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Berlin-Marathon 2009
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20.09.2009 | Berlin (dpa)

Gebrselassie und Besuye siegen - Kein Weltrekord

 

Der gefürchtete «Mann mit dem Hammer» hat beim 36. Berlin-Marathon auch Haile Gebrselassie erwischt und die Hoffnung auf einen weiteren Weltrekord zerschlagen.

 

Zwar ist das äthiopische Lauf- Idol nach dem vierten Erfolg in Serie alleiniger Rekordsieger, doch nach einem Einbruch am Ende verfehlte der 36-Jährige nicht nur seinen Rekord, sondern auch die Weltjahresbestzeit klar. Gebrselassie quälte sich nach für ihn enttäuschenden 2:06:08 Stunden über die Linie und stützte sich ausgepumpt an einem Absperrgitter ab. «Als die Sonne wärmer wurde, habe ich mich gefühlt, als wenn ich ins unbekannte Land laufe», sagte Gebrselassie.

 

Im Vorjahr war er nach 2:03:59 Stunden durch das Ziel am Brandenburger Tor gestürmt. Noch sieben Kilometer vor Schluss lag er fast 40 Sekunden unter diesem Tempo, wurde aber mit ungewohnt verzerrtem Gesicht wie viele der fast 41 000 angemeldeten Hobbyläufer immer langsamer. Im Marathon-Jargon ist dann vom Hammer-Mann die Rede. «Vielleicht waren wir bis 30 Kilometer zu schnell. Die Probleme begannen bei 33, da wusste ich, der Rekord ist weg. Auf den letzten fünf konnte ich keinen Druck mehr machen. Der Kopf hat dem Körper gesagt: Es wird zu hart. Es war kein Marathon-Wetter», sagte er angesichts von Sonnenschein und am Ende 19 Grad im kaum vorhandenen Schatten. «Was ich gelernt habe: Das Wetter ist am wichtigsten. Um Rekord zu laufen, muss die Temperatur unter 17 Grad liegen.»

 

Immerhin: Den Weltjahresbesten Duncan Kibet aus Kenia, der am 5. April in Rotterdam 2:04:27 Stunden lief, hängte Gebrselassie trotz seiner schwächsten Zeit in Berlin schon nach knapp 20 Kilometern ab. Kibet stieg später wegen Hüftproblemen aus. Den zweiten Platz belegte nach starker Schlussphase der Kenianer Francis Kiprop in 2:07:04 Stunden, Dritter wurde der Äthiopier Negari Terfa in 2:07:41. Bester Deutscher war der Erfurter Christian Seiler auf Rang 17 in 2:18:11.

 

Der Sieger und sein letzter verbliebener Tempomacher Sammy Kosgei stellten für die ersten 30 Kilometer sogar einen inoffiziellen Weltrekord auf. «Leider nicht nach 42 Kilometern. Aber ich bin glücklich. Der 30-Kilometer-Weltrekord ist nicht schlecht für die Sammlung», meinte Gebrselassie, der das Jahr erstmals seit 2005 wohl nicht als schnellster Marathonläufer abschließen wird. Insgesamt erhält der Laufstar 80 000 Euro an Prämien, dazu kommt das Antrittsgeld.

urch Atsede Besuye gab es auch im Frauen-Rennen einen äthiopischen Erfolg. In Abwesenheit der deutschen Vorjahressiegerin Irina Mikitenko feierte Besuye trotz eines blutigen Zehs in 2:24:47 ihren größten Triumph. Mikitenkos Weltjahresbestzeit, die sie am 26. April mit 2:22:11 in London aufgestellt hatte, war nie in Gefahr. Die Russin Silwia Skworzowa wurde nach starker Schlussphase in 2:26:24 noch Zweite vor Marathon-Debütantin Mamitu Daska aus Äthiopien, die 2:26:38 lief. Melanie Schulz aus Erfurt wurde Elfte in 2:44:56 Stunden und klagte wie Gebrselassie über das warme Wetter. Nach Angaben von Renndirektor Mark Milde gab es bis zum Mittag aber keine Meldungen über außergewöhnliche gesundheitliche Probleme.

 

Bei den Handbikern zeigte sich Ex-Turner Ronny Ziesmer begeistert von seinem Debüt. «Das war ein Erlebnis der besonderen Art», sagte Ziesmer, der in 2:09:22 Stunden Platz 102 belegte

 

www.real-berlin-marathon.com

 


Ergebnisse Leichtathletik, Marathon in Berlin

Männer:
1. Haile Gebrselassie (Äthiopien) 2:06:08 Std.
2. Francis Kiprop (Kenia) 2:07:04
3. Negari Terfa (Äthiopien) 2:07:41
4. Dereje Debele Tulu (Äthiopien) 2:09:41
5. Alfred Kering (Kenia) 2:09:52
6. Girma Assefa (Äthiopien) 2:09:58
7. Eshetu Wondimu (Äthiopien) 2:12:28
8. Atsushi Fujita (Japan) 2:12:54
9. Kensuke Takahashi (Japan) 2:13:00
10. Cuthbert Nyasango (Simbabwe) 2:13:19
...
17. Christian Seiler (Erfurt) 2:18:11
20. Erik Haß (Zwickau) 2:21:39

Frauen:
1. Atsede Habtamu Besuye (Äthiopien) 2:24:47 Std.
2. Silwia Skworzowa (Russland) 2:26:24
3. Mamitu Daska (Äthiopien) 2:26:38
4. Rosaria Console (Italien) 2:26:45
5. Genet Getaneh (Äthiopien) 2:27:09
6. Leah Malot (Kenia) 2:29:17
7. Tatjana Arjasowa (Russland) 2:32:17
8. Jacqueline Nyetipei (Kenia) 2:34:16
9. Maja Neuenschwander (Schweiz) 2:35:44
10. Hayley Haining (Großbritannien) 2:36:08
11. Melanie Schulz (Erfurt) 2:44:56

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