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SPORT

 

21.05.2010 | Berlin

Tennis Borussia muss Insolvenzantrag stellen

Für Tennis Borussia gibt es keinen Ausweg mehr: Der Traditionsclub meldet Insolvenz an. Einen entsprechenden Antrag unterzeichnete der Vorstandsvorsitzende Mario Weinkauf am Freitagmorgen auf der Geschäftsstelle des Fußball-Regionalligisten. TeBe-Aufsichtsratsmitglied und Rechtsanwalt Sebastian Schütz soll beim Amtsgericht Charlottenburg schnellstmöglich einen Termin zur Abgabe der Papiere einzuholen. Andernfalls würden sich die TeBe-Verantwortlichen der Insolvenzverschleppung schuldig machen.

Fraglich bleibt, wie es sportlich beim einstigen Bundesligisten weitergehen soll. Bei einer Insolvenz wird der betreffende Verein in der Regionalliga auf den letzten Tabellenplatz zurückgestuft und steht als erster Absteiger fest. «Die Tendenz geht im Moment dahin, dass wir für die nächste Saison für die Oberliga melden werden», sagte Weinkauf der Deutschen Presse-Agentur. Ein Dasein in der fünftklassigen Oberliga sei aber nur mit einem «deutlich abgespeckten Etat» möglich. Die Entscheidung muss bis zum 28. Mai fallen. TeBe liegt auch sportlich nur einen Punkt von den Abstiegsrängen entfernt.

Weil der Abschluss windiger Sponsorenverträge nicht zum erhofften Geldfluss führte, fehlt Tennis Borussia inzwischen rund eine halbe Million Euro allein zur Deckung kurzfristiger Verbindlichkeiten. Wie die kommende Saison finanziert werden soll, ist unklar. Die Spieler der Regionalliga-Mannschaft haben seit vergangenem Oktober allenfalls kleine Abschläge der zugesicherten Gehälter erhalten. Sie wollen dennoch zu den letzten beiden Punktspielen der Saison an diesem Samstag gegen den 1. FC Magdeburg sowie eine Woche später bei der zweiten Mannschaft des Hamburger SV antreten.

Am 10. Juni muss sich der TeBe-Vorstand auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung kritischen Fragen stellen. Eine «Palastrevolution» mit der Abwahl von Vorstands-Chef Weinkauf, wie im Vorfeld von unzufriedenen Mitgliedern angedacht, ist allerdings nicht möglich. Der Clubchef wird laut Satzung vom Aufsichtsrat gewählt. Die Amtszeit dieses Gremiums ist allerdings abgelaufen, ein radikaler personeller Wechsel ist zu erwarten. «Es müssen neue Kandidaten gefunden werden», gab Weinkauf zu.

Ob die neu gewählten Aufsichtsräte den Vorstandsvorsitzenden noch stützen werden, ist höchst fraglich. Weinkauf selbst denkt offenbar nicht an einen freiwilligen Rückzug. «Mir geht es nicht um Politik, sondern um Sport. Und da ist es meine Aufgabe, den Verein am Leben zu halten», sagte er.

Quelle: dpa

 

www.tebe.de

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