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SPORT

 

26.03.2010 | Berlin (dpa)

Fan-Run auf BVB-Spiel - 800 Ordner im Einsatz

Mit Trotz und einer Portion Wut geht die Krisen-Hertha auf Dortmund-Jagd. Nach dem Urteil des DFB-Sportgerichts, dass für das übernächste Heimspiel des Berliner Fußball-Bundesligisten gegen Stuttgart die komplette Fans-Kurve schloss, hat ein regelrechter Fan-Run auf das Heimspiel an (diesem) Samstag gegen den BVB eingesetzt. Mehr als 50 000 Karten sind bereits verkauft, Hertha rechnet mit dem Saison-Rekordbesuch von 60 000 Zuschauern. «Wir müssen alles tun, um das Spiel zu gewinnen. Dann werden die Fans von der ersten bis zur letzten Minute hinter uns stehen», erklärte Chefcoach Friedhelm Funkel und will von einer drohenden Spaltung der Fan-Lager nichts wissen.

Dass nach den Ausschreitungen am 13. März gegen Nürnberg (1:2) eine Mehrheit der Fans für das Fehlverhalten einer kleinen Gruppe bestraft wurde, sorgt für zusätzlichen Zündstoff in Berlin. Ohnehin ist die Lage für das Tabellen-Schlusslicht weiter äußerst prekär: Mit fünf Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 muss Hertha die Zweitliga-Planungen schon vorantreiben - zugleich wird nach dem jüngsten überraschenden 5:1-Sieg in Wolfsburg der Optimismus neu geschürt. «Sicherlich hat das eine Blockade gelöst», hofft Kapitän Arne Friedrich.

Nach 231 Tagen soll nun auch im heimischen Olympiastadion endlich wieder ein «Dreier» gelingen. Der letzte und in dieser Saison einzige Heimsieg datiert vom 8. August 2009 - 1:0 gegen Hannover. Trainer Funkel muss gegen den wiedererstarkten BVB auf den verletzten Florian Kringe verzichten, der Einsatz des Polen Lukasz Piszczek ist wegen einer Oberschenkel-Blessur fraglich.

Das Augenmerk in Berlin wird sich am 28. Spieltag vor allem auf die «Ost-Kurve» richten, von dort aus hatten am 13. März rund 150 Chaoten den Innenraum gestürmt und ihre Wut an Banden und Ersatzbänken ausgelassen. Trotz des Sportgerichts-Urteils über 50.000 Euro Geldstrafe sowie einen Teilausschluss der Fans am 10. April gegen den VfB Stuttgart sieht Hertha vor dem Dortmund-Spiel keinen Grund, das Sicherheitskonzept infrage zu stellen.

Natürlich arbeite man immer an Verbesserungen, erklärte Geschäftsführer Ingo Schiller: «Aber wir werden keine grundsätzlichen Änderungen vornehmen.» Auch der DFB-Sportrichter habe bestätigt, dass  die Ordnungskräfte beim Nürnberg-Spiel angemessen auf die Platz-Stürmung reagiert hätten. Wie schon gegen Nürnberg wird gegen Dortmund die Anzahl der Ordner von 600 auf 800 erhöht.

«Es ist gut möglich, dass ich etwas taktisch verändere», kündigte Funkel Neubesetzungen in der Startelf an. Unabhängig vom taktischen System aber «werden wir offensiv eingestellt sein», versprach der Trainer. Dass bei den Spielern nach dem locker anmutenden Erfolg in Wolfsburg nun wieder der Druck steige, da eine Rettung wieder im Bereich des Möglichen liegt, glaubt Funkel nicht: «Wir haben auch in Wolfsburg Druck gehabt. Der Unterschied war, dass wir in Wolfsburg unsere ersten beiden Chancen genutzt haben.» Das soll nun auch gegen Dortmund gelingen. «In jedem Spiel entscheidet der Kopf», unterstrich Manager Michael Preetz.

 

www.herthabsc.de

 

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