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01.11.2009 | Düsseldorf (dpa)
Spieltag der verpassten Chancen: Bayer Spitze
Gefühlte Niederlage für Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen, Auswechselfehler bringt Hamburger SV um Punktgewinn, und Bayern München fehlen fünf Zentimeter zum Sieg: Die Topclubs der Fußball-Bundesliga traten am Spieltag der verpassten Chancen auf der Stelle.
Kleiner Gewinner ist die Werkself vom Rhein, die trotz des 2:2 beim FC Schalke 04 zum fünften Mal auf Platz eins steht. Von der ersten Niederlage des HSV beim 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach profitierte am 11. Spieltag Werder Bremen, das nach dem 2:2 beim 1. FC Nürnberg auf Tabellenrang zwei vorrückte.
Einen Sprung nach vorn machte am Sonntagnachmittag auch 1899 Hoffenheim. Die Elf von Trainer Ralf Rangnick gewann ihr erstes Bundesligaspiel beim SC Freiburg mit 1:0 (1:0). Der Brasilianer Maicosuel (39.) besiegelte die vierte Heimpleite der Breisgauer und schoss Hoffenheim am FC Bayern vorbei auf den fünften Platz.
Einen missglückten Bundesliga-Einstand hatte Heiko Herrlich als neuer Trainer des VfL Bochum. Der Revierclub verlor bei Eintracht Frankfurt mit 1:2 (1:1) und steckt weiter tief im Tabellenkeller. Caio (14.) und Maik Franz (53.), dem zuvor (25.) ein Eigentor zum 1:1 unterlaufen war, stellten den zweiten Eintracht-Heimsieg sicher.

«Wir haben eine große Chance verpasst. Du hast hier 2:2 verloren», klagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler nach dem Spitzenspiel-Krimi. Toni Kroos mit einem Traumtor und Stefan Kießling, der von Bundestrainer Joachim Löw endlich wieder für die Nationalmannschaft nominiert wurde, hatten Bayer 2:0 in Führung geschossen. Doch Schalke drehte die Partie noch. «Es ist nervenaufreibend auf Schalke, es ist immer etwas los», stöhnte Trainer Felix Magath. Bereits zuvor gegen den HSV hatten die «Königsblauen» ein 0:2 aufgeholt und am Ende noch ein 3:3 geschafft. Erleichtert ist Magath auch, dass sich die Finanzlage durch das 25,5 Millionen-Euro-Geschäft mit einer Tochterfirma der Stadt Gelsenkirchen entspannt hat.
Richtig verärgert war dagegen HSV-Chefcoach Bruno Labbadia nach der unnötigen Heimpleite gegen Gladbach - zumal er selbst auch einen Anteil daran hat. Mehr als eine halbe Stunde lang ließ er den humpelnden Innenverteidiger Jerome Boateng auf dem Platz: In dieser Zeit machte Gladbach aus dem 1:2 ein 3:2. «Ich glaube schon, dass der Trainer zu spät ausgewechselt hat», meinte HSV-Regisseur Zé Roberto. Für die zuvor sechs Spiele sieglosen Gladbacher war es ein großer Erfolg. «Das ist kein Grund, freudig durch Gladbach zu laufen, aber ein bisschen befreiend», sagte Borussia-Trainer Michael Frontzeck.
Frohlocken konnten auch Kollege Thomas Schaaf und seine Profis von Werder Bremen, die durch den Doppelpack von Aaron Hunt in Nürnberg einen Punkt und die Erfolgsserie von nun 17 Pflichtpartien in Serie ohne Niederlage retteten. «Das war verdammt wichtig, dass wir hier nicht verloren haben», sagte Hunt, dem quasi mit dem Abpfiff das 2:2 gelungen war. Der Bremer Freude stand das Leid des Tabellen-16. gegenüber. «Dass wir nicht als Sieger vom Platz gegangen sind, ist eine Katastrophe», schimpfte «Club»-Trainer Michael Oenning.

Rekordmeister München hat durch das torlose Remis beim VfB Stuttgart die Chance vertan, dichter zur Spitze aufzuschließen. Dagegen sprach VfB-Trainer Markus Babbel nach dem ersten Punktgewinn nach fünf Niederlagen von «einer Kehrtwende». Und sein Torwart Jens Lehmann meinte: «Wenn man immer verliert, ist ein 0:0 ein Fortschritt.» Auf der Stelle treten die Bayern, die dennoch die «Herbstmeisterschaft» anvisieren. «Wir werden noch vor Weihnachten auf Platz eins stehen», tönte Manager Uli Hoeneß. Auf einem besseren Weg dorthin wären die Münchner, wenn Luca Toni (85.) bei seinem Treffer nicht im Abseits gewesen wäre. «Es waren nur fünf Zentimeter», klagte Bayern-Cheftrainer Louis van Gaal.
Ratlosigkeit herrscht bei Meister VfL Wolfsburg, der in der Endphase nach einem 3:2 noch das 3:3 gegen den FSV Mainz 05 hinnehmen musste. «Das ist einfach zu wenig. Wenn man den Anspruch hat, ganz oben zu sein, muss man zu Hause gegen Mainz gewinnen», sagte VfL- Coach Armin Veh und zeigte sich «maßlos enttäuscht». Stolz, aber nicht ganz zufrieden war der Aufsteiger nach dem starken Auftritt. «Bei uns in der Kabine ärgern sich die Spieler, dass sie nicht drei Punkte mitgenommen haben», berichtete FSV-Trainer Thomas Tuchel.
Viel mehr Grund sich zu grämen, haben die Spieler des 1. FC Köln, die nach dem 0:1 gegen Hannover 96 mit einem gellenden Pfeifkonzert von den eigenen Fans verabschiedet wurden. «Das war bisher unser schlechtestes Spiel», kritisierte Kölns Trainer Zvonimir Soldo. «Von Engagement und Leidenschaft war nichts zu sehen.» Auch einmal mehr von dem seit 613 Minuten torlosen Nationalstürmer Lukas Podolski nichts. «So brauchen wir nächste Woche erst gar nicht nach Berlin fahren», sagte «Poldi» vor dem Gastspiel beim Tabellenletzten.




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