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20.11.2009 | Stuttgart (dpa)
Stuttgart steckt unten fest: Nur 1:1 gegen Hertha
Ein Unentschieden, zwei Verlierer: Der VfB Stuttgart ist nach dem 1:1 (0:0) gegen Schlusslicht Hertha BSC Berlin erstmals in dieser Saison auf den Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga abgerutscht, für die Hauptstädter bleibt das rettende Ufer weit entfernt. Die Schwaben konnten sich dank des späten Ausgleichs durch Zdravko Kuzmanovic (82.) wenigstens damit trösten, vor 39 000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena die vierte Heimpleite verhindert zu haben. Die Gästeführung hatte zuvor mit seinem ersten Saisontor der Kolumbianer Adrian Ramos (49.) erzielt. Kurz vor dem Ende verlor der VfB noch Kuzmanovic durch eine gelb-rote Karte (85.).

«Wir sind enttäuscht, denn wir wollten gewinnen», sagte VfB-Teamchef Markus Babbel in dem Wissen, dass die Diskussionen um seine Person nach dem sechsten Meisterschaftsspiel ohne Sieg wieder aufleben dürften. «Wir müssen schnellstmöglich die Kurve bekommen.» Die nach elf erfolglosen Liga-Spielen weiter abgeschlagen am Tabellenende rangierenden Gäste werteten den Auswärtspunkt immerhin als kleinen Hoffnungsschimmer. «Das war ein kleiner Schritt zur Stabilisierung», meinte Hertha-Coach Friedhelm Funkel.
Nach der Schweigeminute für Robert Enke bemühten sich die Gastgeber vom Anpfiff weg zunächst, Babbels Forderung nach Dominanz gegen das Schlusslicht umzusetzen. Mit deutlichem Übergewicht im Mittelfeld suchte der VfB seine Doppelspitze aus Cacau und Ciprian Marica, der etwas überraschend den Vorzug vor Pogrebnjak erhalten hatte. Die erste klare Chance hatte dann auch Cacau (11.), doch beim Schuss des von einem Muskelfaserriss genesenen Nationalspielers war Hertha-Keeper Drobny im kurzen Eck zur Stelle. «Wir haben sofort Druck aufgebaut und uns Torchancen erarbeitet», meinte Babbel.

In der Folge brachte der Champions-League-Teilnehmer trotz beinahe erdrückender Feldüberlegenheit die tief stehenden Gäste aber kaum noch in Verlegenheit. Am nächsten kam dem Tor noch ein Schuss des erneut nicht überzeugenden Alexander Hleb (19.). Die Versuche des blassen Kapitäns Thomas Hitzlsperger und von Sebastian Rudy (beide 25.) strichen schon wieder etwas deutlicher über das Tor.
Danach hatten die Hauptstädter die viel zu umständlichen Angriffsbemühungen der Stuttgarter sicher im Griff. Zwar blieb der VfB am Drücker, brachte seine Kombinationen aber nicht mehr zum Abschluss. Berlin konnte sich nun zwar etwas häufiger aus der eigenen Hälfte befreien, doch ohne den erkrankten Patrick Ebert und Gojko Kacar als Antreiber blieb das torärmste Team der Liga total harmlos.

Nach der Pause, aus der die VfB-Spieler mit einigen Pfiffen der eigenen Fans empfangen wurden, gelang Hertha dann der Paukenschlag: Die Stuttgarter Abseitsfalle funktionierte nicht und der für Domowtschijski eingewechselte Ramos konnte in aller Ruhe VfB-Keeper Jens Lehmann ausspielen, bevor er zum 1:0 einschob. «Ein herrliches Tor», schwärmte Funkel nach dem ersten Hertha-Treffer nach 490 torlosen Bundesliga-Minuten.
Nach diesem Schock wollte der VfB wenigstens noch einen Punkt. Doch zunächst verfehlte ein Kopfball von Innenverteidiger Matthieu Delpierre knapp das Tor und Cacau (64.) und Georg Niedermeier (65.) schossen zu ungenau. Doch Stuttgart ließ nicht locker und durfte dank Kuzmanovic wenigstens noch einmal jubeln. Nach der gelb-roten Karte für Kuzmanovic hatte Schieber (87.) noch den Sieg auf dem Fuß, doch es blieb beim mageren 1:1.
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