• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Sport
  • Fan-Randale

SPORT

 

Hertha verliert gegen Nürnberg
Video Fotos
15.03.2010 | Frankfurt/Main/Berlin (dpa)

Hertha tagt mit Polizei: Weitere Chaoten identifiziert

Weitere sieben Beteiligten an den Ausschreitungen im Berliner Olympiastadion sind identifiziert. Das teilten Fußball- Bundesligist Hertha BSC und die Berliner Polizei am Montag nach einer gemeinsamen Zusammenkunft mit. Rund 150 Chaoten aus dem Hertha-Block waren nach dem Ende des Spiels gegen den 1. FC Nürnberg (1:2) am Samstag mit Holz- und Metallstangen in den Innenraum des Olympiastadions gestürmt. Unmittelbar danach hatte die Polizei bereits 26 Personen festgenommen. Gegen die identifizierten Randalierer kann Hertha Stadionverbote aussprechen sowie Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch oder Sachbeschädigung stellen. Ein Randalierer hat sich selbst gestellt.

Nach der Auswertung von Video-Aufnahmen und weiteren Recherchen gehen die Polizei und der Club davon aus, dass die Aktion nach der mit 1:2 verlorenen Partie gegen Nürnberg von gewaltbereiten Fans nicht geplant, sondern spontan entstanden sei. «Es gab vorher keine Erkenntnisse, dass jemand vorhatte, das Spielfeld zu stürmen», sagte am Montag ein Polizeisprecher. Der Ordnungsdienst sei zwar überrascht worden, hätte aber besonnen reagiert. Nach dem Eingreifen der Polizei waren die meisten Randalierer wieder in den Fanblock geflüchtet.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer kündigte nochmals harte Konsequenzen für alle Randalierer an, die im Stadion Sachschaden angerichtet hatten: «Wir haben dabei keine Chance zu differenzieren, wer nur hinterher gelaufen und wer vorangegangen ist.» Die endgültige Bewertung werde noch einige Zeit brauchen: «Dann werden wir die Konsequenzen ziehen und auch daran arbeiten, dass dies nicht wieder passieren kann.»

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Montag ein Ermittlungsverfahren wegen der Fan-Randale von Berlin eingeleitet. Wie ein DFB-Sprecher bestätigte, wurde Hertha BSC zu einer «zeitnahen Stellungnahme» aufgefordert. Der Kontrollausschuss wird auch Fernsehbilder und Ermittlungsergebnisse der Polizei auswerten und dann entscheiden, ob er Anklage vor dem Sportgericht erheben wird, wovon auszugehen ist.

 

www.dfb.de
www.herthabsc.de

15.03.2010 | Berlin (dpa)

Polizeigewerkschaft: «Alles neu auf Prüfstand»

Nach den jüngsten Gewaltaktionen in deutschen Fußball-Stadien fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) von Verbänden und Vereinen völlig neue Konzepte. «Es muss tatsächlich alles neu auf den Prüfstand», sagte Rainer Wendt, der DPolG-Bundesvorsitzende. «Ich bin fassungslos. Offensichtlich hält die Chaoten nichts zurück», erklärte Wendt am Montag zu den Ausschreitungen nach dem Bundesliga-Spiel Hertha BSC gegen 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende. 100 bis 150 Randalierer aus dem Hertha-Fanblock hatten mit Holz- und Metallstangen den Innenraum des Olympiastadions gestürmt und dort randaliert. Wendt ordnete dem privaten Ordnungsdienst in Berlin Fehler zu, «der war ganz offensichtlich überfordert».

Wendt erneuerte die Forderung der Polizeigewerkschaft nach personengebundenen Eintrittskarten. Damit wären die potenziellen Gewalttäter in den Bundesliga-Stadion zumindest schon registriert: «Kombiniert mit einer vernünftigen Videoüberwachung» könne das Fortschritte bringen, unterstrich der Polizeigewerkschaftschef. Derzeit würden sich Störer und Gewalttäter auch in den Erstliga-Stadien kaum mehr von Strafen bedroht fühlen, nachdem es in den vergangen Jahren Gewalt eher nur im unterklassigen Fußball gegeben habe. «Wenn man mit Eisenstangen auf Ordner, Polizisten oder Spieler zugeht, müsste man eigentlich damit rechnen, ein paar Jahre ins Gefängnis zu kommen. Aber sie wissen, dass dies nicht passiert», beklagte Wendt eine noch immer zu geringe Bestrafung von Randalierern im Fußball: «Das ist Sache der Justiz.»

Zudem müssten in der Fan-Arbeit einiger Vereine und Verbände «völlig andere Schwerpunkte» gesetzt werden, sagte Wendt und kritisierte, dass die Clubs teilweise auch Kontakte zu gewaltbereiten Fan-Kreisen pflegen würden. «Es gibt noch ein völlig unverständliches Interesse, mit diesen Leuten zusammenzuarbeiten», erklärte Wendt. Die Vereine halten dagegen, mit diesen Kontakten auch die Szene mit beeinflussen zu können. Die Polizeigewerkschaft sieht außerdem die Wirkung der sogenannten Fanprojekte kritisch, es gebe «keine vernünftige Wirkungs-Analyse», meinte Wendt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) stecken pro Jahr rund 1,3 Millionen Euro in 47 sozialpolitische Fanprojekte.

Polizeieinsätze in deutschen Fußball-Stadien haben laut Wendt in der vergangenen Saison 1,5 Millionen Arbeitsstunden verschlungen, «das ist die Jahresarbeitsleitung von über 1000 Polizisten». Die Gesamtkosten sollen weit über 100 Millionen Euro liegen. Schon länger verlangt die Polizeigewerkschaft, dass sich DFB und DFL mit einer Sicherheitsgebühr, die bei rund 50 Millionen Euro liegen soll, daran beteiligen. Wendt sieht politisch vermehrte Zustimmung dafür: Die Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen hätten diese Forderung bereits unterstützt. Das Problem müsse nun «auf die Tagesordnung der Innenministerkonferenz» kommen, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft.

 

www.dpolg-berlin.de

Auf der nächsten Seite:
Randale im deutschen Fußball

  • 1
  • 2
  • »

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap