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20.08.2009
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20.08.2009 | Berlin (dpa)
Wieder Weltrekord: Usain Bolts zweiter Streich
Berlin (dpa) - Supersprinter Usain Bolt hat bei der Leichtathletik-WM auch über 200 Meter eine heiße Sohle hingelegt und seinen Weltrekord von Peking pulverisiert. 19,19 - war für eine Zeit! Der Jamaikaner holte damit in Berlin die fünfte Sprint-Medaille für die Karibikinsel.
Einen Tag vor seinem 23. Geburtstag rannte «Blitz»-Bolt vor 60 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion die Konkurrenz erneut in Grund und Boden. Bei einem Gegenwind von 0,3 Meter pro Sekunde verbesserte er seine Fabelzeit vom denkwürdigen Olympia-Finale um elf Hundertstel.
Vier Tage nach seinem Streich über 100 Meter in unglaublichen 9,58 Sekunden zog Bolt wieder die große Show ab. Weil Titelverteidiger Tyson Gay (USA) wegen einer Leistenverletzung fehlte, hatte der Dreifach-Olympiasieger nicht einmal einen ernsthaften Gegner auf der halben Stadionrunde. Erneut 160 000 Euro waren der Lohn für Gold und Weltrekord. Nach den Amerikanern Maurice Greene, Justin Gatlin und Tyson Gay ist Bolt der vierte Tempojäger, der auf beiden Strecken triumphierte. Alonso Edward aus Panama überraschte in 19,81 Sekunden als Zweiter vor US-Sprinter Wallace Spearmon (19,85).

Zuvor hatte seine Teamkollegin Melaine Walker als Siegerin über 400 Meter Hürden die zweitbeste je gelaufene Zeit hingelegt und in 52,42 Sekunden Gold gewonnen. Schneller als die Olympiasiegerin war nur die Russin Julia Peschonkina bei ihrem Weltrekord 2003 (52,34). Silber gewann Lashinda Demus (USA) in 52,96 vor Josanne Lucas (Trinidad & Tobago) in 53,20.
Eher zum Heulen zumute war Sebastian Bayer. Der Weitenjäger war im Februar in Turin zur Verblüffung der Fachwelt 8,71 Meter gesprungen, dieses Mal schied der 23 Jahre alte Hallen-Europarekordler und - Europameister im Vorkampf mit 7,98 Meter ebenso aus wie der Leverkusener Nils Winter mit 7,69. Allerdings leidet der Bremer unter einer Kapselverletzung im Sprunggelenk und muss nächste Woche operiert werden. «Ich hatte viele Schmerztabletten drin und auch eine Spritze bekommen. Ich hab's trotzdem gemerkt», sagte Bayer. «Ich glaube, wenn ich ins Finale gekommen wäre, hätte ich es dort besser gemacht.»

Bei den Vorkämpfen hatte Betty Heidler das Highlight gesetzt: Die Titelverteidigerin warf in der Qualifikation gleich im ersten Durchgang 75,27 Meter - und damit so weit wie noch nie jemand bei einer WM. «Das war schon krass. Cool!», meinte die Frankfurterin vor der Medaillenvergabe am Samstag. Von ihren beiden Clubkolleginnen kam nur Kathrin Klaas weiter, Anja Bunjes scheiterte.
Im Ausscheidungsspringen der Stabartisten flogen der deutsche Meister Alexander Straub von der LG Filstal und Malte Mohr aus Leverkusen über 5,65 Meter und sind bei der Entscheidung am Samstag dabei. «Alles ist möglich. Mit 5,80 Meter stehe ich auf Platz fünf der Weltbestenliste. Und ich weiß, dass ich mehr kann», sagte Straub selbstbewusst. Ausgeschieden ist hingegen Otto (Uerdingen/Dormagen), der über 5,55 nicht hinauskam.
Lehrgeld zahlte auch WM-Neuling Robin Schembera über 800 Meter. Der Leverkusener stürzte im Vorlauf. «Wenn's wenigstens im Ausland gewesen wäre...», meinte er und raufte sich die Haare. «Da schmeiße ich mich vor der Familie und allen Freunden auf die Bahn, das ist schon unglaublich scheiße.»




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