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07.09.2009

07.09.2009 | Köln (dpa)
Infekt: Pechvogel Enke fällt aus - Löw warnt
Robert Enke bleibt auf dem Weg zur WM der große Pechvogel in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Ein Infekt verhindert den fest eingeplanten Einsatz des Torwarts im Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan in seiner Heimatstadt Hannover.
Statt sich im brisanten Torhüter-Vierkampf als Nummer 1 präsentieren zu können, musste der 32-Jährige geschwächt aus dem DFB-Lager abreisen. «Es tut uns leid für Robert. Er hat einen allgemeinen Infekt. Wenn er geschwächt ist, macht es keinen Sinn, ihn ins Tor zu stellen», sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Er schloss eine Erkrankung an der Schweinegrippe aus. «Da braucht man keine Hysterie zu betreiben.»
Ob der beim 2:0 gegen Südafrika überragend haltende Leverkusener René Adler im Tor stehen wird oder aber der Schalker Manuel Neuer eine überraschende Chance erhält, will Bundestrainer Joachim Löw noch nicht verraten. «Dass wir kein Problem auf der Torhüterposition haben, ist klar», sagte Bierhoff. Löw hatte nach einem Gespräch mit Enke entschieden, dass ein Verbleib bei der Mannschaft keinen Sinn mache. «Robert hatte sich sehr auf das Heimspiel in Hannover gefreut. Er wollte seine erarbeitete Position bestätigen», sagte Bierhoff.
Nach Absprache mit den Ärzten begab sich Enke zu weiteren Untersuchungen nach Hannover. Der achtfache Nationalspieler hatte wegen einer Grippe bereits in der vergangenen Woche nicht am Ausdauertest der DFB-Auswahl teilnehmen können.
Die Torwart-Frage für Südafrika 2010 gewinnt damit wieder an neuer Dynamik. Enke hatte eine Einsatzgarantie für die drei verbliebenen Qualifikationsspiele erhalten. Im Oktober 2008 zog er sich kurz vor dem Russland-Hinspiel einen Kahnbeinbruch zu - und wurde von Adler hervorragend vertreten.

Mario Gomez konnte hingegen wieder am Training teilnehmen. Der Bayern-Angreifer leidet an Schmerzen am rechten Knie. «Mario geht es viel besser. Er hat noch leichte Beschwerden. Aber es gibt eine deutliche Besserung», hieß es aus der medizinischen Abteilung. Sollte Gomez doch nicht rechtzeitig einsatzfähig sein, wäre die Rückkehr von Miroslav Klose in die wohl wieder nur mit einem zentralen Stürmer gebildete Startformation garantiert. Der Münchner sieht sich auf einem guten Weg aus dem Formtief und verkündete im «kicker» selbstbewusst: «Ich gehe davon aus, dass ich spiele.»
Mesut Özil erhielt derweil von Löw einen Freifahrtschein. Der in Windeseile vom Zauberlehrling zum Magier-Meister aufgestiegene Özil soll wieder Regie führen. Für das Qualifikationsspiel gegen die Mannschaft von Berti Vogts hat Löw dem hochgelobten Bremer einen erneuten Starteinsatz im Mittelfeld versprochen. «Er hat unserem Spiel Elan gegeben. Seine spielerischen Fähigkeiten sind ohne Zweifel», sagte der Bundestrainer vor der Partie in Hannover. Mit neu gewonnenem Schwung soll so vor dem großen Endspiel in Russland auch die wesentlich kleinere Hürde Aserbaidschan genommen werden.
Michael Ballack appellierte an seine Kollegen, den gegen Südafrika angedeuteten Aufschwung unbedingt fortzusetzen. «Wichtig ist, dass wir das Tempo hoch halten. Schön wäre natürlich, wenn wir auch eine gute Leistung zeigen», sagte der DFB-Kapitän. Vier Wochen nach dem glanzlosen 2:0 im Hinspiel in Baku sollen die bestenfalls zweitklassigen Kicker vom Kaspischen Meer diesmal deutlicher in die Schranken gewiesen werden. «Natürlich sind drei Punkte Pflicht», betonte Ballack. «Ein frühes Tor wäre schön», sagte Bastian Schweinsteiger, der vor seinem 70. Länderspiel steht.
Mit 19 Zählern führt das DFB-Team die Gruppe 4 weiterhin an. Verfolger Russland (18 Punkte) hat mit einem Auswärtsspiel in Wales (9) die deutlich kompliziertere Aufgabe zu bewältigen. Und die DFB- Profis spekulieren unverhohlen auf britische Unterstützung. «Ich gehe fest davon aus, dass Russland in Wales nicht gewinnt», sagte Schweinsteiger. Dann könnte sich Deutschland schon vor der Russland- Reise vorentscheidend absetzen.
Der Blick über den Ärmelkanal oder die Fokussierung auf das eigene Russland-Spiel in gut vier Wochen birgt aber auch Gefahren. Volle Konzentration auf Aserbaidschan, fordert auch Löw, wie Thomas Hitzlsperger berichtete, der nach seiner Pause gegen Südafrika wieder auf den Mittelfeldplatz neben Ballack rücken dürfte. «Der Bundestrainer hat uns gewarnt: Am Mittwoch kommt nicht Russland, sondern Aserbaidschan. Uns helfen am Mittwoch nur drei Punkte. Sonst brauchen wir über Russland gar nicht zu reden», sagte der Stuttgarter.
Die voraussichtliche Aufstellung:
Adler - Lahm, Mertesacker, Tasci, Schäfer - Ballack, Hitzlsperger - Schweinsteiger, Özil, Trochowski - Gomez




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