 3.Tagessieg der Gastgeber. Doch das Star-Ensemble von Astana hält die 96. Tour im Griff.
Angeführt von den beiden Streithähnen Alberto Contador und Lance Armstrong, die am zweiten Tour-Wochenende ihren Zwist abseits der Strecke fortsetzten, dominiert das Team die Rundfahrt nach Belieben und sorgte dafür, dass der Italiener Rinaldo Nocentini sein Gelbes Trikot nach der dreitägigen Pyrenäen-Episode in den ersten Ruhetag retten konnte. 24 Stunden nach dem Erfolg des Spaniers Luis-Leon Sanchez in Saint-Girons entschied der Franzose Pierrick Fedrigo die 9. Etappe, bei der 80 Kilometer vor dem Ziel als letzte Pyrenäen-Anstieg der Klassiker Tourmalet zu bewältigen war, für sich und feierte den dritten Tagessieg der Gastgeber.
Der Radprofi vom Team Bouygues Telekom verwies in Tarbes nach 160,5 Kilometern als Schnellster eines Ausreißer-Duos Franco Pellizotti (Italien) auf den zweiten Platz. Das Feld passierte die Ziellinie 34 Sekunden später mit dem dreifachen Weltmeister Oscar Freire an der Spitze, bevor es für die Teams am Abend mit dem Flugzeug nach Limoges ging. An der Spitze der Gesamtwertung geht der Sekunden-Poker weiter. Nocentini führt mit sechs Sekunden vor Contador, der die Astana-Hierarchie am Freitag zu seinen Gunsten entschieden hatte, und acht Sekunden vor dem siebenfachen Rekordsieger Armstrong.

Die auf den Plätzen sechs und sieben liegenden deutschen Profis Andreas Klöden und Tony Martin, weiter im Weißen Trikot, unterstrichen einmal mehr ihre Top-Verfassung. «Das Weiße Trikot trägt mich die Berge hoch», frohlockte der 24-Jährige Tour-Neuling Martin, der sich neben dem zweifachen Etappensieger Mark Cavendish schon als «halber Kapitän» im Columbia-Team fühlen darf.
Auch wenn Astana mit den hilflosen Konkurrenten Katz und Maus spielt, hängt der Haussegen im kasachischen Team schief. Contador und Armstrong sind sich in tiefer Abneigung verbunden, ein Riss geht durch die Mannschaft, die sich laut «L'Équipe» im «instabilen Gleichgewicht» befindet. Nach Contadors Attacke, bei der er Armstrong 21 Sekunden abnahm und den Chefsessel im Team besetzte, krachte es im Mannschaftsbus. «Was im Bus gesagt wurde, bleibt im Bus», meinte Teamchef Johan Bruyneel, dem es nur schwer gelingt, die Wogen zu glätten.
Armstrong versuchte die Fehde kleinzureden: «Selbst wenn es verletzte Gefühle geben sollte, werden wir unseren Job machen.» Für Contador, Toursieger von 2007, ist die Angelegenheit ohnehin erledigt: «Langsam habe ich keine Lust mehr, über die Kapitänsfrage bei Astana zu sprechen. Lasst uns einfach sehen, was die nächsten Tage bringen.»
Eine Attacke des kampferprobten Berliners Jens Voigt (37) war nur eine Episode. Mehr Erfolg hatten Pellizotti und Fedrigo, die als Ausreißer-Duo den 2115 Meter hohen Tourmalet überquerten - fünf Minuten vor dem Favoriten-Feld. Auf dem folgenden 75 Kilometer langen Schlussspurt stemmten sie sich mit aller Macht gegen die Verfolger, Rückenwind half ihnen. Nach 140 Kilometer Alleinfahrt retteten sie eine gute halbe Minute ins Ziel.
«Bei mir waren einfach nicht genug Kraftreserven da. Chapeau für die beiden Ausreißer», sagte Voigt, der sich nach dem Rennen «kurz vor der Ohnmacht» wähnte. «Das waren zwei bärenstrake Ausreißer - sie haben den Sieg verdient», sagte Gerdemann, der am Ruhetag «nur die Beine hochlegen will.
Vor dem Ruhetag am Montag in Limoges erhitzte unterdessen das angekündigte Funkverbot auf der 10. (Dienstag) und 13. Etappe die Gemüter. In einer Petition an den Weltverband UCI, dem bislang bei dieser Tour Doping-Erschütterungen erspart blieben, drückten 18 der 20 teilnehmenden Teams ihre Empörung über die Neuerung aus, wie «cyclingnews» berichtete. Die UCI hatte für die beiden Etappen verordnet, dass die Fahrer nicht mit ihren Team-Leitungen in den Fahrzeugen kommunizieren dürfen.
Alles zur Tour de France unter: www.letour.fr/de




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