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SPORT

 

04.05.2010 | Leverkusen (dpa)

Schock für Löw: Fußball-WM ohne Torwart Adler

 

Schock für René Adler und Bundestrainer Joachim Löw: Zwei Tage vor Bekanntgabe des Kaders ereilte den DFB-Chefcoach die bittere WM-Absage des Stammtorwarts. Der Schlussmann von Bayer Leverkusen kann wegen seiner Rippenverletzung nicht am Turnier in Südafrika teilnehmen. «Das war die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Aber es wäre mir selbst, meinem Verein und der Nationalmannschaft gegenüber letztlich unverantwortlich gewesen, an der WM teilzunehmen», sagte Adler. Der 25-Jährige muss sich wegen der am 17. April erlittenen Blessur operieren lassen.

«Natürlich tut es uns sehr leid, dass René nun doch operiert werden muss und somit für die Weltmeisterschaft ausfällt. Wir werden nun im Trainerteam gemeinsam darüber beraten, wer als weiterer Torhüter mit nach Südafrika fährt, und dies am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Nominierung des WM-Kaders in Stuttgart bekanntgeben», sagte Löw. Knapp 48 Stunden darf nun spekuliert werden, wer neben Manuel Neuer (Schalke 04) und Tim Wiese (Werder Bremen) als dritter Schlussmann in den WM-Kader rückt.

Mögliche Kandidaten sind Hans-Jörg Butt von Bayern München, der 2000 und 2002 schon dritter Mann beim Großereignis war, Dortmunds Roman Weidenfeller oder doch noch einmal Jens Lehmann vom VfB Stuttgart. «Ich sage gar nichts dazu», kommentierte Lehmann, der 2006 und 2008 Stammkraft war, anschließend nicht mehr berufen wurde und kaum mit der Rolle auf der Bank zufrieden wäre. Eine Variante mit dem unerfahrenen U21-Keeper Tobias Sippel von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern scheint ebenso unwahrscheinlich.

«Ich drücke dem Bundestrainer die Daumen, dass er und die Mannschaft von weiteren sportlichen Hiobsbotschaften dieser Art in der WM-Vorbereitung verschont bleiben», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Der Bundestrainer muss kurz vor dem Start in die heiße WM-Vorbereitung eine neue Nummer 1 benennen. Adler hatte im Februar den Vorzug vor Neuer und Wiese als Stammtorwart erhalten.

Sogar Konkurrent Wiese zeigte spontanes Mitgefühl: «Für ihn tut es mir leid», sagte er am Dienstag nach dem Werder-Training. Und brachte sich auch schon im kurzfristig wieder entbrannten Kampf um den Stammplatz in Stellung. «Ich weiß nicht, ob ich jetzt die Nummer eins bin. Das muss der Trainer entscheiden», erklärte er. «Ich habe immer meine Leistung gezeigt.»

Erst am vergangenen Samstag hatte Adler zwei Wochen nach der Rippenverletzung sein Comeback in der Bundesliga gegen Berlin gegeben, und dabei offenbar einen Rückschlag erlitten. «René hatte nach dem Spiel gegen Hertha BSC extreme Schmerzen. Daraufhin wurde er nochmal von DFB-Arzt Dr. Müller-Wohlfahrt untersucht. Dabei kamen alle zum Ergebnis, dass eine WM-Teilnahme nicht möglich ist», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler dem «Express».

«Medizinisch betrachtet ist es zwar möglich. Doch die Schmerzen sind so erheblich, dass ich auf Dauer sowohl im Training als auch in den Spielen keine Bestleistung hätte bringen können. In einem derart langen und intensiven Turnier aber ist das unerlässlich. Da braucht es topfitte Spieler», sagte Adler. Die Bayer-Ärzte hatten dem gebürtigen Leipziger für den Einsatz in Berlin noch Grünes Licht
gegeben. «Ich habe wirklich noch einmal alles versucht, doch nach dem Spiel gegen Berlin musste ich einsehen, dass es keinen Sinn macht», sagte Adler.

Adler hatte am 11. Oktober 2008 im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland in Dortmund (2:1) ein starkes Debüt im DFB-Tor gefeiert. Insgesamt stand er bislang neunmal bei Länderspielen zwischen den Pfosten. Nach dem Selbstmord von Robert Enke im November 2009 war die Position als Nummer 1 vakant - Löw entschied sich für Adler, der auch im Rückspiel in Russland (1:0) maßgeblich zur WM-Teilnahme beigetragen hatte

04.05.2010 | Frankfurt/Main (dpa)

WM ohne Rolfes: Leverkusener muss absagen

Bundestrainer Joachim Löw muss für die Fußball-Weltmeisterschaft ohne Simon Rolfes planen. Der Profi von Bayer Leverkusen sagte seine Teilnahme am Turnier in Südafrika am Dienstag wegen einer Knieverletzung wie erwartet ab. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler war im Januar wegen eines Knorpelschadens am rechten Knie operiert worden und stand seinem Club seitdem nicht mehr zur Verfügung. «Die Absage für die WM ist mir nicht leicht gefallen», sagte Rolfes. Durch den Ausfall des 21-fachen Nationalspielers fehlt Löw eine Alternative für die Position im defensiven Mittelfeld.

«Die Entscheidung von Simon ist die einzig richtige für eine optimale Regeneration nach der Operation. Wir bedauern die Absage und wünschen ihm, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird», sagte Löw. Rolfes musste nach seiner Operation acht Wochen an Krücken laufen. Danach konnte er mit leichtem Aufbautraining beginnen. Mitte Mai sieht das Regenerationsprogramm Lauftraining vor.

«Ich bin mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden. Aber bei dem Zeitplan ist es jetzt endgültig klar, dass die WM-Teilnahme für mich keinen Sinn macht. Mein Plan sieht nun so aus, dass ich bis zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison voll belastbar sein möchte», sagte Rolfes. «Es bleibt mir jetzt nichts anderes übrig, als der Nationalmannschaft viel Erfolg in Südafrika zu wünschen.»

Rolfes hatte sein bislang letztes Länderspiel beim für die WM-Qualifikation entscheidenden 1:0-Sieg in Moskau gegen Russland bestritten. Wegen seiner guten Leistung galt er als ein Favorit für die 6er-Position im Löw-Team. Sein Länderspieldebüt gab Rolfes im März 2007 gegen Dänemark (0:1). Bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz war er bei den 3:2-Siegen im Viertelfinale gegen Portugal und im Halbfinale gegen die Türkei zum Einsatz gekommen (3:2)

Pressemitteilung DFB: http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=22906&tx_dfbnews_pi4[cat]=163

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