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14.08.2009
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14.08.2009 | Berlin (dpa)
Schnell, schneller, Bolt - Gay hat was dagegen

Mit einem nagelneuen Hightech-Schuh will Supersprinter Usain Bolt die Rivalen der Rennbahn alt aussehen lassen und gleich im ersten Anlauf einen Volltreffer landen.
«Ich möchte allen zeigen, dass Peking keine Eintagsfliege war und der Olympiasieg kein Witz», sagte der schnellste Mann der Welt vor dem Duell der Duelle bei der Leichtathletik-WM in Berlin. Wenn sich «Blitz-Bolt» im Berliner Olympiastadion seinen ersten Weltmeistertitel holt und dabei seinen fabelhaften 100-Meter-Weltrekord (9,69 Sekunden) löscht, würde ganz Jamaika Reggae tanzen. Die Stille vor dem Schuss wird die Spannung unerträglich machen, bevor die Sonntagsfrage vor Milliarden Fernsehzuschauern in knapp zehn Sekunden beantwortet wird: Gay(t) die Rechnung auf?

Einen Tyson Gay muss auch Usain Bolt erst einmal schlagen. «Ich möchte den Titel gewinnen. Und ich möchte den Weltrekord brechen. Ich denke, ich bin in der besten Form, die ich je hatte», meinte der 27- jährige Amerikaner, mit drei Titeln der Sprint-König der WM 2007 in Osaka.
Schneller als Gay (9,77 Sekunden) war in diesem Jahr noch kein Sprinter. Bolt, der während der WM 23 Jahre alt wird, steht ihm mit 9,79 kaum nach. Beide haben sich vor dem Gipfel der Giganten respektvoll zurückgehalten und sich nicht provoziert.
«Ich freue mich auf das Duell mit Tyson Gay», kündigte Bolt bei einer Veranstaltung seines Ausrüsters Puma wie ein braver Schuljunge an. «Ich bin bereit, mein Bestes zu geben.

Ich weiß, was ich dafür getan habe. Ich mache mir aber nie selber Druck», meinte der 1,93 Meter große Jamaikaner, der die Mission Gold mit einem grell-orangen Laufschuh in Angriff nimmt: Puma hat die Spikes eigens für seinen Millionen-Mann maßgeschneidert, nun muss Bolt nur noch laufen - und die Schnürsenkel richtig binden. Eigentlich egal: Selbst mit einem offenen Spikes war der Schlacks in Peking zu Gold und Weltrekord gestürmt.
«Ich fürchte keinen Athleten», versichert Bolt, der auf der prestigeträchtigen 100-Meter-Strecke erst einmal gegen Gay gerannt ist, im vorigen Jahr, und mit Weltrekord (9,72) gewonnen hat. Fällt der Rekord im Olympiastadion, am Sonntag, im Finale, um 21.35 Uhr? Die ganze Welt rechnet damit, doch für ein blaues Wunder auf blauer Bahn muss wirklich alles passen. «Es hängt von der Laufbahn ab, vom Wind, vom Wetter», erklärt Top-Favorit Bolt. Die Meteorologen machen den schnellsten Männern der Welt Mut: Nach einem heißen Sonntag mit knapp 30 Grad soll das Thermometer zum Finale noch etwa 23 oder 24 Grad zeigen. Bei schwachem Wind soll es trocken bleiben.

Von den rund 80 Kameras, die im Stadion installiert sind, werden am Sonntagabend viele auf die Laufstrecke schwenken: In fast 200 Länder werden die Live-Bilder übertragen, nichts soll den Fans an den Fernsehschirmen entgehen. Jede Bewegung von Bolt oder Gay zwischen Start und Ziel wird eingefangen und später noch x-mal wiederholt. Das 100-Meter-Finale ist auch für's Fernsehen der Renner; keine andere der 47 WM-Entscheidungen hat einen solchen Show-Wert und garantiert Mega-Einschaltquoten. «Es ist schon eine zwiespältige Sache: Schade, dass bei einer WM in Berlin alle nur von dem Duell Bolt/Gay reden», meinte Speerwerferin Christina Obergföll. «Andererseits zieht Bolt die Massen ins Stadion. Beim Fußball kommen die Leute auch, um Ronaldinho zu sehen.»
Von Ralf Jarkowski, dpa




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